Konzerte
Battles
16. 08. 07 |
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Battles
14. August 2007, Festsaal Kreuzberg (Berlin)
Früher war man wer, wenn man Hendrix noch live gesehen hatte. In den Neunzigern hatten alle gewonnen, die für Nirvana nach München gefahren waren und nicht für Berlin Tickets gekauft hatten. Und heute? Nun, ich habe die Battles live gesehen. Ihr nicht!

Als erstes fiel die lange Schlange vorm Festsaal auf. Immerhin nicht gerade der größte Club, und ich, ohne Ticket, bekam Angst am Schluss draußen zu bleiben. Hinterm Einlass wurde es schon eng, aber ich war immerhin drin. Am Ende waren es 600 Leute, in einem Club der für etwa die Hälfte noch einigermaßen bequem erscheint. Die Musik im Vorfeld war im wahrsten Sinne des Wortes Querbeet, Blues bis Metal bis Electro, und genau so das Publikum: Metalheads, Hip Hoper, Partygänger, so bunt gewürfelt wie selten, und alle drängen sich an der nachlässig unterbesetzten Bar. Für mich alkoholfrei, die Treppe nach oben auf die Galerie. Blick auf die Bühne: links: Synthies, Laptop, Tischventilator. Rechts: Keybords, Mikro. Hinten: Boxen und Boxen. Mitte: mittelgroßes Schlagzeug, mit dem höchstaufgehängten Becken dass ich je gesehen habe. Ich stehe 2 Meter über der Bühne und das Becken scheint auf Augenhöhe zu sein...
Die Band tritt mit halbstündiger Verspätung an, das Publikum schreit, trampelt, klatscht, johlt, und das Quartett legt los. Schnell wird klar warum das Schlagzeug vorn am Bühnenrand steht: John Stanier ist der Mittelpunkt. Während er sich mit einer Wahnsinns-Energie durch Breakbeat, Drum´nBass und Metal-Rhythmen trommelt, steuern seine drei Kollegen an Gitarre/Synthie, Gitarre/Bass und Keyboard/Gitarre/Mikro Melodie-Entwürfe bei. Das wirkt halb improvisiert, funtioniert aber wahnsinnig gut: Nach dem zweiten Lied ist nicht nur der Ex-Helmet-Drummer schweißgetränkt, im ganzen Saal ist die Temperatur um mindestens 10° gestiegen. Gemosht wird nicht, dazu ist es viel zu heiß. Aber energisch fliegen Hände nach oben und nicken Köpfe, man versucht der Band gerecht zu werden. Mitsingen ist nicht, die meisten Stücke sind rein instrumental.
Das ganze ist jetzt zwei Tage her, und ich kann immer noch nicht annähernd beschreiben, was da auf der Bühne abging. Das beste Konzert des Jahres. Ernsthaft. Energie die man Live erleben muss, auf Album funktioniert es einfach nicht so gut, leider. Aber immer noch besser als der Rest. Kaufts euch, dann kommen sie vielleicht bald wieder...
14. August 2007, Festsaal Kreuzberg (Berlin)
Früher war man wer, wenn man Hendrix noch live gesehen hatte. In den Neunzigern hatten alle gewonnen, die für Nirvana nach München gefahren waren und nicht für Berlin Tickets gekauft hatten. Und heute? Nun, ich habe die Battles live gesehen. Ihr nicht!

Als erstes fiel die lange Schlange vorm Festsaal auf. Immerhin nicht gerade der größte Club, und ich, ohne Ticket, bekam Angst am Schluss draußen zu bleiben. Hinterm Einlass wurde es schon eng, aber ich war immerhin drin. Am Ende waren es 600 Leute, in einem Club der für etwa die Hälfte noch einigermaßen bequem erscheint. Die Musik im Vorfeld war im wahrsten Sinne des Wortes Querbeet, Blues bis Metal bis Electro, und genau so das Publikum: Metalheads, Hip Hoper, Partygänger, so bunt gewürfelt wie selten, und alle drängen sich an der nachlässig unterbesetzten Bar. Für mich alkoholfrei, die Treppe nach oben auf die Galerie. Blick auf die Bühne: links: Synthies, Laptop, Tischventilator. Rechts: Keybords, Mikro. Hinten: Boxen und Boxen. Mitte: mittelgroßes Schlagzeug, mit dem höchstaufgehängten Becken dass ich je gesehen habe. Ich stehe 2 Meter über der Bühne und das Becken scheint auf Augenhöhe zu sein...
Die Band tritt mit halbstündiger Verspätung an, das Publikum schreit, trampelt, klatscht, johlt, und das Quartett legt los. Schnell wird klar warum das Schlagzeug vorn am Bühnenrand steht: John Stanier ist der Mittelpunkt. Während er sich mit einer Wahnsinns-Energie durch Breakbeat, Drum´nBass und Metal-Rhythmen trommelt, steuern seine drei Kollegen an Gitarre/Synthie, Gitarre/Bass und Keyboard/Gitarre/Mikro Melodie-Entwürfe bei. Das wirkt halb improvisiert, funtioniert aber wahnsinnig gut: Nach dem zweiten Lied ist nicht nur der Ex-Helmet-Drummer schweißgetränkt, im ganzen Saal ist die Temperatur um mindestens 10° gestiegen. Gemosht wird nicht, dazu ist es viel zu heiß. Aber energisch fliegen Hände nach oben und nicken Köpfe, man versucht der Band gerecht zu werden. Mitsingen ist nicht, die meisten Stücke sind rein instrumental.
Das ganze ist jetzt zwei Tage her, und ich kann immer noch nicht annähernd beschreiben, was da auf der Bühne abging. Das beste Konzert des Jahres. Ernsthaft. Energie die man Live erleben muss, auf Album funktioniert es einfach nicht so gut, leider. Aber immer noch besser als der Rest. Kaufts euch, dann kommen sie vielleicht bald wieder...
Whitest Boy Alive
15. 06. 07 |
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„Whitest boy
alive“ live in der Shoboxx DD am 09.05.2007
Wer noch nie in der Showboxx war, wird sich wundern wie klein und schmal die Location eigentlich ist und wieviele Leute dann tatsächlich reinpassen. Die Showboxx liegt direkt gegenüber des alten Schlachthofes, also auch gut erreichbar mit Bus, Bahn und zu Fuß ;-)
Als Vorband wurde uns „NEMO“ präsentiert, eine kultige englische Band, ganz im new-wave-glamour Style, als hätte man eine Zeitreise in die 80iger Jahre gemacht. Und wie eng die Hosen der 4 Herren waren, man oh man, die brauchen sich nicht wundern, wenn se am Abend dann 2 Oktaven höher singen können ;-) Die Musik jedenfalls war ordentlich rockig, wenn nicht sogar fast schon Punk, aber tanzbar und Sänger James Cook hat auch ordentlich dazu abgehottet, die Energie in Person. Er spielte sogar einen Song nur allein für „Gloria“, wenn du das also lesen solltest Gloria, dann freue dich! Wer auch immer du sein magst!
More Infos: www.nemointernational.com

Whitest Boy Alive glitzern ehern durch ihre Ruhe in Person, zum smarten Groove und unsaglich schönen Songs, einer länger als der andere und wenn man manche Songs nicht schon vom Album her kennen würde, würde man denken, das is alles live ausgedacht und performt, wobei ich denke, das es bei einigen Songs wirklich so war. Erlend Oye mit seiner riesen Brille wird nach und nach langsam warm und tänzelt dann doch ab und zu hin und her, tänzelt sogar mit uns im Publikum und stellt sich am späteren Abend als begeisterter Stagediver heraus. Liebe Leute, die ihr ihn vielleicht noch nie ohne Brille gesehen habt, oho! Sag ich nur, das is nich nur was für die Ohren ;-) Faszinieren tut mich natürlich auch das Zusammenspiel von WBA, um es mal mit Benjamin Soldans Worten zu umschreiben: „Groovy Mama Groovy!“ Erlend erzählt wie er zu dieser Art von Musik gekommen ist und das er vor ein paar Jahren die House-Musik für sich entdeckt und sich quasi verliebt hat. Aber ohne seine Gitarre und die drei anderen Herren, wäre WBA nich das, was sie sind, und um eins zwei 90iger Jahre Cover kamen wir dann auch nicht drum herum. War aber köstlich amüsant und irgendwie auch herzzerreißend. Das Rauchverbot, oder besser die Bitte des Nichtrauchens wurde von Erlend gefordert und wie mir zu Ohren gekommen ist, macht er das auf allen seinen Konzerten, der Stimme halber. Freut mich ein bisschen, da stinken die Klamotten nich ganz so doll. Nach 1 ½ h wollten se dann aufhören, aber das wollten wir natürlich nicht und obwohl se sich doch sehr haben bitten lassen sind se noch 2x rausgekommen und haben bis kurz nach 0 Uhr das Haus beschallt.
WBA arbeiten derzeit auch an einem neuen Album und ich bin sehr gespannt darauf. Für mehr Infos stöbert einfach unter www.whitestboyalive.com und nutzt die Chance, diese Band mal live zu sehen – ein Ohrenschmaus vom Feinsten!!! (bea)
Wer noch nie in der Showboxx war, wird sich wundern wie klein und schmal die Location eigentlich ist und wieviele Leute dann tatsächlich reinpassen. Die Showboxx liegt direkt gegenüber des alten Schlachthofes, also auch gut erreichbar mit Bus, Bahn und zu Fuß ;-)
Als Vorband wurde uns „NEMO“ präsentiert, eine kultige englische Band, ganz im new-wave-glamour Style, als hätte man eine Zeitreise in die 80iger Jahre gemacht. Und wie eng die Hosen der 4 Herren waren, man oh man, die brauchen sich nicht wundern, wenn se am Abend dann 2 Oktaven höher singen können ;-) Die Musik jedenfalls war ordentlich rockig, wenn nicht sogar fast schon Punk, aber tanzbar und Sänger James Cook hat auch ordentlich dazu abgehottet, die Energie in Person. Er spielte sogar einen Song nur allein für „Gloria“, wenn du das also lesen solltest Gloria, dann freue dich! Wer auch immer du sein magst!
More Infos: www.nemointernational.com

Whitest Boy Alive glitzern ehern durch ihre Ruhe in Person, zum smarten Groove und unsaglich schönen Songs, einer länger als der andere und wenn man manche Songs nicht schon vom Album her kennen würde, würde man denken, das is alles live ausgedacht und performt, wobei ich denke, das es bei einigen Songs wirklich so war. Erlend Oye mit seiner riesen Brille wird nach und nach langsam warm und tänzelt dann doch ab und zu hin und her, tänzelt sogar mit uns im Publikum und stellt sich am späteren Abend als begeisterter Stagediver heraus. Liebe Leute, die ihr ihn vielleicht noch nie ohne Brille gesehen habt, oho! Sag ich nur, das is nich nur was für die Ohren ;-) Faszinieren tut mich natürlich auch das Zusammenspiel von WBA, um es mal mit Benjamin Soldans Worten zu umschreiben: „Groovy Mama Groovy!“ Erlend erzählt wie er zu dieser Art von Musik gekommen ist und das er vor ein paar Jahren die House-Musik für sich entdeckt und sich quasi verliebt hat. Aber ohne seine Gitarre und die drei anderen Herren, wäre WBA nich das, was sie sind, und um eins zwei 90iger Jahre Cover kamen wir dann auch nicht drum herum. War aber köstlich amüsant und irgendwie auch herzzerreißend. Das Rauchverbot, oder besser die Bitte des Nichtrauchens wurde von Erlend gefordert und wie mir zu Ohren gekommen ist, macht er das auf allen seinen Konzerten, der Stimme halber. Freut mich ein bisschen, da stinken die Klamotten nich ganz so doll. Nach 1 ½ h wollten se dann aufhören, aber das wollten wir natürlich nicht und obwohl se sich doch sehr haben bitten lassen sind se noch 2x rausgekommen und haben bis kurz nach 0 Uhr das Haus beschallt.
WBA arbeiten derzeit auch an einem neuen Album und ich bin sehr gespannt darauf. Für mehr Infos stöbert einfach unter www.whitestboyalive.com und nutzt die Chance, diese Band mal live zu sehen – ein Ohrenschmaus vom Feinsten!!! (bea)
Modest Mouse
09. 06. 07 |
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Modest Mouse
7. Juni 2007 im Postbahnhof Berlin
Es war heiß. Nicht auf die Art und Weise, die Paris Hilton meint, wenn sie "Thats Hot!" sagt, nein, wirklich schweineheiß und schwül. Ich zerfloss vor dem Postbahnhof während ich auf den Einlass wartete. Und war blöd genug, eisgekühltes Budweiser zu trinken. Folge: Ich schwitze noch mehr. Das Publikum war nicht halb so Rock wie ich erwartet hatte, eher Indies und Studenten (oder beides). Sogar in Flip-Flops!

Der Postbahnhof war ausverkauft, wenn auch nicht so eng wie beispielsweise bei den Eagles of Death Metal. Könnte auch an den entspannteren Konzertbesuchern gelegen haben, wenn man nur Sandalen trägt mosht man nicht ganz so wild... 21:00 war als Beginn ausgeschrieben, aber man lies uns noch ein wenig warten. Ich litt schwitzend vor mich hin und war eigentlich schon fertig, als Modest Mouse gegen viertel vor zehn endlich auf die vollgestellte Bühne kamen. Die zwei Schlagzeuger sah man hinter den aufgestapelten Boxen überhaupt nicht, man spürte mehr dass sie da waren. Da kam schon ordentlich Druck rüber. Johnny Marr poste mit Goldkettchen am linken Bühnenrand, ganz rechts Sänger/Gittarrist Isaac Brock mit blaugeschlagenem Auge und auch mal Banjo. (Mittlerweile ist ja der Rest der Deutschlandtournee wegen seiner Gesichtsverletzungen abgesagt worden, nur die Festivals spielen sie noch). Dazwischen spielten Eric Judy und Tom Peloso absolut schweißtreibend, fall ich es noch nicht erwähnt habe. Die haben das letzte bisschen Energie aus sich selbst und aus dem Publikum gekitzelt, für heißere Stimmen und Muskelkater am nächsten Tag, von der Decke tropfendes Wasser und ordentlich Getränkeumsatz für den Postbahnhof, um nicht zu dehydrieren. Eine Live-Band vorm Herrn! bah
7. Juni 2007 im Postbahnhof Berlin
Es war heiß. Nicht auf die Art und Weise, die Paris Hilton meint, wenn sie "Thats Hot!" sagt, nein, wirklich schweineheiß und schwül. Ich zerfloss vor dem Postbahnhof während ich auf den Einlass wartete. Und war blöd genug, eisgekühltes Budweiser zu trinken. Folge: Ich schwitze noch mehr. Das Publikum war nicht halb so Rock wie ich erwartet hatte, eher Indies und Studenten (oder beides). Sogar in Flip-Flops!

