Beatsteaks - Limbo Messiah
12. 04. 07 | Platten
Beatsteaks - .limbo
messiah und .demons galore;
CD+DVD; VÖ: 30.03.2007; Warner
Also, zur Frontenklärung gleich vorweg: ich finde, die Beatsteaks sind derzeit mit Abstand Deutschlands beste Rockband. Ich finde das schon seit drei Jahren, als ich gesehen habe, wie sie das Conne Island in Leipzig zerpflückt haben und ich kann des auch jetzt nur nochmal wiederholen (und mich auf den diesjährigen Gig im CI im Mai nur freuen). Soweit dazu. Dementsprechend heiß erwartet habe ich die neue Platte, sicherlich nicht ganz unbeeinflusst von der Sympathie, die in meinem direkten Umfeld für die Buben herrscht, spätestens seit dem 100maligen Genuß von der B-Seite... Als ich dann an einem kalten Februarabend zum ersten Mal "jane became insane" auf myspace (...) gehört habe, hab ich dann aber doch Angst gekriegt. Aber dann hab ich mich beruhigt: warum sollen die Beatbuletten nicht auch mal die total verückten Crazyboys rauslassen, schön im Irrenhaus kreiseln wie weiland Green Day und sich zu Steffi und Ali gesellen für gloriose 2:45 Minuten. Alles nicht so schlimm, die wissen doch, was sie tun... Und dann habe ich einfach mal an ihren guten Geschmack oder ihr, zumindest mir vermitteltes, Herz für die Rockgesten geglaubt. Okay und dann also am 30. März früh in den Plattenladen und einfach mal auch die tausenden von ganz schlechten Artikeln über die neue "Popplatte" und ähnliches ignoriert und dann gleich zum nächstbesten Mac und als Einführung den Film .demons galore angeschaut. Huij. Hart! Die Beatsteaks mit launischen Studioquälereien, den üblichen Pannen, wie abgerauchten Festplatten und geklauten Songs, und zur Krönung dann einem stummen Drummer und einem aggressiven Basser und zwei rivalisierenden Gitarristen bei der Psychotherapeutin... Schön, schön auch die Verwischung von Wahrheit und Fiktion unter Bemühung des alten Haudegens Jürgen Vogel und dann natürlich ein strahlendes PunkRock- Happy End. Aber dann hatte ich doch wieder etwas Respekt vor dem Album, was dann eine halbe Stunde später im heimischen Player losballerte - und das tut die Platte wirklich! Aller Respekt, alle unguten Gefühle, alle Angst völlig unbegründet. In meinen Ohren ist es genau die richtige Mischung aus Punkschnodderigeit und Spielfreude und Perfektionismus und Credibility und Mainstream, die eine halbe Stunde Hits am Stück gebiert. Vom ersten Ton an - der zugegeben ein wenig an "In your honour" erinnert - Energie! Viel weniger große Popgesten als auf Smacksmash, dafür viel mehr - ja, Geballer im positivsten Sinn. Ein Wehrmutstropfen bleibt irgendwie, dass die Jungs nach wie vor das textliche etwas schleifen lassen, nicht wirklich, aber es spielt halt kaum eine inhaltliche Rolle. Das denke ich aber nur in Augenblicken, in denen ich etwas verdränge, dass Musik auch eine Sprache ist. Und, oh ja, die beherrschen die Herren Teutoburg-Weiß, Baumann, Kurtzke, Götz und Scholz fließend, f-l-i-e-ß-e-n-d! Im Ende ist alles gut, wir haben eine weitere Beatsteakssommerplatte, wir haben Songs, die jede Bühne niederbrennen werden, wir haben eine Band, die´s höchstzufrieden ist mit dem schlußendlich abgelieferten, wir haben einen kongenialen Producer, der sich massieren lassen kann und wir werden einmal mehr zufrieden händchenreibende Warnerbosse haben, die unsere sauer verdienten Penunzen mit mittäglichem Weißwein am Spreeufer genüßlich schlürfen können. Ach ja und wir haben Schreiberlinge, die sich gegenseitig zitieren, na holla.
Und trotzdem ist es diesmal auch wieder eine ganz besondere, einzigartige Fortsetzung des Punkrock - subtil, berlinerisch und ernstgemeint. Gut so!
