Battles
Battles
14. August 2007, Festsaal Kreuzberg (Berlin)

Früher war man wer, wenn man Hendrix noch live gesehen hatte. In den Neunzigern hatten alle gewonnen, die für Nirvana nach München gefahren waren und nicht für Berlin Tickets gekauft hatten. Und heute? Nun, ich habe die Battles live gesehen. Ihr nicht!
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Als erstes fiel die lange Schlange vorm Festsaal auf. Immerhin nicht gerade der größte Club, und ich, ohne Ticket, bekam Angst am Schluss draußen zu bleiben. Hinterm Einlass wurde es schon eng, aber ich war immerhin drin. Am Ende waren es 600 Leute, in einem Club der für etwa die Hälfte noch einigermaßen bequem erscheint. Die Musik im Vorfeld war im wahrsten Sinne des Wortes Querbeet, Blues bis Metal bis Electro, und genau so das Publikum: Metalheads, Hip Hoper, Partygänger, so bunt gewürfelt wie selten, und alle drängen sich an der nachlässig unterbesetzten Bar. Für mich alkoholfrei, die Treppe nach oben auf die Galerie. Blick auf die Bühne: links: Synthies, Laptop, Tischventilator. Rechts: Keybords, Mikro. Hinten: Boxen und Boxen. Mitte: mittelgroßes Schlagzeug, mit dem höchstaufgehängten Becken dass ich je gesehen habe. Ich stehe 2 Meter über der Bühne und das Becken scheint auf Augenhöhe zu sein...
Die Band tritt mit halbstündiger Verspätung an, das Publikum schreit, trampelt, klatscht, johlt, und das Quartett legt los. Schnell wird klar warum das Schlagzeug vorn am Bühnenrand steht: John Stanier ist der Mittelpunkt. Während er sich mit einer Wahnsinns-Energie durch Breakbeat, Drum´nBass und Metal-Rhythmen trommelt, steuern seine drei Kollegen an Gitarre/Synthie, Gitarre/Bass und Keyboard/Gitarre/Mikro Melodie-Entwürfe bei. Das wirkt halb improvisiert, funtioniert aber wahnsinnig gut: Nach dem zweiten Lied ist nicht nur der Ex-Helmet-Drummer schweißgetränkt, im ganzen Saal ist die Temperatur um mindestens 10° gestiegen. Gemosht wird nicht, dazu ist es viel zu heiß. Aber energisch fliegen Hände nach oben und nicken Köpfe, man versucht der Band gerecht zu werden. Mitsingen ist nicht, die meisten Stücke sind rein instrumental.
Das ganze ist jetzt zwei Tage her, und ich kann immer noch nicht annähernd beschreiben, was da auf der Bühne abging. Das beste Konzert des Jahres. Ernsthaft. Energie die man Live erleben muss, auf Album funktioniert es einfach nicht so gut, leider. Aber immer noch besser als der Rest. Kaufts euch, dann kommen sie vielleicht bald wieder...
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