Der Postbahnhof war ausverkauft, wenn auch nicht so eng wie beispielsweise bei den Eagles of Death Metal. Könnte auch an den entspannteren Konzertbesuchern gelegen haben, wenn man nur Sandalen trägt mosht man nicht ganz so wild... 21:00 war als Beginn ausgeschrieben, aber man lies uns noch ein wenig warten. Ich litt schwitzend vor mich hin und war eigentlich schon fertig, als Modest Mouse gegen viertel vor zehn endlich auf die vollgestellte Bühne kamen. Die zwei Schlagzeuger sah man hinter den aufgestapelten Boxen überhaupt nicht, man spürte mehr dass sie da waren. Da kam schon ordentlich Druck rüber. Johnny Marr poste mit Goldkettchen am linken Bühnenrand, ganz rechts Sänger/Gittarrist Isaac Brock mit blaugeschlagenem Auge und auch mal Banjo. (Mittlerweile ist ja der Rest der Deutschlandtournee wegen seiner Gesichtsverletzungen abgesagt worden, nur die Festivals spielen sie noch). Dazwischen spielten Eric Judy und Tom Peloso absolut schweißtreibend, fall ich es noch nicht erwähnt habe. Die haben das letzte bisschen Energie aus sich selbst und aus dem Publikum gekitzelt, für heißere Stimmen und Muskelkater am nächsten Tag, von der Decke tropfendes Wasser und ordentlich Getränkeumsatz für den Postbahnhof, um nicht zu dehydrieren. Eine Live-Band vorm Herrn! bah
Mando Diao, Dirty Pretty Things, The Sounds
08. 06. 07 |
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Mando Diao,
Dirty Pretty Things, The Sounds
am 6. Juni 2007 in der Zitadelle Spandau
Sie hatten ohne uns angefangen. Aber wenn man bedenkt, dass Open Airs in der Stadt ja nicht zu lange gehen dürfen ist eine Startzeit von 19 Uhr schon okay. Nur waren wir halt eine halbe Stunde zu spät dran: The Sounds spielten schon. Anyway, ich bin sowieso kein Freund der Blondie-Sound&Look-Alikes, da mag ich das Original zu sehr. Also besorgten wir uns erstmal Bier, setzten uns an einen Biertisch und beguckten uns das sehr unterschiedliche Publikum. Vor der Bühne feierten die jüngeren Semester, die Leute weiter hinten konnten sehr gut ihre Eltern sein. Dazwischen klaffte eine Lücke, ich sah niemanden zwischen 25 und 40 Jahren. Dazu jede Menge Imbiss-Stände, hatte schon fast was Volksfest-Mäßiges, sogar ein Spanferkel drehte sich am Spieß und den Veganern neben mir den Magen um.
The Sounds brachten ihr Set zu Ende, wir schlenderten am Beleuchterturm vorbei weiter nach vorn, Dirty Pretty Things legten los. Schon eher mein Geschmack, ich sah sogar einen einsamen Crowdsurfer! Sie klangen live nicht ganz so sehr wie Mando Diao wie auf Platte, Zu "Bang Bang, You´re Dead" packten sie sogar eine Trompete aus. Fast schon schade dass Mando Diao das später auch machten. Doch zunächst: Umbaupause. Wir essen ein paar Nachos (vegan), trinken noch ein Bier (auch vegan) und drängen uns ein wenig nach vorn.

Viele junge Mädchen jetzt, schwarz-rot-geringelte T-Shirts, gelöste Stimmung. Nach kurzem Intro kommen die Schweden auf die Bühne und verursachen glückseliges Gekreische. Aber nix Mädchenmusik, sondern Rock. Die fünf Bandmitglieder werden von einem Percussionisten/Trompeter unterstützt, bringen routiniert ihre Melodie-lastigen Hits und sogar den schnauzbärtigen Mittfünfziger schräg hinter mir dazu die vielen "Yeahs!" in den Refrains mitzusingen. Ja, mich auch. Das rockt schon, wenn auch - wie gesagt - sehr routiniert. Sind halt auch Entertainer und schon ne Weile dabei, die Zugaben sind kalkuliert, und nach dem zweiten Block lässt man sich gern noch 5 Minuten auf der Bühne feiern. Nur ein Lied fehlte mir entschieden: Mr. Moon. Man kann halt nicht alles haben. Immerhin war ich vor Mitternacht zu Hause. bah
am 6. Juni 2007 in der Zitadelle Spandau
Sie hatten ohne uns angefangen. Aber wenn man bedenkt, dass Open Airs in der Stadt ja nicht zu lange gehen dürfen ist eine Startzeit von 19 Uhr schon okay. Nur waren wir halt eine halbe Stunde zu spät dran: The Sounds spielten schon. Anyway, ich bin sowieso kein Freund der Blondie-Sound&Look-Alikes, da mag ich das Original zu sehr. Also besorgten wir uns erstmal Bier, setzten uns an einen Biertisch und beguckten uns das sehr unterschiedliche Publikum. Vor der Bühne feierten die jüngeren Semester, die Leute weiter hinten konnten sehr gut ihre Eltern sein. Dazwischen klaffte eine Lücke, ich sah niemanden zwischen 25 und 40 Jahren. Dazu jede Menge Imbiss-Stände, hatte schon fast was Volksfest-Mäßiges, sogar ein Spanferkel drehte sich am Spieß und den Veganern neben mir den Magen um.
The Sounds brachten ihr Set zu Ende, wir schlenderten am Beleuchterturm vorbei weiter nach vorn, Dirty Pretty Things legten los. Schon eher mein Geschmack, ich sah sogar einen einsamen Crowdsurfer! Sie klangen live nicht ganz so sehr wie Mando Diao wie auf Platte, Zu "Bang Bang, You´re Dead" packten sie sogar eine Trompete aus. Fast schon schade dass Mando Diao das später auch machten. Doch zunächst: Umbaupause. Wir essen ein paar Nachos (vegan), trinken noch ein Bier (auch vegan) und drängen uns ein wenig nach vorn.

Viele junge Mädchen jetzt, schwarz-rot-geringelte T-Shirts, gelöste Stimmung. Nach kurzem Intro kommen die Schweden auf die Bühne und verursachen glückseliges Gekreische. Aber nix Mädchenmusik, sondern Rock. Die fünf Bandmitglieder werden von einem Percussionisten/Trompeter unterstützt, bringen routiniert ihre Melodie-lastigen Hits und sogar den schnauzbärtigen Mittfünfziger schräg hinter mir dazu die vielen "Yeahs!" in den Refrains mitzusingen. Ja, mich auch. Das rockt schon, wenn auch - wie gesagt - sehr routiniert. Sind halt auch Entertainer und schon ne Weile dabei, die Zugaben sind kalkuliert, und nach dem zweiten Block lässt man sich gern noch 5 Minuten auf der Bühne feiern. Nur ein Lied fehlte mir entschieden: Mr. Moon. Man kann halt nicht alles haben. Immerhin war ich vor Mitternacht zu Hause. bah
Beatsteaks
25. 05. 07 |
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beatsteaks
im conne island, 20.05.2007
es gibt clubs, die sich auf keine musikrichtung festlegen, da ist alles möglich. es gibt clubs, die sich auf eine musikrichtung einschießen und wo man nur derenthalben hingeht. darunter gibt es dann clubs, die zu von den jeweiligen bands immer besucht werden, weil sie natürlich das jeweilige publikum haben. und es gibt auch clubs, die gehören zu einer bestimmten band, wie ein zusätzliches bandmitglied oder der erfolgsproducer. quasi 2. proberaum, erste heimat... bei den beatsteaks habe ich den eindruck, die haben in jeder stadt einen club, der einfach zu einer beatsteakstour dazugehört. die batschkapp. die columbiahalle ;-) . oder eben und nicht zuletzt das conne island in leipzig.
das ähnelt an diesem sonntagabend im mai einer pilgerstätte, mehr noch als sonst. nur wenige tage, nachdem im dezember vergangenen jahres die tourdaten für das lang erwartete neue album fest standen, bekam man im ci nur noch wenige karten für das konzert. und das, obwohl die beatsteaks ein paar wochen später nochmal in der stadt waren, im wesentlich größeren haus auensee, was für den ausverkauf etwas länger brauchte. und es sind bei weitem nicht nur leipziger dabei. schon auf dem weg in den leipziger süden macht sich eine interessante stimmung breit. der weg ist in vorbereitung des g8-gipfels von bgs-bullies gesäumt, die einem selbst den eindruck geben, man befände sich auf dem weg zu einem verbotenen treffen des schwarzen blocks. auf dem gelände dann herrscht ein aufgeregtes miteinander, vorfreudiges grinsen und man merkt mal wieder, dass man nun doch schon zu dem publikumsteil gehört, der gerade noch nicht den seniorenausweis vorzeigen kann... eintauchen in ein meer aus tätowierten armen, augenbrauenpiercings und neu! nun auch cheapmondayjeans. ein, zwei bier von wegen der vorbereitenden beachtung des flüssigkeitshaushaltes. schließlich sah man vor 3 jahren die beatsteaks zuletzt im conne island und erinnert sich noch gut an die völlige dehydratation nach 1 1/2 stunden saunatanzens... im conne island, was es immer noch schafft, drinnen wesentlich stylischer zu sein als die gesprühten hauswände vermuten lassen, ohne dabei den anarchocharakter zu verlieren, wird´s eng. und da, myspacefreunde auf der bühne. lange hatte man sich gefragt, wer die herren beachbuletten heute abend supporten dürfte und dann waren es tatsächlich die haudegen der radio dead ones, die dreckspunk spielten und ihn augenscheinlich auch leben. eher belustigt standen große teile des publikums, aber zunehmend wurde auch getanzt und großartige punkgesten, wie gespucktes wasser und schnodderige ansagen beklatscht. die magdeburger, oh, die berliner machten es kurz und schmerzlos und waren nach knapp 30 minuten durch ihr set gejagt. zack.
nun hieß es „anhalten!“, wenn man einen bühnennahen platz nicht zugunsten einer leeren harnblase aufgeben wollte. sardinenbüchse kein ausdruck. doch ließen sich die herren beatsteaks genüßlich zeit, schlappten ab und an mal durch den bühnenhintergrund und ließen sich augenscheinlich zunächst im backstage noch den ein und anderen gerstensaft munden. als dann die bühne bereitet war und das publikum in reihe stand und die nahezu feierliche stimmung vor spannung kaum noch auszuhalten, öffnete sich wie ein adventstürchen der backstage und die jungens ergriffen die gitarren und sticks und legten los. und interessant war, dass es auch für sie augenscheinlich ein ganz besonderes konzert war. es läßt sich nur so beschreiben: wir spielen nach langer zeit endlich mal wieder bei guten freunden und hier geht es nicht um verkaufszahlen, hier geht es nur um uns und die leute da unten, die verdammt nochmal einen guten abend haben sollen und um den punkrock. hier sind wir als band, egal wie viele leute uns hören, da seit ihr, das publikum, das uns ganz bewußt heute abend hier sehen will.
so stören die kleinen bühnenabsperrungen kaum. es stört nicht, dass man nach fünf minuten im schweiß von dreihundert anderen steht. heute abend ist man bereit, sein letztes zu geben. egal, ob man morgen noch sprechen kann. egal, ob die digicam in stücke zerbricht. jetzt heißt es, 90 minuten draufhalten.
die beatsteaks jagen durch ihre hits. smacksmash funktioniert, living targets brennt, die wohnzimmer ep ist eh legendär und tatsächlich funktionieren auch die neuen songs von limboh messia perfect. und das auch dann, wenn die musiker selber mal etwas unsicher sind. es ist äußerst sympathisch, zu sehen, wie arnim und peter bei cut off the top den einsatz verpassen. wie arnim mal unsicher zu bernd rüberschielt und der ihm aufmunternd zunickt, als wolle er sagen: „mach einfach, arnim, du hast den song schon hundertmal gesungen, du kannst das...“ es menschelt auf der bühne. so sehr, dass man schon angst um arnim hat, als er nach wiederholtem mikrofonaussetzer etwas frustriert das ding zu boden wirft und von der bühne verschwindet. natürlich denkt man zuerst, er würde sich seinen weg zum mischpult bahnen, um von dort die show fortzusetzen, doch als dann nach geraumer zeit auch peter besorgt in den saal schaut und seinen sänger als vermisst abkündigt, wird´s schon wieder mal besonders. aber dann taucht arnim am foh auf und vollführt einen klassischen salto ins publikum, das ihn zum ausklang von „atomic love“ dann zur bühne zurück trägt.
natürlich viel zu schnell ist das ende des konzertes erreicht. euphorisch gefeiert kehrt die band für drei zugaben auf die bühne zurück. und bringt nun auch „let me in“, das wahrscheinlich auch die letzten zögerer zum besuch des conne island bewegt hat. denn die kurze szene eines geschlossen aus der hocke aufspringenden publikums, die wohl zu den ältesten videos auf youtube gehört, stammt aus dem ci und macht einfach lust auf mehr. als die letzten watt aus den boxen geraucht sind, bedankt sich eine überglückliche berliner band artig und ehrlich gerührt bei den anwesenden, die nur dank des umsichtigen einsatzes mehrerer wasservernebler und -flaschen durch die veranstalter noch zu letzten ekstatischen appläusen fähig sind. und glücklich machen sich die völlig durchnäßten gäste auf den heimweg, wie lang er auch sein mag. familiär kein ausdruck für den abend. fast schon wie ein wohnzimmerkonzert...