AML
CD+DVD; VÖ: 30.03.2007; Warner
Also, zur Frontenklärung gleich vorweg: ich finde, die Beatsteaks sind derzeit mit Abstand Deutschlands beste Rockband. Ich finde das schon seit drei Jahren, als ich gesehen habe, wie sie das Conne Island in Leipzig zerpflückt haben und ich kann des auch jetzt nur nochmal wiederholen (und mich auf den diesjährigen Gig im CI im Mai nur freuen). Soweit dazu. Dementsprechend heiß erwartet habe ich die neue Platte, sicherlich nicht ganz unbeeinflusst von der Sympathie, die in meinem direkten Umfeld für die Buben herrscht, spätestens seit dem 100maligen Genuß von der B-Seite... Als ich dann an einem kalten Februarabend zum ersten Mal "jane became insane" auf myspace (...) gehört habe, hab ich dann aber doch Angst gekriegt. Aber dann hab ich mich beruhigt: warum sollen die Beatbuletten nicht auch mal die total verückten Crazyboys rauslassen, schön im Irrenhaus kreiseln wie weiland Green Day und sich zu Steffi und Ali gesellen für gloriose 2:45 Minuten. Alles nicht so schlimm, die wissen doch, was sie tun... Und dann habe ich einfach mal an ihren guten Geschmack oder ihr, zumindest mir vermitteltes, Herz für die Rockgesten geglaubt. Okay und dann also am 30. März früh in den Plattenladen und einfach mal auch die tausenden von ganz schlechten Artikeln über die neue "Popplatte" und ähnliches ignoriert und dann gleich zum nächstbesten Mac und als Einführung den Film .demons galore angeschaut. Huij. Hart! Die Beatsteaks mit launischen Studioquälereien, den üblichen Pannen, wie abgerauchten Festplatten und geklauten Songs, und zur Krönung dann einem stummen Drummer und einem aggressiven Basser und zwei rivalisierenden Gitarristen bei der Psychotherapeutin... Schön, schön auch die Verwischung von Wahrheit und Fiktion unter Bemühung des alten Haudegens Jürgen Vogel und dann natürlich ein strahlendes PunkRock- Happy End. Aber dann hatte ich doch wieder etwas Respekt vor dem Album, was dann eine halbe Stunde später im heimischen Player losballerte - und das tut die Platte wirklich! Aller Respekt, alle unguten Gefühle, alle Angst völlig unbegründet. In meinen Ohren ist es genau die richtige Mischung aus Punkschnodderigeit und Spielfreude und Perfektionismus und Credibility und Mainstream, die eine halbe Stunde Hits am Stück gebiert. Vom ersten Ton an - der zugegeben ein wenig an "In your honour" erinnert - Energie! Viel weniger große Popgesten als auf Smacksmash, dafür viel mehr - ja, Geballer im positivsten Sinn. Ein Wehrmutstropfen bleibt irgendwie, dass die Jungs nach wie vor das textliche etwas schleifen lassen, nicht wirklich, aber es spielt halt kaum eine inhaltliche Rolle. Das denke ich aber nur in Augenblicken, in denen ich etwas verdränge, dass Musik auch eine Sprache ist. Und, oh ja, die beherrschen die Herren Teutoburg-Weiß, Baumann, Kurtzke, Götz und Scholz fließend, f-l-i-e-ß-e-n-d! Im Ende ist alles gut, wir haben eine weitere Beatsteakssommerplatte, wir haben Songs, die jede Bühne niederbrennen werden, wir haben eine Band, die´s höchstzufrieden ist mit dem schlußendlich abgelieferten, wir haben einen kongenialen Producer, der sich massieren lassen kann und wir werden einmal mehr zufrieden händchenreibende Warnerbosse haben, die unsere sauer verdienten Penunzen mit mittäglichem Weißwein am Spreeufer genüßlich schlürfen können. Ach ja und wir haben Schreiberlinge, die sich gegenseitig zitieren, na holla.
Und trotzdem ist es diesmal auch wieder eine ganz besondere, einzigartige Fortsetzung des Punkrock - subtil, berlinerisch und ernstgemeint. Gut so!
AML