im conne island, 20.05.2007
es gibt clubs, die sich auf keine musikrichtung festlegen, da ist alles möglich. es gibt clubs, die sich auf eine musikrichtung einschießen und wo man nur derenthalben hingeht. darunter gibt es dann clubs, die zu von den jeweiligen bands immer besucht werden, weil sie natürlich das jeweilige publikum haben. und es gibt auch clubs, die gehören zu einer bestimmten band, wie ein zusätzliches bandmitglied oder der erfolgsproducer. quasi 2. proberaum, erste heimat... bei den beatsteaks habe ich den eindruck, die haben in jeder stadt einen club, der einfach zu einer beatsteakstour dazugehört. die batschkapp. die columbiahalle ;-) . oder eben und nicht zuletzt das conne island in leipzig.
das ähnelt an diesem sonntagabend im mai einer pilgerstätte, mehr noch als sonst. nur wenige tage, nachdem im dezember vergangenen jahres die tourdaten für das lang erwartete neue album fest standen, bekam man im ci nur noch wenige karten für das konzert. und das, obwohl die beatsteaks ein paar wochen später nochmal in der stadt waren, im wesentlich größeren haus auensee, was für den ausverkauf etwas länger brauchte. und es sind bei weitem nicht nur leipziger dabei. schon auf dem weg in den leipziger süden macht sich eine interessante stimmung breit. der weg ist in vorbereitung des g8-gipfels von bgs-bullies gesäumt, die einem selbst den eindruck geben, man befände sich auf dem weg zu einem verbotenen treffen des schwarzen blocks. auf dem gelände dann herrscht ein aufgeregtes miteinander, vorfreudiges grinsen und man merkt mal wieder, dass man nun doch schon zu dem publikumsteil gehört, der gerade noch nicht den seniorenausweis vorzeigen kann... eintauchen in ein meer aus tätowierten armen, augenbrauenpiercings und neu! nun auch cheapmondayjeans. ein, zwei bier von wegen der vorbereitenden beachtung des flüssigkeitshaushaltes. schließlich sah man vor 3 jahren die beatsteaks zuletzt im conne island und erinnert sich noch gut an die völlige dehydratation nach 1 1/2 stunden saunatanzens... im conne island, was es immer noch schafft, drinnen wesentlich stylischer zu sein als die gesprühten hauswände vermuten lassen, ohne dabei den anarchocharakter zu verlieren, wird´s eng. und da, myspacefreunde auf der bühne. lange hatte man sich gefragt, wer die herren beachbuletten heute abend supporten dürfte und dann waren es tatsächlich die haudegen der radio dead ones, die dreckspunk spielten und ihn augenscheinlich auch leben. eher belustigt standen große teile des publikums, aber zunehmend wurde auch getanzt und großartige punkgesten, wie gespucktes wasser und schnodderige ansagen beklatscht. die magdeburger, oh, die berliner machten es kurz und schmerzlos und waren nach knapp 30 minuten durch ihr set gejagt. zack.
nun hieß es „anhalten!“, wenn man einen bühnennahen platz nicht zugunsten einer leeren harnblase aufgeben wollte. sardinenbüchse kein ausdruck. doch ließen sich die herren beatsteaks genüßlich zeit, schlappten ab und an mal durch den bühnenhintergrund und ließen sich augenscheinlich zunächst im backstage noch den ein und anderen gerstensaft munden. als dann die bühne bereitet war und das publikum in reihe stand und die nahezu feierliche stimmung vor spannung kaum noch auszuhalten, öffnete sich wie ein adventstürchen der backstage und die jungens ergriffen die gitarren und sticks und legten los. und interessant war, dass es auch für sie augenscheinlich ein ganz besonderes konzert war. es läßt sich nur so beschreiben: wir spielen nach langer zeit endlich mal wieder bei guten freunden und hier geht es nicht um verkaufszahlen, hier geht es nur um uns und die leute da unten, die verdammt nochmal einen guten abend haben sollen und um den punkrock. hier sind wir als band, egal wie viele leute uns hören, da seit ihr, das publikum, das uns ganz bewußt heute abend hier sehen will.
so stören die kleinen bühnenabsperrungen kaum. es stört nicht, dass man nach fünf minuten im schweiß von dreihundert anderen steht. heute abend ist man bereit, sein letztes zu geben. egal, ob man morgen noch sprechen kann. egal, ob die digicam in stücke zerbricht. jetzt heißt es, 90 minuten draufhalten.
die beatsteaks jagen durch ihre hits. smacksmash funktioniert, living targets brennt, die wohnzimmer ep ist eh legendär und tatsächlich funktionieren auch die neuen songs von limboh messia perfect. und das auch dann, wenn die musiker selber mal etwas unsicher sind. es ist äußerst sympathisch, zu sehen, wie arnim und peter bei cut off the top den einsatz verpassen. wie arnim mal unsicher zu bernd rüberschielt und der ihm aufmunternd zunickt, als wolle er sagen: „mach einfach, arnim, du hast den song schon hundertmal gesungen, du kannst das...“ es menschelt auf der bühne. so sehr, dass man schon angst um arnim hat, als er nach wiederholtem mikrofonaussetzer etwas frustriert das ding zu boden wirft und von der bühne verschwindet. natürlich denkt man zuerst, er würde sich seinen weg zum mischpult bahnen, um von dort die show fortzusetzen, doch als dann nach geraumer zeit auch peter besorgt in den saal schaut und seinen sänger als vermisst abkündigt, wird´s schon wieder mal besonders. aber dann taucht arnim am foh auf und vollführt einen klassischen salto ins publikum, das ihn zum ausklang von „atomic love“ dann zur bühne zurück trägt.
natürlich viel zu schnell ist das ende des konzertes erreicht. euphorisch gefeiert kehrt die band für drei zugaben auf die bühne zurück. und bringt nun auch „let me in“, das wahrscheinlich auch die letzten zögerer zum besuch des conne island bewegt hat. denn die kurze szene eines geschlossen aus der hocke aufspringenden publikums, die wohl zu den ältesten videos auf youtube gehört, stammt aus dem ci und macht einfach lust auf mehr. als die letzten watt aus den boxen geraucht sind, bedankt sich eine überglückliche berliner band artig und ehrlich gerührt bei den anwesenden, die nur dank des umsichtigen einsatzes mehrerer wasservernebler und -flaschen durch die veranstalter noch zu letzten ekstatischen appläusen fähig sind. und glücklich machen sich die völlig durchnäßten gäste auf den heimweg, wie lang er auch sein mag. familiär kein ausdruck für den abend. fast schon wie ein wohnzimmerkonzert...
Two Gallants
20. 05. 07 |
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Two Gallants
15. Mai 2007 im Postbahnhof (B)
Wie ich vor einigen Rezensionen schon erwähnt habe: Ich finde Sitzkonzerte komisch. Und dann noch im Postbahnhof, wo es keine aufsteigenden Ränge gibt und man auf Gedeih und Verderb davon abhängig ist dass der Vordermann kein Riese ist oder nen Afro hat. Und dann ist da noch die Tatsache, dass ich Two Gallents letztes Jahr im White Trash noch recht rockig fand, also nicht so hinsetzgeeignet. Aber diesmal: die Gitarre akustisch, das Schlagzeug sparsam, und nach der Hälfte der Zeit noch eine junge Frau am Cello. Das Problem dabei: Nach drei Liedern kennt man schon alle Akkorde des Abends, der Gesang offenbart auch nix Neues mehr und man würde Gott weiss was dafür geben wenn das Tempo wenigstens ein bissl anziehen würde. Ich bin seit 4 Uhr früh auf den Beinen und muss aufstehen und rumlaufen um nicht wegzudösen. Und ich bin nicht der einzige der sich an den Rand stellt, selbst in der ersten Reihe werden Plätze frei. Und wie ich mich nach vorn setze und neben mich schaue: ja, da schläft tatsächlich einer. Genug gemotzt, die Musik war ja trotzdem schön, vor allem dank Cello. Vielleicht wenn ich wacher gewesen wäre? ps
15. Mai 2007 im Postbahnhof (B)
Wie ich vor einigen Rezensionen schon erwähnt habe: Ich finde Sitzkonzerte komisch. Und dann noch im Postbahnhof, wo es keine aufsteigenden Ränge gibt und man auf Gedeih und Verderb davon abhängig ist dass der Vordermann kein Riese ist oder nen Afro hat. Und dann ist da noch die Tatsache, dass ich Two Gallents letztes Jahr im White Trash noch recht rockig fand, also nicht so hinsetzgeeignet. Aber diesmal: die Gitarre akustisch, das Schlagzeug sparsam, und nach der Hälfte der Zeit noch eine junge Frau am Cello. Das Problem dabei: Nach drei Liedern kennt man schon alle Akkorde des Abends, der Gesang offenbart auch nix Neues mehr und man würde Gott weiss was dafür geben wenn das Tempo wenigstens ein bissl anziehen würde. Ich bin seit 4 Uhr früh auf den Beinen und muss aufstehen und rumlaufen um nicht wegzudösen. Und ich bin nicht der einzige der sich an den Rand stellt, selbst in der ersten Reihe werden Plätze frei. Und wie ich mich nach vorn setze und neben mich schaue: ja, da schläft tatsächlich einer. Genug gemotzt, die Musik war ja trotzdem schön, vor allem dank Cello. Vielleicht wenn ich wacher gewesen wäre? ps
Get Cape. Wear Cape. Fly
11. 05. 07 |
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Get Cape. Wear
Cape. Fly
20.03.2007 – Mercury Lounge, New York
Die Vorband verpasse ich, weil ich nicht damit rechne so früh im Club auftauchen zu müssen. Get Cape. Wear Cape. Fly spielt an diesem Abend in der Mercury Lounge nur die early show. Gegen 22 Uhr werden alle raus geschmissen damit die Veranstalter am selben Tag ein zweites Mal Eintritt nehmen können. Die späte Show mit Fujiya & Miyagi ist dann sogar ausverkauft, aber über diese Band berichte ich vielleicht ein anderes Mal. Zurück zum Auftritt von Sam Duckworth aka Get Cape. Wear Cape. Fly. Das Intro Magazin verwendet für diesen 20-jährigen Herrn aus Essex, nordöstlich von London, neben den Schubladen Indietronic, Folk und Pop auch das Wort Emo, berichtet von seiner Vergangenheit in Hardcore-Bands und wie eine rassistische Anmache den nicht ganz weiß aussehenden Sam zu einem Song inspiriert hat. Sein Album heißt: The Chronicles Of A Bohemian Teenager. Unter den Bildern auf seiner myspace-page findet sich ein Cover des „punk metal and rock“ Magazins Big Cheese aus London auf dem Sam neben Musikern von Coheed & Cambria und Thrice zu sehen ist und auf seiner regulären Webseite steht der Hinweis: „In his teenage years he served time in local hardcore bands, before realising that he could say more on his own.“ Dies alles sehe und lese ich nun erst im nachhinein. An jenem Abend in der Mercury Lounge sehe ich einen gut aussehenden jungen Mann mit seiner Gitarre auf die Bühne kommen. Im Saal ist noch relativ viel Platz. Es sind vielleicht 30 oder 40 Zuhörerinnen und Zuhörer gekommen. Bei manchen Liedern wird Sam von einem Schlagzeuger begleitet, bei anderen kommen die Beats aus dem Laptop und bei wieder anderen Liedern hört man nur Sams Stimme und Gitarre. Dass er beides sehr gut beherrscht merkt man recht schnell. Die schnelleren fröhlichen Stücke machen sogar richtig Spaß. Schwächer wird das Konzert, wenn Sams Stimme weinerlich wird und man bei den langsameren Stücken beginnt die Texte zu verstehen. Nach einem langen Monolog über Krieg, Frieden und George W. Bush und darüber dass diese Welt so viele Probleme hat, weil die Menschen zu wenig kommunizieren, kommt ein Song, der erklärt wie man alle Kriege und vor allem den Nahost-Konflikt beenden kann. Wie genau das ablaufen soll, habe ich mittlerweile wieder vergessen, aber die Lösung lag auch irgendwo im Bereich „mehr/bessere Kommunikation“. Dass „drüber reden“ hin und wieder nicht die schlechteste Möglichkeit ist, ist klar. Ob Sams politisches Engagement als Beweis für die von der neuen Spex aufgestellte These „The kids are alright“ herhalten kann, ob seine Appelle nur ein Spiegelbild der Amerikakritik des Alten Europas sind oder ob wie es Sven Regener in der taz formulierte Politik in der Popmusik sowieso nichts zu suchen hat, soll an anderer Stelle diskutiert werden. Die Position des Autors dieser Rezension ist dabei einigermaßen klar. robert
20.03.2007 – Mercury Lounge, New York
Die Vorband verpasse ich, weil ich nicht damit rechne so früh im Club auftauchen zu müssen. Get Cape. Wear Cape. Fly spielt an diesem Abend in der Mercury Lounge nur die early show. Gegen 22 Uhr werden alle raus geschmissen damit die Veranstalter am selben Tag ein zweites Mal Eintritt nehmen können. Die späte Show mit Fujiya & Miyagi ist dann sogar ausverkauft, aber über diese Band berichte ich vielleicht ein anderes Mal. Zurück zum Auftritt von Sam Duckworth aka Get Cape. Wear Cape. Fly. Das Intro Magazin verwendet für diesen 20-jährigen Herrn aus Essex, nordöstlich von London, neben den Schubladen Indietronic, Folk und Pop auch das Wort Emo, berichtet von seiner Vergangenheit in Hardcore-Bands und wie eine rassistische Anmache den nicht ganz weiß aussehenden Sam zu einem Song inspiriert hat. Sein Album heißt: The Chronicles Of A Bohemian Teenager. Unter den Bildern auf seiner myspace-page findet sich ein Cover des „punk metal and rock“ Magazins Big Cheese aus London auf dem Sam neben Musikern von Coheed & Cambria und Thrice zu sehen ist und auf seiner regulären Webseite steht der Hinweis: „In his teenage years he served time in local hardcore bands, before realising that he could say more on his own.“ Dies alles sehe und lese ich nun erst im nachhinein. An jenem Abend in der Mercury Lounge sehe ich einen gut aussehenden jungen Mann mit seiner Gitarre auf die Bühne kommen. Im Saal ist noch relativ viel Platz. Es sind vielleicht 30 oder 40 Zuhörerinnen und Zuhörer gekommen. Bei manchen Liedern wird Sam von einem Schlagzeuger begleitet, bei anderen kommen die Beats aus dem Laptop und bei wieder anderen Liedern hört man nur Sams Stimme und Gitarre. Dass er beides sehr gut beherrscht merkt man recht schnell. Die schnelleren fröhlichen Stücke machen sogar richtig Spaß. Schwächer wird das Konzert, wenn Sams Stimme weinerlich wird und man bei den langsameren Stücken beginnt die Texte zu verstehen. Nach einem langen Monolog über Krieg, Frieden und George W. Bush und darüber dass diese Welt so viele Probleme hat, weil die Menschen zu wenig kommunizieren, kommt ein Song, der erklärt wie man alle Kriege und vor allem den Nahost-Konflikt beenden kann. Wie genau das ablaufen soll, habe ich mittlerweile wieder vergessen, aber die Lösung lag auch irgendwo im Bereich „mehr/bessere Kommunikation“. Dass „drüber reden“ hin und wieder nicht die schlechteste Möglichkeit ist, ist klar. Ob Sams politisches Engagement als Beweis für die von der neuen Spex aufgestellte These „The kids are alright“ herhalten kann, ob seine Appelle nur ein Spiegelbild der Amerikakritik des Alten Europas sind oder ob wie es Sven Regener in der taz formulierte Politik in der Popmusik sowieso nichts zu suchen hat, soll an anderer Stelle diskutiert werden. Die Position des Autors dieser Rezension ist dabei einigermaßen klar. robert
Call Me Lightning, The Big Sleep...
11. 05. 07 |
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Call Me
Lightning, The Big Sleep, Les Savy Fav
01.04.2007 – The Bowery Ballroom, New York
»Frenchkiss Records veranstaltet ein Showcase im Bowery Ballroom in New Yorks Lower East Side. Die Halle ist ausverkauft. Es sind etwa 800 Leute da. Als erstes kommen die drei Jungs von Call Me Lightning aus Wisconsin auf die Bühne. Es wird laut. Es geht nach vorne. Zwischendurch wird sogar geschrien. Mit Soft Skeletons haben sie kürzlich ein tanzbares und insgesamt sehr grandioses Indierock Album veröffentlicht. Der Hit Billion Eyes bringt mich zum mitsingen oder eher mitgrölen. Ich beginne mich selbst zu eher frühen Stunde des Abends zur sehr rhythmusbetonten Musik zu bewegen. Im Mai sind Call Me Lightning in den Vereinigten Staaten mit Pretty Girls Make Graves auf deren Abschiedstour unterwegs. Zu dumm für alle, die auf dem falschen Kontinent wohnen. Die zweite Band ist The Big Sleep. Ein Mann versteckt sich hinter seinen langen schwarzen Haaren und spielt Gitarre. Eine Frau mit der gleichen Frisur spielt Bass und steht am Keyboard. Im Hintergrund sitzt ein Mann an einem Schlagzeug. Verzerrer kommen zum Einsatz. Es wird psychedelischer. Die Frau spricht bei ein paar Songs ins Mikrophon, wirkt dabei sehr schüchtern. Ansonsten steht die Gitarre eindeutig im Vordergrund. Die Band kommt aus Brooklyn. Die Musik ist weniger zum tanzen. Es geht mehr darum sich an die Gitarrenwände anzulehnen und fallen zu lassen. Ich bin wegen der dritten Band gekommen und doch froh früh genug dort zu sein um die ersten beiden Bands mitbekommen zu haben. Auf der Bühne wird umgebaut. Zwischen den Leuten, die Instrumente hin und her tragen, taucht der Sänger von Les Savy Fav Tim Harrington auf. Er hat ein Handy am Ohr. Er trägt ein schickes Jacket, dazu einen farbigen Schal. Die Show beginnt schon während der Umbaupause. Er tut wie ein geschäftiger Manager, schaut mehrfach auf die Uhr, spricht zwischendurch affektiert mit einigen Umbauhelfern und wirft seinen Schal gekonnt umher. Schließlich ist es nochmal kurz ruhig auf der Bühne bevor die anderen drei Bandmitglieder vors Publikum treten. Harrington kommt zurück auf die Bühne, während die Musik bereits spielt. Er trägt nun ein grell-gelbes Indianerkostüm mit Federschmuck und widmet das erste Lied den „native-americans“ im Raum. Kurz darauf kündigt er an: „this is our last song“. Er springt umher. Er ist nicht gerade von schmaler Statur und schleudert seine gesamte Körpermasse über die Bühne. Er verheddert sich im Mikrophonkabel. Relativ früh kommt mein Lieblingshit „yawn, yawn, yawn“. Harrington hat zu dieser Zeit schon sein Kostüm durchgeschwizt und beginnt sich auszuziehen. Er wirft immer wieder das Mikrophonkabel ins Publikum um dann hinterher zu springen. Er wälzt sich auf dem Boden zwischen den Fans. Er winkt einen am Rande stehenden Kameramann zu sich und küsst ihn lange auf den Mund. Er fragt das Publikum nach einem Stift. Die erste Reihe darf auf seinen Körper malen. Mittlerweile hat er nur noch eine ziemlich hässliche weiße Unterhose an. Nicht viele Stellen seines Körpers bleiben unberührt. Der Rest der Band spielt währenddessen die ganze Zeit relativ teilnahmslos. Es gibt ein paar neue Stücke. Nach der Singlezusammenstellung Inches aus dem Jahr 2004 soll bald endlich ein neues Album folgen. Das Publikum tanzt für amerikanische Verhältnisse sehr ausgelassen. Les Savy Fav sind aus New York und spielen Indierock der lauteren Sorte. Man hört post-punk und art-punk Einflüsse. In den Vereinigten Staaten sind sie unter anderem aufgrund ihrer seltenen Auftritte legendär. Ich bin glücklich solch einem Ereignis beiwohnen zu dürfen. Sehr viel Spaß für 18 Dollar. Ob ich von diesem Abend noch meinen Enkeln erzählen werde? Ich glaube schon! Robert
01.04.2007 – The Bowery Ballroom, New York
»Frenchkiss Records veranstaltet ein Showcase im Bowery Ballroom in New Yorks Lower East Side. Die Halle ist ausverkauft. Es sind etwa 800 Leute da. Als erstes kommen die drei Jungs von Call Me Lightning aus Wisconsin auf die Bühne. Es wird laut. Es geht nach vorne. Zwischendurch wird sogar geschrien. Mit Soft Skeletons haben sie kürzlich ein tanzbares und insgesamt sehr grandioses Indierock Album veröffentlicht. Der Hit Billion Eyes bringt mich zum mitsingen oder eher mitgrölen. Ich beginne mich selbst zu eher frühen Stunde des Abends zur sehr rhythmusbetonten Musik zu bewegen. Im Mai sind Call Me Lightning in den Vereinigten Staaten mit Pretty Girls Make Graves auf deren Abschiedstour unterwegs. Zu dumm für alle, die auf dem falschen Kontinent wohnen. Die zweite Band ist The Big Sleep. Ein Mann versteckt sich hinter seinen langen schwarzen Haaren und spielt Gitarre. Eine Frau mit der gleichen Frisur spielt Bass und steht am Keyboard. Im Hintergrund sitzt ein Mann an einem Schlagzeug. Verzerrer kommen zum Einsatz. Es wird psychedelischer. Die Frau spricht bei ein paar Songs ins Mikrophon, wirkt dabei sehr schüchtern. Ansonsten steht die Gitarre eindeutig im Vordergrund. Die Band kommt aus Brooklyn. Die Musik ist weniger zum tanzen. Es geht mehr darum sich an die Gitarrenwände anzulehnen und fallen zu lassen. Ich bin wegen der dritten Band gekommen und doch froh früh genug dort zu sein um die ersten beiden Bands mitbekommen zu haben. Auf der Bühne wird umgebaut. Zwischen den Leuten, die Instrumente hin und her tragen, taucht der Sänger von Les Savy Fav Tim Harrington auf. Er hat ein Handy am Ohr. Er trägt ein schickes Jacket, dazu einen farbigen Schal. Die Show beginnt schon während der Umbaupause. Er tut wie ein geschäftiger Manager, schaut mehrfach auf die Uhr, spricht zwischendurch affektiert mit einigen Umbauhelfern und wirft seinen Schal gekonnt umher. Schließlich ist es nochmal kurz ruhig auf der Bühne bevor die anderen drei Bandmitglieder vors Publikum treten. Harrington kommt zurück auf die Bühne, während die Musik bereits spielt. Er trägt nun ein grell-gelbes Indianerkostüm mit Federschmuck und widmet das erste Lied den „native-americans“ im Raum. Kurz darauf kündigt er an: „this is our last song“. Er springt umher. Er ist nicht gerade von schmaler Statur und schleudert seine gesamte Körpermasse über die Bühne. Er verheddert sich im Mikrophonkabel. Relativ früh kommt mein Lieblingshit „yawn, yawn, yawn“. Harrington hat zu dieser Zeit schon sein Kostüm durchgeschwizt und beginnt sich auszuziehen. Er wirft immer wieder das Mikrophonkabel ins Publikum um dann hinterher zu springen. Er wälzt sich auf dem Boden zwischen den Fans. Er winkt einen am Rande stehenden Kameramann zu sich und küsst ihn lange auf den Mund. Er fragt das Publikum nach einem Stift. Die erste Reihe darf auf seinen Körper malen. Mittlerweile hat er nur noch eine ziemlich hässliche weiße Unterhose an. Nicht viele Stellen seines Körpers bleiben unberührt. Der Rest der Band spielt währenddessen die ganze Zeit relativ teilnahmslos. Es gibt ein paar neue Stücke. Nach der Singlezusammenstellung Inches aus dem Jahr 2004 soll bald endlich ein neues Album folgen. Das Publikum tanzt für amerikanische Verhältnisse sehr ausgelassen. Les Savy Fav sind aus New York und spielen Indierock der lauteren Sorte. Man hört post-punk und art-punk Einflüsse. In den Vereinigten Staaten sind sie unter anderem aufgrund ihrer seltenen Auftritte legendär. Ich bin glücklich solch einem Ereignis beiwohnen zu dürfen. Sehr viel Spaß für 18 Dollar. Ob ich von diesem Abend noch meinen Enkeln erzählen werde? Ich glaube schon! Robert
Malcolm Middleton
04. 05. 07 |
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Malcolm
Middleton
30. April 2007 im Magnet (B)
Im Magnet habe ich seinerzeit (okay, letztes Jahr) Arab Strap gesehen, ein eher durchwachsenes Konzert mit mäßigem Sound und einem gelangweilten Malcolm Middleton, der sich während des Saiten-zupfens die Mitteilungen auf der Bühnentür durchgelesen hat. Auch die Vorband (Lucas in Love oder so ähnlich) war unterirdisch. Meine Erwartungen waren also relativ weit unten, aber nachdem das Album „A Brighter Beat“ schon sehr überraschend war, ging ich mit einem zarten Pflänzchen Hoffnung im Herzen zum Konzert.
Am Ende war es richtig geil. Fing schon mit dem Publikum an, war nicht so schrecklich voll dass man Probleme gehabt hätte das Bier in die erste Reihe zu kriegen, aber auch nicht so leer dass man sich vorm Künstler allein vorgekommen wäre. Danach die Vor-“band“: Strike The Colours. Im Prinzip Jenny Reeve solo, nur hin und wieder unterstützt von Stevie Jones an der Gitarre, wenn sie Geige spielt. Herrlich. Beide spielen auch in der Band von Malcolm Middleton, also nicht die schlechteste Support-Wahl.
Nach kurzer Pause gehts dann zum Hauptact - Malcolm himself. Er schaut schon ein wenig griesgrämig drein, aber dann gehts schon mal vorwärts mit E-Gitarre und ordentlich Druck vom Schlagzeug. Die Texte bleiben natürlich traurig bis melancholisch, und zwischen den Liedern verdreht er auch schon mal die Augen wenn eines seiner Bandmitglieder irgendwas nicht ganz so schnell und richtig macht wie er es gern hätte, aber je länger der Abend desto öfter ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht. Mein kleiner persönlicher Höhepunkt des Abends: Fight Like The Night, im Duett mit Jenny Reeve: to die for. Das Publikum übersät mit verträumten Gesichtern, wenn schon nicht tanzend, dann wenigstens kopfnickend. Er spielt hauptsächlich vom neuen Album, ich vermisse mein Favorit „Speed On The M9“, aber das hätte auch nicht so gut reingepasst, also sei´s drum. Nach dem Konzert schaffe ich es noch ihn und seine Bandmitglieder auf dem Tourplakat signieren zu lassen, und wisst ihr was? Er hat gelächelt. bah
30. April 2007 im Magnet (B)
Im Magnet habe ich seinerzeit (okay, letztes Jahr) Arab Strap gesehen, ein eher durchwachsenes Konzert mit mäßigem Sound und einem gelangweilten Malcolm Middleton, der sich während des Saiten-zupfens die Mitteilungen auf der Bühnentür durchgelesen hat. Auch die Vorband (Lucas in Love oder so ähnlich) war unterirdisch. Meine Erwartungen waren also relativ weit unten, aber nachdem das Album „A Brighter Beat“ schon sehr überraschend war, ging ich mit einem zarten Pflänzchen Hoffnung im Herzen zum Konzert.
Am Ende war es richtig geil. Fing schon mit dem Publikum an, war nicht so schrecklich voll dass man Probleme gehabt hätte das Bier in die erste Reihe zu kriegen, aber auch nicht so leer dass man sich vorm Künstler allein vorgekommen wäre. Danach die Vor-“band“: Strike The Colours. Im Prinzip Jenny Reeve solo, nur hin und wieder unterstützt von Stevie Jones an der Gitarre, wenn sie Geige spielt. Herrlich. Beide spielen auch in der Band von Malcolm Middleton, also nicht die schlechteste Support-Wahl.
Nach kurzer Pause gehts dann zum Hauptact - Malcolm himself. Er schaut schon ein wenig griesgrämig drein, aber dann gehts schon mal vorwärts mit E-Gitarre und ordentlich Druck vom Schlagzeug. Die Texte bleiben natürlich traurig bis melancholisch, und zwischen den Liedern verdreht er auch schon mal die Augen wenn eines seiner Bandmitglieder irgendwas nicht ganz so schnell und richtig macht wie er es gern hätte, aber je länger der Abend desto öfter ein kleines Lächeln auf seinem Gesicht. Mein kleiner persönlicher Höhepunkt des Abends: Fight Like The Night, im Duett mit Jenny Reeve: to die for. Das Publikum übersät mit verträumten Gesichtern, wenn schon nicht tanzend, dann wenigstens kopfnickend. Er spielt hauptsächlich vom neuen Album, ich vermisse mein Favorit „Speed On The M9“, aber das hätte auch nicht so gut reingepasst, also sei´s drum. Nach dem Konzert schaffe ich es noch ihn und seine Bandmitglieder auf dem Tourplakat signieren zu lassen, und wisst ihr was? Er hat gelächelt. bah
OLD ist always 15 years older than I am
22. 04. 07 |
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The Appleseed
Cast – 17.03.2007 - Knitting Factory, New York, NY
Meine Liebe zu The Appleseed Cast ist eher jung. Es war das Immergutfestival 2006, das mich auf die Idee brachte mir die Musik dieser Band aus Kansas etwas genauer anzuhören. Als erstes verliebte ich mich in die wunderschön tragischen Popsongs des Albums Two Conversations. Mittlerweile mag ich die lauteren weniger eingängigen Songs des aktuellen Albums Perregrine jedoch noch etwas lieber. Es sollte mein erstes Konzert in New York, mein erstes Konzert überhaupt in den Vereinigten Staaten von Amerika werden. Ich war daher über das Musikerlebnis hinaus gespannt wie sich die Besonderheiten der amerikanischen Ausgehkultur in Bezug auf Alkohol, Rauchen und Waffenbesitz in der Praxis auswirken. Naja, um schnell wieder zurück zur Musik zu kommen: um Alkohol trinken zu dürfen musste ich dem Doorman meinen Reisepass zeigen und bekam dafür ein Festivalbändchen mit der Aufschrift 21+, das Rauchverbot machte sich spätestens gegen Ende des Konzerts durch die frische Luft bemerkbar und einen Schusswechsel oder gar Amoklauf habe ich nicht mitbekommen.
Die Band startete mit Ceremony, dem instrumentalen Opener des aktuellen Albums. Schnell wurde mir wieder bewusst wie viel Spaß laute Gitarren machen können. Wikipedia beschreibt The Appleseed Cast als Post-Rock-Band mit Emo oder Emocore Einflüssen. Diese Einflüsse wurden während des gesamten Konzerts und vor allem bei den sehr lauten Interpretationen der zumindest auf dem Album sehr ruhig geratenen Hits Hanging Marionette und Fight Song deutlich. Die Stimme des vollbärtigen Sängers Chris Crisci war häufig kaum zu verstehen und stand im Gegensatz zum Album gegenüber den Gitarren eher im Hintergrund. Nach etwa der Hälfte verließen ein paar junge Indiemädchen, die sich vielleicht etwa anderes erwartet oder erhofft hatten oder einfach nur früher im Bett sein mussten, den Club. „OLD ist always 15 years older than I am“ stand auf dem T-Shirt des Herrn am anderen Ende der Altersskala des Abends, dem Gitarristen Aaron Pillar. Es war sein Geburtstag und er musste mehrmals darauf hinweisen, dass er sich sehr unwohl fühle schon so alt zu sein. Naja, solange es noch reicht reichlich Krach zu machen, soll mir das Alter egal sein und laute Gitarren hatte ich genügend im Ohr auf meinem Heimweg durch die New Yorker Nacht.
Meine Liebe zu The Appleseed Cast ist eher jung. Es war das Immergutfestival 2006, das mich auf die Idee brachte mir die Musik dieser Band aus Kansas etwas genauer anzuhören. Als erstes verliebte ich mich in die wunderschön tragischen Popsongs des Albums Two Conversations. Mittlerweile mag ich die lauteren weniger eingängigen Songs des aktuellen Albums Perregrine jedoch noch etwas lieber. Es sollte mein erstes Konzert in New York, mein erstes Konzert überhaupt in den Vereinigten Staaten von Amerika werden. Ich war daher über das Musikerlebnis hinaus gespannt wie sich die Besonderheiten der amerikanischen Ausgehkultur in Bezug auf Alkohol, Rauchen und Waffenbesitz in der Praxis auswirken. Naja, um schnell wieder zurück zur Musik zu kommen: um Alkohol trinken zu dürfen musste ich dem Doorman meinen Reisepass zeigen und bekam dafür ein Festivalbändchen mit der Aufschrift 21+, das Rauchverbot machte sich spätestens gegen Ende des Konzerts durch die frische Luft bemerkbar und einen Schusswechsel oder gar Amoklauf habe ich nicht mitbekommen.
Die Band startete mit Ceremony, dem instrumentalen Opener des aktuellen Albums. Schnell wurde mir wieder bewusst wie viel Spaß laute Gitarren machen können. Wikipedia beschreibt The Appleseed Cast als Post-Rock-Band mit Emo oder Emocore Einflüssen. Diese Einflüsse wurden während des gesamten Konzerts und vor allem bei den sehr lauten Interpretationen der zumindest auf dem Album sehr ruhig geratenen Hits Hanging Marionette und Fight Song deutlich. Die Stimme des vollbärtigen Sängers Chris Crisci war häufig kaum zu verstehen und stand im Gegensatz zum Album gegenüber den Gitarren eher im Hintergrund. Nach etwa der Hälfte verließen ein paar junge Indiemädchen, die sich vielleicht etwa anderes erwartet oder erhofft hatten oder einfach nur früher im Bett sein mussten, den Club. „OLD ist always 15 years older than I am“ stand auf dem T-Shirt des Herrn am anderen Ende der Altersskala des Abends, dem Gitarristen Aaron Pillar. Es war sein Geburtstag und er musste mehrmals darauf hinweisen, dass er sich sehr unwohl fühle schon so alt zu sein. Naja, solange es noch reicht reichlich Krach zu machen, soll mir das Alter egal sein und laute Gitarren hatte ich genügend im Ohr auf meinem Heimweg durch die New Yorker Nacht.
The Blow, Deerhoof
20. 04. 07 |
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The Blow,
Deerhoof
15.04.2007 im Festsaal Kreuzberg, Berlin
Der Festsaal Kreuzberg ist der einzige Berliner Indieclub, der noch wirklich Indie ist. So wie in den 90ern, oder wars in den 80ern? Naja, irgendwo hab ich das so gelesen. Letztendlich war es dann doch auch nicht anders als bei einem normalen Indiekonzert im Magnet und dabei auch so sehr Teil gewöhnlicher Kulturindustrie, dass sogar die FAZ davon gehört hatte und anschließend eine ausführliche Konzertrezension veröffentlichte. Der Artikel widmet sich dann unter der Überschrift „Noise gegen Neues“ auch genau dieser Frage der Abgrenzung zwischen Pop und Aufbruch und der Authentizität für die der Begriff „Indie“ ja meistens stehen soll . Deerhoof werden als „Castingband des intellektuellen Postpop“ und „Hochdruckakademiker“ beschimpft.
„‘Festsaal Kreuzberg‘ in Berlin, nicht mal richtig proppenvoll ist der Laden, wie es sich doch für eine Insider-Kultband gehören würde, welche angeblich von ‚Sonic Youth‘, Matt Groening und vielen anderen Koryphäen verehrt wird und welche sich dem stetigen Umbruch verschrieben hat, dem Aufbrechen des Pop: ‚Deerhoof‘, neun Alben alt und aus San Francisco stammend, sind die Freejazzer des Noise, sie sind die stetigen Interruptoren der eigenen Lieder, mit einiger Hartnäckigkeit trachten sie nach der Zusammenzwingung des Unvereinbaren: Gut, dass sie nur zu dritt sind. Mehr Streben in die Exzentrik kann keine Bühne verkraften.“ Das in der Überschrift des FAZ-Artikels angesprochene „Neue“ war an diesem Abend The Blow. Die Vorband, die eigentlich aus zwei Personen besteht, aber an diesem Abend nur mit der Sängerin angetreten war. Die FAZ findet hierfür folgende Formulierungen: „Ein Lo-Fi-Elektropopduo aus Sängerin und Frickler; zarter, doch konziser Gesang mit hypnotischer Schlichtheit untendrunter, und um das Minimalismusglück noch komplett zu machen, war Sängerin Khaela Maricich am Sonntag ganz alleine da“ (FAZ.net, 17.04.2007) Wenn Schlichtheit so super ist und Intellektuelle von vorne herein der fehlenden Authentizität verdächtigt werden, frage ich mich etwas warum die FAZ so ist wie sie ist -- aber egal. Ansonsten mögen die Beobachtungen der FAZ ja durchaus zutreffen. Meine Verstrickungen in bestimmte Subkulturen und das von mir unterbewusst verinnerlichte Bild von Deerhoof als „Insider-Kultband“ lassen mich das Konzert sicherlich nicht so „objektiv“ rezensieren wie einen Autoren der FAZ und zwingen mich zu einer Distanzierung von der FAZ-Kritik. Deshalb nun in der geforderten Schlichtheit: Konzert war super. Ich hatte Spaß und ich war von der intellektuellen Komplexität der Musik von Deerhoof überfordert, fasziniert und berauscht. Pop, Aufbruch, Intellektualismus, Schlichtheit, Authentizität, deren Widersprüche und deren Bedeutung für die Kulturindustrie werden morgen mit ‚nem Bier in der Hand von mir zu Ende reflektiert... robert
15.04.2007 im Festsaal Kreuzberg, Berlin
Der Festsaal Kreuzberg ist der einzige Berliner Indieclub, der noch wirklich Indie ist. So wie in den 90ern, oder wars in den 80ern? Naja, irgendwo hab ich das so gelesen. Letztendlich war es dann doch auch nicht anders als bei einem normalen Indiekonzert im Magnet und dabei auch so sehr Teil gewöhnlicher Kulturindustrie, dass sogar die FAZ davon gehört hatte und anschließend eine ausführliche Konzertrezension veröffentlichte. Der Artikel widmet sich dann unter der Überschrift „Noise gegen Neues“ auch genau dieser Frage der Abgrenzung zwischen Pop und Aufbruch und der Authentizität für die der Begriff „Indie“ ja meistens stehen soll . Deerhoof werden als „Castingband des intellektuellen Postpop“ und „Hochdruckakademiker“ beschimpft.
„‘Festsaal Kreuzberg‘ in Berlin, nicht mal richtig proppenvoll ist der Laden, wie es sich doch für eine Insider-Kultband gehören würde, welche angeblich von ‚Sonic Youth‘, Matt Groening und vielen anderen Koryphäen verehrt wird und welche sich dem stetigen Umbruch verschrieben hat, dem Aufbrechen des Pop: ‚Deerhoof‘, neun Alben alt und aus San Francisco stammend, sind die Freejazzer des Noise, sie sind die stetigen Interruptoren der eigenen Lieder, mit einiger Hartnäckigkeit trachten sie nach der Zusammenzwingung des Unvereinbaren: Gut, dass sie nur zu dritt sind. Mehr Streben in die Exzentrik kann keine Bühne verkraften.“ Das in der Überschrift des FAZ-Artikels angesprochene „Neue“ war an diesem Abend The Blow. Die Vorband, die eigentlich aus zwei Personen besteht, aber an diesem Abend nur mit der Sängerin angetreten war. Die FAZ findet hierfür folgende Formulierungen: „Ein Lo-Fi-Elektropopduo aus Sängerin und Frickler; zarter, doch konziser Gesang mit hypnotischer Schlichtheit untendrunter, und um das Minimalismusglück noch komplett zu machen, war Sängerin Khaela Maricich am Sonntag ganz alleine da“ (FAZ.net, 17.04.2007) Wenn Schlichtheit so super ist und Intellektuelle von vorne herein der fehlenden Authentizität verdächtigt werden, frage ich mich etwas warum die FAZ so ist wie sie ist -- aber egal. Ansonsten mögen die Beobachtungen der FAZ ja durchaus zutreffen. Meine Verstrickungen in bestimmte Subkulturen und das von mir unterbewusst verinnerlichte Bild von Deerhoof als „Insider-Kultband“ lassen mich das Konzert sicherlich nicht so „objektiv“ rezensieren wie einen Autoren der FAZ und zwingen mich zu einer Distanzierung von der FAZ-Kritik. Deshalb nun in der geforderten Schlichtheit: Konzert war super. Ich hatte Spaß und ich war von der intellektuellen Komplexität der Musik von Deerhoof überfordert, fasziniert und berauscht. Pop, Aufbruch, Intellektualismus, Schlichtheit, Authentizität, deren Widersprüche und deren Bedeutung für die Kulturindustrie werden morgen mit ‚nem Bier in der Hand von mir zu Ende reflektiert... robert
Joan As Police Woman
14. 04. 07 |
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Joan As Police
Woman
in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend. ps
in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend. ps
Joan As Police Woman
11. 04. 07 |
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Joan As Police
Woman in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend.
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend.
The Killers live
04. 04. 07 |
Link
„the killers“ in der
Arena Treptow Berlin - 10.03.07
Ja, die nun schon sehr groß gewordenen Killers traten in Berlin auf und wir dabei. Ich muss zugeben, dass das mein bisher "größtes" Konzert war und das ich anfangs auch etwas skeptisch war, schließlich hatt ich meine Karte für die Columbia Halle, wo ca. 2000 Leute reingehen gekauft, aber das is ja dann auf 8000 Köpfe gestiegen…
Wir standen pünktlich wie die Maurer kurz vor 20 Uhr am Einlass, wurden gefilzt, haben die Jacken abgegeben und sind gen Bühne gestürmt. Allzu viele Menschen waren noch nicht drin in der Halle, aber man merkte wie die Spannung stieg und die Luft immer unerträglicher wurde.
Halb 9 standen auch schon "Mumm Ra" auf der Bühne, eine fantastische 5-köpfige Band - wieder mal ein UK-Import. Die Musik sehr verspielt und doch absolut rockbar, versetzte den ein oder anderen schon in Tanzwut und das Adrenalin begann zu steigen. Leider gibt es z.Z. noch kein Album, wer sich aber trotzdem schon Musik von Mumm Ra vom Plattenteller wünscht, sollte nicht auf die EP „black hurts days and the night rolls on“ verzichten!
Es folgten Umbauaktionen, Instrumententests und so allerlei Warteschleifen, ein Song nach dem anderen kam aus der Box und man wurde immer hibbeliger.
Als Brandon Flowers, Dave Brent Keuning, Ronnie Vanucci Jr. und Mark Stoermer dann endlich auf die Bühne kamen, sah man nicht viel, denn es wurde eine große Leinwand hochgefahren eine Art Diashow-Film ala "Sams Town" lief unter den ersten Tönen und lautem Gekreische ab. Mit einem Peng dann freie Sicht und volle Dröhnung KILLERS, die diesen Abend durch einen Mann verstärkt wurden.
„We hope you enjoy your stay, it’s good to have you with us, even if it’s just for a day.“ – Ob man sich bei solchen Begrüßungsworten nicht auch ein bisschen geschmeichelt fühlt? Ich mein, man weiß ja so ca. wie das Bizz läuft, aber an diesem Abend lässt man sich einfach mal fallen. Alle drängeln gen Bühne und wir schaffen es tatsächlich jedes Lied ein Stückchen vorzurücken. Die Killers wussten auf jeden Fall wie sie uns so langsam weich kochen konnten, denn bei “when you were young” konnte keiner mehr stillstehen”. Es wurden natürlich alle Hits performed und bei keinem Lied gabs mehr ein Atemholen. Abschluss dann mit „exitlude“ und einem 2.x „when you were young“! So gut „Sams Town“ auch sein mag, am meisten geflasht hat uns immer noch der gute, alte „mr. brightside“, das Lächeln „smile like you mean it“ und die Freundin „jenny was a friend of mine“ – ich glaub ich bin mit den anderen 7999 Leuten 5m hochgehopst und das, ohne mir etwas zu brechen :*)
Nach 1 ½ h und 5 Zugaben sind die Killers dann doch nicht mehr auf die Bühne gekommen, ich schätze mal der Gitarrist, war dazu auch nicht mehr in der Lage…!
Schweißtriefend liefen wir zur Bar, denn nix zu Trinken mitzunehmen, war ein großer Fehler, aber wer drängelt bekommt schneller sein Wasser ;-) Wir haben neugieriger Weise noch nach Merchandise geschaut. Eine Frechheit sage ich, da werden 30 € für ein T-shirt verlangt und das war noch das billigste – nicht mit uns! Lustig war natürlich, das einem draußen
T-shirts für 10 € angeboten wurden…wo die wohl herkamen :*) ?
Es war ein toller Abend, er wird in meinem Leib eingebrannt bleiben.
eure Killer-bea :*)
Ja, die nun schon sehr groß gewordenen Killers traten in Berlin auf und wir dabei. Ich muss zugeben, dass das mein bisher "größtes" Konzert war und das ich anfangs auch etwas skeptisch war, schließlich hatt ich meine Karte für die Columbia Halle, wo ca. 2000 Leute reingehen gekauft, aber das is ja dann auf 8000 Köpfe gestiegen…
Wir standen pünktlich wie die Maurer kurz vor 20 Uhr am Einlass, wurden gefilzt, haben die Jacken abgegeben und sind gen Bühne gestürmt. Allzu viele Menschen waren noch nicht drin in der Halle, aber man merkte wie die Spannung stieg und die Luft immer unerträglicher wurde.
Halb 9 standen auch schon "Mumm Ra" auf der Bühne, eine fantastische 5-köpfige Band - wieder mal ein UK-Import. Die Musik sehr verspielt und doch absolut rockbar, versetzte den ein oder anderen schon in Tanzwut und das Adrenalin begann zu steigen. Leider gibt es z.Z. noch kein Album, wer sich aber trotzdem schon Musik von Mumm Ra vom Plattenteller wünscht, sollte nicht auf die EP „black hurts days and the night rolls on“ verzichten!
Es folgten Umbauaktionen, Instrumententests und so allerlei Warteschleifen, ein Song nach dem anderen kam aus der Box und man wurde immer hibbeliger.
Als Brandon Flowers, Dave Brent Keuning, Ronnie Vanucci Jr. und Mark Stoermer dann endlich auf die Bühne kamen, sah man nicht viel, denn es wurde eine große Leinwand hochgefahren eine Art Diashow-Film ala "Sams Town" lief unter den ersten Tönen und lautem Gekreische ab. Mit einem Peng dann freie Sicht und volle Dröhnung KILLERS, die diesen Abend durch einen Mann verstärkt wurden.
„We hope you enjoy your stay, it’s good to have you with us, even if it’s just for a day.“ – Ob man sich bei solchen Begrüßungsworten nicht auch ein bisschen geschmeichelt fühlt? Ich mein, man weiß ja so ca. wie das Bizz läuft, aber an diesem Abend lässt man sich einfach mal fallen. Alle drängeln gen Bühne und wir schaffen es tatsächlich jedes Lied ein Stückchen vorzurücken. Die Killers wussten auf jeden Fall wie sie uns so langsam weich kochen konnten, denn bei “when you were young” konnte keiner mehr stillstehen”. Es wurden natürlich alle Hits performed und bei keinem Lied gabs mehr ein Atemholen. Abschluss dann mit „exitlude“ und einem 2.x „when you were young“! So gut „Sams Town“ auch sein mag, am meisten geflasht hat uns immer noch der gute, alte „mr. brightside“, das Lächeln „smile like you mean it“ und die Freundin „jenny was a friend of mine“ – ich glaub ich bin mit den anderen 7999 Leuten 5m hochgehopst und das, ohne mir etwas zu brechen :*)
Nach 1 ½ h und 5 Zugaben sind die Killers dann doch nicht mehr auf die Bühne gekommen, ich schätze mal der Gitarrist, war dazu auch nicht mehr in der Lage…!
Schweißtriefend liefen wir zur Bar, denn nix zu Trinken mitzunehmen, war ein großer Fehler, aber wer drängelt bekommt schneller sein Wasser ;-) Wir haben neugieriger Weise noch nach Merchandise geschaut. Eine Frechheit sage ich, da werden 30 € für ein T-shirt verlangt und das war noch das billigste – nicht mit uns! Lustig war natürlich, das einem draußen
T-shirts für 10 € angeboten wurden…wo die wohl herkamen :*) ?
Es war ein toller Abend, er wird in meinem Leib eingebrannt bleiben.
eure Killer-bea :*)
Ein Leben in den Songs von Tele
02. 04. 07 |
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Tele 30. 03. 2007 - Ilses
Erika, Leipzig
Es war ein großartiger Tag, nicht, weil er es wirklich war, aber weil er es im Nachhinein wurde. Zum einen erschien die neue Beatsteaksplatte (siehe da) und dann hatten die Leipziger Wettermacher eine süßliche Sonne an den noch etwas verkühlten Parkhimmel geklebt, wo zum Beispiel Sumsum den Geburtstag ihrer Drummerin feierten und wo unter anderem deren Gitarrist das Seiltanzen lernte und nachher fuhr gefühlt halb Leipzig in die beengten Mauern der Ilse. Und während man noch sein Fahrrad abschloß, latschte Francesco mit Rucksack um die Ecke und hatte sich auch heute nicht rasiert, hach, herrlich. Als sich dann alle Gäste heringsgleich vor die kleine Bühne gezwängt hatten, versuchten Tele, eben jene zu erklimmen. Dann ging es los, ein unglaublich guter Sound nahm sofort Besitz von den Anwesenden, Francesco wand sich am Mikro auf die bewährte charmante Art und seiner Band gelang es, sich frei zu machen von jeglicher Enge und zu spielen als ob es kein morgen gäbe. An Tanzen war kaum zu denken, aber die Münder wurden bewegt, zu einem jeden Song, ob er nun von der aktuellen oder den älteren Platten stammte - sie alle funktionierten wunderbar. Einmal mehr bewiesen die Jungs, dass sie musikalisch viel subtiler agieren, als man es beim leicht dahergesagten "Deutsch-Pop" vermuten könnte. Dabei springt die Spielfreude auf die Zuhörenden über und in Ermangelung von Gitarren und anderen Instrumenten wird mit Händen, Augen, Füßen, Gedanken und lächelnden Mundwinkeln mitgespielt. Nach kurzer Zeit war die Temperatur weit über die im feindosiert revolutziösen "Fieber" besungenen Wärmegrade gestiegen und Teleschweiß mischte sich am Bühnenboden mit Bier und Begeisterungsrufen glühender Fans und neuer Freunde. Für die obligatorischen Popmiezen am Bühnenrand war es genauso ein Erlebnis wie für die etwas ruhiger beobachtenden Musiker, die sich über eingestreute Synkopen und Breaks genauso freuten, wie über ein minutenlanges, virtuoses Basssolo und die mehrstimmigen Begleitungen zu Francescos Gesangsakrobatik. Ganz wichtig an Telegigs wurde auch hier das Publikum mit einbezogen in das, was auf der Bühne geschah, so dass es sich irgendwann nach Wohnzimmerkonzert erster Güte anfühlte. Natürlich war nach 14 Songs noch nicht ans Aufhören zu denken, auch wenn die Musiker echt wie Kim Frank erschöpft zu sein schienen. Da sie gar nicht weit weg laufen konnten von der Bühne, wurde kurzerhand weitergespielt, noch ein zwei Songs von "Wir brauchen nichts" und auch gerne eine dritte Zugabe, für die dann noch extra eine neue Snare aufgebaut wurde. Glückseeligkeit allenthalben nach der Show, sowohl bei Band als auch beim Publikum - alle zufrieden, alles gut. Nachher erwischte ich dann noch Tobi beim Gitarre abbauen und auch Francesco beim Biertrinken, wahrscheinlich habe ich in meiner Euphorie und Dankbarkeit für die Texte und Musik etwas unpassend gewirkt, aber das musste dann wirklich einfach mal raus. Den Rest der Nacht habe ich an "Rio de Janeiro" und Norddeutsche Hafenstädte gedacht. Und Songs geschrieben...
Es war ein großartiger Tag, nicht, weil er es wirklich war, aber weil er es im Nachhinein wurde. Zum einen erschien die neue Beatsteaksplatte (siehe da) und dann hatten die Leipziger Wettermacher eine süßliche Sonne an den noch etwas verkühlten Parkhimmel geklebt, wo zum Beispiel Sumsum den Geburtstag ihrer Drummerin feierten und wo unter anderem deren Gitarrist das Seiltanzen lernte und nachher fuhr gefühlt halb Leipzig in die beengten Mauern der Ilse. Und während man noch sein Fahrrad abschloß, latschte Francesco mit Rucksack um die Ecke und hatte sich auch heute nicht rasiert, hach, herrlich. Als sich dann alle Gäste heringsgleich vor die kleine Bühne gezwängt hatten, versuchten Tele, eben jene zu erklimmen. Dann ging es los, ein unglaublich guter Sound nahm sofort Besitz von den Anwesenden, Francesco wand sich am Mikro auf die bewährte charmante Art und seiner Band gelang es, sich frei zu machen von jeglicher Enge und zu spielen als ob es kein morgen gäbe. An Tanzen war kaum zu denken, aber die Münder wurden bewegt, zu einem jeden Song, ob er nun von der aktuellen oder den älteren Platten stammte - sie alle funktionierten wunderbar. Einmal mehr bewiesen die Jungs, dass sie musikalisch viel subtiler agieren, als man es beim leicht dahergesagten "Deutsch-Pop" vermuten könnte. Dabei springt die Spielfreude auf die Zuhörenden über und in Ermangelung von Gitarren und anderen Instrumenten wird mit Händen, Augen, Füßen, Gedanken und lächelnden Mundwinkeln mitgespielt. Nach kurzer Zeit war die Temperatur weit über die im feindosiert revolutziösen "Fieber" besungenen Wärmegrade gestiegen und Teleschweiß mischte sich am Bühnenboden mit Bier und Begeisterungsrufen glühender Fans und neuer Freunde. Für die obligatorischen Popmiezen am Bühnenrand war es genauso ein Erlebnis wie für die etwas ruhiger beobachtenden Musiker, die sich über eingestreute Synkopen und Breaks genauso freuten, wie über ein minutenlanges, virtuoses Basssolo und die mehrstimmigen Begleitungen zu Francescos Gesangsakrobatik. Ganz wichtig an Telegigs wurde auch hier das Publikum mit einbezogen in das, was auf der Bühne geschah, so dass es sich irgendwann nach Wohnzimmerkonzert erster Güte anfühlte. Natürlich war nach 14 Songs noch nicht ans Aufhören zu denken, auch wenn die Musiker echt wie Kim Frank erschöpft zu sein schienen. Da sie gar nicht weit weg laufen konnten von der Bühne, wurde kurzerhand weitergespielt, noch ein zwei Songs von "Wir brauchen nichts" und auch gerne eine dritte Zugabe, für die dann noch extra eine neue Snare aufgebaut wurde. Glückseeligkeit allenthalben nach der Show, sowohl bei Band als auch beim Publikum - alle zufrieden, alles gut. Nachher erwischte ich dann noch Tobi beim Gitarre abbauen und auch Francesco beim Biertrinken, wahrscheinlich habe ich in meiner Euphorie und Dankbarkeit für die Texte und Musik etwas unpassend gewirkt, aber das musste dann wirklich einfach mal raus. Den Rest der Nacht habe ich an "Rio de Janeiro" und Norddeutsche Hafenstädte gedacht. Und Songs geschrieben...
...trail of dead
27. 03. 07 |
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Ich betrete
verspätet, mich aber wie ein Honigkuchenpferdchen
freuend den Postbahnhof am Ostbahnhof und schließe aus
der Tatsache, dass ich mich fast ohne ungewollten
physischen Kontakt mit anderen Konzertbesuchern bis
fast ganz nach vorne wurschteln kann, dass die Halle
nicht ausverkauft ist.
Die Vorband ist gerade fertig. Schade, denn Berichten meines Stehnachbarn zufolge, haben die Forget Cassettes mit Frontrüpelchen Beth Cameron wohl „rischdeh jerockt“. Na ja, ich bin nun jedenfalls bereit meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Band zu widmen, die mir die letzten Wochen mal lauter mal leiser mein Trommelfell beschallten.
Punkt 22Uhr erscheinen sie dann also auf der Bühne. Erscheinen ist hierbei insofern das adäquate Verb, als die Jungs um Conrad Keely und Jason Reece einerseits durch „Ode to Isis“ wie Phoenix aus der Asche regelrecht zur Hallendecke aufsteigen, einem jedoch andererseits das Gefühl vermitteln, als müsse uns allen die Sonne aus dem Arsch scheinen. Mit einem Donnergrollen eingeleitet beginnt auch schon das ...And-You-Will-Know-Us-By-The-Trail-of-Dead-Gewitter, schüttelt uns durch und lässt wuchtige Klänge auf uns niederprasseln.
Spätestens beim neuen „Stand in Silence“ haben sie auch dem verkrampftesten Zuhörer bzw. Zuschauer die Muskulatur gelockert und ein fröhliches Kopfnicken zieht sich wie eine rasende Wanderdüne durch den Postbahnhof. Conrad Keely, dessen Stimme ebenso gut einer Indie- oder Britpop-Band angehören könnte, wirkt wie immer abgeklärt und zugedröhnt, lässt aber durchaus auch hin und wieder Freude am Spielen durchblitzen, auch noch bevor Beth Cameron für „Wasted State of Mind“ die Bühne betritt und nun auch mich von ihrem Gesangsorganchen, das an Patti Smith erinnert, überzeugen kann. Jason Reese hingegen poltert wie ein junger Henry Rollins über die Bühne und brüllt zu „Caterwaul“ im Duett mit Conrad ins Mikro, als müsse er klarstellen, wer hier der Rocker auf der Bühne ist. Auch zu „Homage“ lassen es die Texaner richtig krachen und zeigen uns mit Jasons erstklassigem Stagedive nicht das erste Mal, worum es ihnen bei ihrer Musik geht, nämlich um Entertainment, sonst nichts. Scheinen sie doch auch durch ihr schonungsloses Instrument-Getausche ihre Virtuosität bzw. Kuriosität zum Ausdruck bringen zu wollen.
Neben Front-Beau Conrad Keely und Percussionist und Berserker Jason Reese wirkt Gitarrist Kevin Allen hingegen wie ein pubertierender Heinz Erhardt im Schulorchester. Als hätte man ihm nach seinen letzten Kontrollverlusten auf der Bühne das Bewegen verboten, verharrt er das ganze Konzert über auf demselben Fleck, bewegt lediglich bei allzu überwältigenden Beats das bebrillte Köpfchen ein wenig hin und her. Das Unwetter hält mit „Perfect Teenhood“ und „Will you Smile Again“ an und wird nur hin und wieder durch kleine Wolkenlücken in Form von „Aged Dolls“ u.ä. unterbrochen, die Momente zum Luftholen und Frohsein lassen.
Das Repertoire der 5 deckt einfach sämtliche Genres ab, von Noise Rock über Progressive bis hin zu Indie Pop, schafft es aber auch mit ihrem neuen Album „So Divided“ wieder auf eine unnachahmliche Art und Weise zu explodieren und sein Publikum ein paar Zentimeter kopfnickend über dem Boden schweben zu lassen.
Vielleicht ist es auch das Bombastische, das Orchestrale bei Trail of Dead, was einem das Herzlein beglückt hüpfen lässt. Fühlt man sich doch - schließt man mal für einen Moment die Augen - wie ein Hobbit im neuseeländischen Urwald. Die unprätentiöse und spärliche Art der Bandmitglieder, auf das Publikum einzugehen, ist allerdings nicht gerade das was sie am Rocksternchenhimmel zu Ehrengästen machen wird, denke ich und weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass sie mich in dieser Hinsicht eines Besseren belehren werden.
Mit ihrer Zugabe, die uns unter anderem ein begnadet kraftvolles „Rest Will Follow“ mit militärischem Trommelwirbel beschert, kommt es zum finalen Tusch und die Wolken beginnen sich zu verziehen. Alle Instrumente bleiben diesmal nicht nur unbeschädigt, man verabschiedet sich sogar per Handschlag von der ersten Zuschauerreihe. Das Konzert ist vorbei doch die Muskelverspannung und das Lächeln bleibt.
Ich mache mich vorbei an seeligen Bierkonsumenten, darunter auch Thees Uhlmann auf den Weg nach Hause. Es ist schrecklich kalt und ich bemerke, dass ein paar Wolken aufziehen...
Die Vorband ist gerade fertig. Schade, denn Berichten meines Stehnachbarn zufolge, haben die Forget Cassettes mit Frontrüpelchen Beth Cameron wohl „rischdeh jerockt“. Na ja, ich bin nun jedenfalls bereit meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Band zu widmen, die mir die letzten Wochen mal lauter mal leiser mein Trommelfell beschallten.
Punkt 22Uhr erscheinen sie dann also auf der Bühne. Erscheinen ist hierbei insofern das adäquate Verb, als die Jungs um Conrad Keely und Jason Reece einerseits durch „Ode to Isis“ wie Phoenix aus der Asche regelrecht zur Hallendecke aufsteigen, einem jedoch andererseits das Gefühl vermitteln, als müsse uns allen die Sonne aus dem Arsch scheinen. Mit einem Donnergrollen eingeleitet beginnt auch schon das ...And-You-Will-Know-Us-By-The-Trail-of-Dead-Gewitter, schüttelt uns durch und lässt wuchtige Klänge auf uns niederprasseln.
Spätestens beim neuen „Stand in Silence“ haben sie auch dem verkrampftesten Zuhörer bzw. Zuschauer die Muskulatur gelockert und ein fröhliches Kopfnicken zieht sich wie eine rasende Wanderdüne durch den Postbahnhof. Conrad Keely, dessen Stimme ebenso gut einer Indie- oder Britpop-Band angehören könnte, wirkt wie immer abgeklärt und zugedröhnt, lässt aber durchaus auch hin und wieder Freude am Spielen durchblitzen, auch noch bevor Beth Cameron für „Wasted State of Mind“ die Bühne betritt und nun auch mich von ihrem Gesangsorganchen, das an Patti Smith erinnert, überzeugen kann. Jason Reese hingegen poltert wie ein junger Henry Rollins über die Bühne und brüllt zu „Caterwaul“ im Duett mit Conrad ins Mikro, als müsse er klarstellen, wer hier der Rocker auf der Bühne ist. Auch zu „Homage“ lassen es die Texaner richtig krachen und zeigen uns mit Jasons erstklassigem Stagedive nicht das erste Mal, worum es ihnen bei ihrer Musik geht, nämlich um Entertainment, sonst nichts. Scheinen sie doch auch durch ihr schonungsloses Instrument-Getausche ihre Virtuosität bzw. Kuriosität zum Ausdruck bringen zu wollen.
Neben Front-Beau Conrad Keely und Percussionist und Berserker Jason Reese wirkt Gitarrist Kevin Allen hingegen wie ein pubertierender Heinz Erhardt im Schulorchester. Als hätte man ihm nach seinen letzten Kontrollverlusten auf der Bühne das Bewegen verboten, verharrt er das ganze Konzert über auf demselben Fleck, bewegt lediglich bei allzu überwältigenden Beats das bebrillte Köpfchen ein wenig hin und her. Das Unwetter hält mit „Perfect Teenhood“ und „Will you Smile Again“ an und wird nur hin und wieder durch kleine Wolkenlücken in Form von „Aged Dolls“ u.ä. unterbrochen, die Momente zum Luftholen und Frohsein lassen.
Das Repertoire der 5 deckt einfach sämtliche Genres ab, von Noise Rock über Progressive bis hin zu Indie Pop, schafft es aber auch mit ihrem neuen Album „So Divided“ wieder auf eine unnachahmliche Art und Weise zu explodieren und sein Publikum ein paar Zentimeter kopfnickend über dem Boden schweben zu lassen.
Vielleicht ist es auch das Bombastische, das Orchestrale bei Trail of Dead, was einem das Herzlein beglückt hüpfen lässt. Fühlt man sich doch - schließt man mal für einen Moment die Augen - wie ein Hobbit im neuseeländischen Urwald. Die unprätentiöse und spärliche Art der Bandmitglieder, auf das Publikum einzugehen, ist allerdings nicht gerade das was sie am Rocksternchenhimmel zu Ehrengästen machen wird, denke ich und weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass sie mich in dieser Hinsicht eines Besseren belehren werden.
Mit ihrer Zugabe, die uns unter anderem ein begnadet kraftvolles „Rest Will Follow“ mit militärischem Trommelwirbel beschert, kommt es zum finalen Tusch und die Wolken beginnen sich zu verziehen. Alle Instrumente bleiben diesmal nicht nur unbeschädigt, man verabschiedet sich sogar per Handschlag von der ersten Zuschauerreihe. Das Konzert ist vorbei doch die Muskelverspannung und das Lächeln bleibt.
Ich mache mich vorbei an seeligen Bierkonsumenten, darunter auch Thees Uhlmann auf den Weg nach Hause. Es ist schrecklich kalt und ich bemerke, dass ein paar Wolken aufziehen...
Now Its Overhead
04. 03. 07 |
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Now Its Overhead
Ein Artikel in Form eines Interviews mit Tim und mir selbst.
Intro:
Kanntest du NIO schon vor dem Konzert?
T: Ja, du hattest ja, längere Zeit das Lied „a sceleton on display“ von NIO auf deiner myspace-seite.
B: Ja, ich war letztes Jahr bei nem Konzert von Maria Taylor und vorher schon großer Azure
Ray-Liebhaber und wenn man auf ihren Seiten bisschen stöbert entdeckt man den ein
oder anderen musikalischen Schatz.
Warst du schon mal im Starclub?
T: Ja. Dort haben nämlich im November letzten Jahres die „we are scientists“ gerockt!
B: Nein, noch nie. Große Premiere also. Man könnte meinen früher hätten dort die Hofdamen mit ihren Gatten das Tanzbein zu einem Wiener Walzer geschwungen.
Mitro:
Irgendwelche Vorstellungen von dem Konzert bevor der erste Ton erklang?
T: Mehr als das o.g. Lied kannte ich ja vorher nicht und somit hatte ich mich auf ein eher besinnliches Konzert eingestellt.
B: Das was ich bis dahin gehört hatte war sehr vielfältig und doch ehern auf leisem Fuß…
Was war das erste, das du dachtest, als du die vier jungen Herren hast auf die Bühne kommen sehen?
T: Hey, die hab ich doch vorher im Publikum gesehen!
B: Ganz schön klein, die Herren.
Und die Musik nun live?
T: Die vier haben meine Erwartungen schon mit dem ersten Lied über den Haufen geworfen. Mit einem tollen Klang, schrammligen Sound und mehrstimmigen Gesang der im krassen Gegensatz zum eher verwaschen klingenden Zusammenspiel der Gitarren auf das Publikum schallte, gaben sie vom ersten Ton eine Richtung an, die ich als sehr überraschend empfand.
B: Ohohoh, na das war ja was. Das muss man echt erlebt haben, ein Achterbahnfahren der
Töne und Geräusche, das ging krach, bumm, rums, peng und aus und plötzlich da wieder
ein zartes melodichen mit weicher Stimme, die hoch und runter alles aus sich raus holte,
ohne dieses ganze Konzert auch nur einen Schluck zu trinken.
Wie lange gings?
T, B: genau 1h und 3 Zugaben!
Das Publikum?
T: War von dem Konzert anfangs anscheinend genauso überrascht wie ich, ließ sich aber
schnell mitreißen.
B: Die vorderen Reihen sind gehopst und haben getanzt was das Zeug hält, von den
anderen war ein leichtes Schunkeln und Kopfnicken zu erkennen. Applaudiert wurde
mächtig und dem Glänzen in den Augen war zu vernehmen, das die Musik Herz und
Verstand erreicht hat und nicht mehr losgelassen wird.
Outro:
Beschreibe das Konzert kurz in einem Satz!
T: Ein Konzert wie ein Lied, mit Hochgefühl und Schmalz, gepaart mit teils boshaftigen
Emotionen und einem perfekt getimtem Ende.
B: Stell dir einen Film vor mit diesem typischen, dramatischen Part, der absolut
blutgerrinnden Musik, ja genau so war das, nur besser und mit viel Liebe!
More Infos look also at
www.nowitsoverhead.com
www.myspace.com/nowitsoverhead
www.saddle-creek.com.
Eure bea
Ein Artikel in Form eines Interviews mit Tim und mir selbst.
Intro:
Kanntest du NIO schon vor dem Konzert?
T: Ja, du hattest ja, längere Zeit das Lied „a sceleton on display“ von NIO auf deiner myspace-seite.
B: Ja, ich war letztes Jahr bei nem Konzert von Maria Taylor und vorher schon großer Azure
Ray-Liebhaber und wenn man auf ihren Seiten bisschen stöbert entdeckt man den ein
oder anderen musikalischen Schatz.
Warst du schon mal im Starclub?
T: Ja. Dort haben nämlich im November letzten Jahres die „we are scientists“ gerockt!
B: Nein, noch nie. Große Premiere also. Man könnte meinen früher hätten dort die Hofdamen mit ihren Gatten das Tanzbein zu einem Wiener Walzer geschwungen.
Mitro:
Irgendwelche Vorstellungen von dem Konzert bevor der erste Ton erklang?
T: Mehr als das o.g. Lied kannte ich ja vorher nicht und somit hatte ich mich auf ein eher besinnliches Konzert eingestellt.
B: Das was ich bis dahin gehört hatte war sehr vielfältig und doch ehern auf leisem Fuß…
Was war das erste, das du dachtest, als du die vier jungen Herren hast auf die Bühne kommen sehen?
T: Hey, die hab ich doch vorher im Publikum gesehen!
B: Ganz schön klein, die Herren.
Und die Musik nun live?
T: Die vier haben meine Erwartungen schon mit dem ersten Lied über den Haufen geworfen. Mit einem tollen Klang, schrammligen Sound und mehrstimmigen Gesang der im krassen Gegensatz zum eher verwaschen klingenden Zusammenspiel der Gitarren auf das Publikum schallte, gaben sie vom ersten Ton eine Richtung an, die ich als sehr überraschend empfand.
B: Ohohoh, na das war ja was. Das muss man echt erlebt haben, ein Achterbahnfahren der
Töne und Geräusche, das ging krach, bumm, rums, peng und aus und plötzlich da wieder
ein zartes melodichen mit weicher Stimme, die hoch und runter alles aus sich raus holte,
ohne dieses ganze Konzert auch nur einen Schluck zu trinken.
Wie lange gings?
T, B: genau 1h und 3 Zugaben!
Das Publikum?
T: War von dem Konzert anfangs anscheinend genauso überrascht wie ich, ließ sich aber
schnell mitreißen.
B: Die vorderen Reihen sind gehopst und haben getanzt was das Zeug hält, von den
anderen war ein leichtes Schunkeln und Kopfnicken zu erkennen. Applaudiert wurde
mächtig und dem Glänzen in den Augen war zu vernehmen, das die Musik Herz und
Verstand erreicht hat und nicht mehr losgelassen wird.
Outro:
Beschreibe das Konzert kurz in einem Satz!
T: Ein Konzert wie ein Lied, mit Hochgefühl und Schmalz, gepaart mit teils boshaftigen
Emotionen und einem perfekt getimtem Ende.
B: Stell dir einen Film vor mit diesem typischen, dramatischen Part, der absolut
blutgerrinnden Musik, ja genau so war das, nur besser und mit viel Liebe!
More Infos look also at
www.nowitsoverhead.com
www.myspace.com/nowitsoverhead
www.saddle-creek.com.
Eure bea
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead
04. 03. 07 |
Link
...And You Will
Know Us By The Trail Of Dead
28. Februar, Postbahnhof (B)
Ich betrete verspätet, mich aber wie ein Honigkuchenpferdchen freuend den Postbahnhof am Ostbahnhof und schließe aus der Tatsache, dass ich mich fast ohne ungewollten physischen Kontakt mit anderen Konzertbesuchern bis fast ganz nach vorne wurschteln kann, dass die Halle nicht ausverkauft ist.
Die Vorband ist gerade fertig. Schade, denn Berichten meines Stehnachbarn zufolge, haben die Forget Cassettes mit Frontrüpelchen Beth Cameron wohl „rischdeh jerockt“. Na ja, ich bin nun jedenfalls bereit meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Band zu widmen, die mir die letzten Wochen mal lauter mal leiser mein Trommelfell beschallten.
Punkt 22Uhr erscheinen sie dann also auf der Bühne. Erscheinen ist hierbei insofern das adäquate Verb, als die Jungs um Conrad Keely und Jason Reece einerseits durch „Ode to Isis“ wie Phoenix aus der Asche regelrecht zur Hallendecke aufsteigen, einem jedoch andererseits das Gefühl vermitteln, als müsse uns allen die Sonne aus dem Arsch scheinen. Mit einem Donnergrollen eingeleitet beginnt auch schon das ...And-You-Will-Know-Us-By-The-Trail-of-Dead-Gewitter, schüttelt uns durch und lässt wuchtige Klänge auf uns niederprasseln.
Spätestens beim neuen „Stand in Silence“ haben sie auch dem verkrampftesten Zuhörer bzw. Zuschauer die Muskulatur gelockert und ein fröhliches Kopfnicken zieht sich wie eine rasende Wanderdüne durch den Postbahnhof. Conrad Keely, dessen Stimme ebenso gut einer Indie- oder Britpop-Band angehören könnte, wirkt wie immer abgeklärt und zugedröhnt, lässt aber durchaus auch hin und wieder Freude am Spielen durchblitzen, auch noch bevor Beth Cameron für „Wasted State of Mind“ die Bühne betritt und nun auch mich von ihrem Gesangsorganchen, das an Patti Smith erinnert, überzeugen kann. Jason Reese hingegen poltert wie ein junger Henry Rollins über die Bühne und brüllt zu „Caterwaul“ im Duett mit Conrad ins Mikro, als müsse er klarstellen, wer hier der Rocker auf der Bühne ist. Auch zu „Homage“ lassen es die Texaner richtig krachen und zeigen uns mit Jasons erstklassigem Stagedive nicht das erste Mal, worum es ihnen bei ihrer Musik geht, nämlich um Entertainment, sonst nichts. Scheinen sie doch auch durch ihr schonungsloses Instrument-Getausche ihre Virtuosität bzw. Kuriosität zum Ausdruck bringen zu wollen.
Neben Front-Beau Conrad Keely und Percussionist und Berserker Jason Reese wirkt Gitarrist Kevin Allen hingegen wie ein pubertierender Heinz Erhardt im Schulorchester. Als hätte man ihm nach seinen letzten Kontrollverlusten auf der Bühne das Bewegen verboten, verharrt er das ganze Konzert über auf demselben Fleck, bewegt lediglich bei allzu überwältigenden Beats das bebrillte Köpfchen ein wenig hin und her. Das Unwetter hält mit „Perfect Teenhood“ und „Will you Smile Again“ an und wird nur hin und wieder durch kleine Wolkenlücken in Form von „Aged Dolls“ u.ä. unterbrochen, die Momente zum Luftholen und Frohsein lassen.
Das Repertoire der 5 deckt einfach sämtliche Genres ab, von Noise Rock über Progressive bis hin zu Indie Pop, schafft es aber auch mit ihrem neuen Album „So Divided“ wieder auf eine unnachahmliche Art und Weise zu explodieren und sein Publikum ein paar Zentimeter kopfnickend über dem Boden schweben zu lassen.
Vielleicht ist es auch das Bombastische, das Orchestrale bei Trail of Dead, was einem das Herzlein beglückt hüpfen lässt. Fühlt man sich doch - schließt man mal für einen Moment die Augen - wie ein Hobbit im neuseeländischen Urwald. Die unprätentiöse und spärliche Art der Bandmitglieder, auf das Publikum einzugehen, ist allerdings nicht gerade das was sie am Rocksternchenhimmel zu Ehrengästen machen wird, denke ich und weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass sie mich in dieser Hinsicht eines Besseren belehren werden.
Mit ihrer Zugabe, die uns unter anderem ein begnadet kraftvolles „Rest Will Follow“ mit militärischem Trommelwirbel beschert, kommt es zum finalen Tusch und die Wolken beginnen sich zu verziehen. Alle Instrumente bleiben diesmal nicht nur unbeschädigt, man verabschiedet sich sogar per Handschlag von der ersten Zuschauerreihe. Das Konzert ist vorbei doch die Muskelverspannung und das Lächeln bleibt.
Ich mache mich vorbei an seeligen Bierkonsumenten, darunter auch Thees Uhlmann auf den Weg nach Hause. Es ist schrecklich kalt und ich bemerke, dass ein paar Wolken aufziehen... töne
28. Februar, Postbahnhof (B)
Ich betrete verspätet, mich aber wie ein Honigkuchenpferdchen freuend den Postbahnhof am Ostbahnhof und schließe aus der Tatsache, dass ich mich fast ohne ungewollten physischen Kontakt mit anderen Konzertbesuchern bis fast ganz nach vorne wurschteln kann, dass die Halle nicht ausverkauft ist.
Die Vorband ist gerade fertig. Schade, denn Berichten meines Stehnachbarn zufolge, haben die Forget Cassettes mit Frontrüpelchen Beth Cameron wohl „rischdeh jerockt“. Na ja, ich bin nun jedenfalls bereit meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit der Band zu widmen, die mir die letzten Wochen mal lauter mal leiser mein Trommelfell beschallten.
Punkt 22Uhr erscheinen sie dann also auf der Bühne. Erscheinen ist hierbei insofern das adäquate Verb, als die Jungs um Conrad Keely und Jason Reece einerseits durch „Ode to Isis“ wie Phoenix aus der Asche regelrecht zur Hallendecke aufsteigen, einem jedoch andererseits das Gefühl vermitteln, als müsse uns allen die Sonne aus dem Arsch scheinen. Mit einem Donnergrollen eingeleitet beginnt auch schon das ...And-You-Will-Know-Us-By-The-Trail-of-Dead-Gewitter, schüttelt uns durch und lässt wuchtige Klänge auf uns niederprasseln.
Spätestens beim neuen „Stand in Silence“ haben sie auch dem verkrampftesten Zuhörer bzw. Zuschauer die Muskulatur gelockert und ein fröhliches Kopfnicken zieht sich wie eine rasende Wanderdüne durch den Postbahnhof. Conrad Keely, dessen Stimme ebenso gut einer Indie- oder Britpop-Band angehören könnte, wirkt wie immer abgeklärt und zugedröhnt, lässt aber durchaus auch hin und wieder Freude am Spielen durchblitzen, auch noch bevor Beth Cameron für „Wasted State of Mind“ die Bühne betritt und nun auch mich von ihrem Gesangsorganchen, das an Patti Smith erinnert, überzeugen kann. Jason Reese hingegen poltert wie ein junger Henry Rollins über die Bühne und brüllt zu „Caterwaul“ im Duett mit Conrad ins Mikro, als müsse er klarstellen, wer hier der Rocker auf der Bühne ist. Auch zu „Homage“ lassen es die Texaner richtig krachen und zeigen uns mit Jasons erstklassigem Stagedive nicht das erste Mal, worum es ihnen bei ihrer Musik geht, nämlich um Entertainment, sonst nichts. Scheinen sie doch auch durch ihr schonungsloses Instrument-Getausche ihre Virtuosität bzw. Kuriosität zum Ausdruck bringen zu wollen.
Neben Front-Beau Conrad Keely und Percussionist und Berserker Jason Reese wirkt Gitarrist Kevin Allen hingegen wie ein pubertierender Heinz Erhardt im Schulorchester. Als hätte man ihm nach seinen letzten Kontrollverlusten auf der Bühne das Bewegen verboten, verharrt er das ganze Konzert über auf demselben Fleck, bewegt lediglich bei allzu überwältigenden Beats das bebrillte Köpfchen ein wenig hin und her. Das Unwetter hält mit „Perfect Teenhood“ und „Will you Smile Again“ an und wird nur hin und wieder durch kleine Wolkenlücken in Form von „Aged Dolls“ u.ä. unterbrochen, die Momente zum Luftholen und Frohsein lassen.
Das Repertoire der 5 deckt einfach sämtliche Genres ab, von Noise Rock über Progressive bis hin zu Indie Pop, schafft es aber auch mit ihrem neuen Album „So Divided“ wieder auf eine unnachahmliche Art und Weise zu explodieren und sein Publikum ein paar Zentimeter kopfnickend über dem Boden schweben zu lassen.
Vielleicht ist es auch das Bombastische, das Orchestrale bei Trail of Dead, was einem das Herzlein beglückt hüpfen lässt. Fühlt man sich doch - schließt man mal für einen Moment die Augen - wie ein Hobbit im neuseeländischen Urwald. Die unprätentiöse und spärliche Art der Bandmitglieder, auf das Publikum einzugehen, ist allerdings nicht gerade das was sie am Rocksternchenhimmel zu Ehrengästen machen wird, denke ich und weiß zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass sie mich in dieser Hinsicht eines Besseren belehren werden.
Mit ihrer Zugabe, die uns unter anderem ein begnadet kraftvolles „Rest Will Follow“ mit militärischem Trommelwirbel beschert, kommt es zum finalen Tusch und die Wolken beginnen sich zu verziehen. Alle Instrumente bleiben diesmal nicht nur unbeschädigt, man verabschiedet sich sogar per Handschlag von der ersten Zuschauerreihe. Das Konzert ist vorbei doch die Muskelverspannung und das Lächeln bleibt.
Ich mache mich vorbei an seeligen Bierkonsumenten, darunter auch Thees Uhlmann auf den Weg nach Hause. Es ist schrecklich kalt und ich bemerke, dass ein paar Wolken aufziehen... töne
Du stellst dich in den Sturm und schreist
30. 01. 07 |
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Juli – 29.01.2007 –
Berlin, Columbiahalle
Manchmal geht man zu einem Konzert, weil man die Band seit Jahren liebt, manchmal kennt man ein oder zwei gute Lieder und möchte die Musik der Band beim Konzert gerne näher kennen lernen und manchmal trifft das alles nicht zu und man geht trotzdem zu einem Konzert. Mit einem Sternburg Export mache ich mich also auf den Weg zur Columbiahalle. Der Plan ist, bis zur perfekten Welle so betrunken zu sein, dass lautes Mitgrölen zum größten Spaß der Welt wird. Dieses Vorhaben wird später dank roter Armbändchen von netten Menschen ohne allzu große finanzielle Verluste in die Tat umgesetzt. Vor der Halle erwarten mich allerdings erst einmal zwei miteinander konkurrierende Pfandflaschensammler und Horden von durchschnittlich etwa 15 Jahre alten Mädchen, die mich daran erinnern wie spannend und aufregend es früher war mal zu einem Konzert zu gehen und von deren nervöser Aufregung ich mich sogar etwas anstecken lasse. Während ich später neben Vera am Mittag und vor einem Superstar von Deutschland sucht den Superstar stehe, der später als Nevio identifiziert wird, bin ich dann auch ganz aufgeregt.
Als ich reinkomme ist die Halle bereits voll und die Vorband spielt. „Wollt ihr mit uns zu den Sternen fliegen?“ bliebt mir in Erinnerung von einem Typen, der auf der Juli-Homepage durch Vergleichen mit Lenny Kravitz und AC/DC vorgestellt wird, aber eher wie eine Mischung aus Dick Brave und Xavier Naidoo klingt und wie Lukas Hilberg bzw. mit seiner Band wie Revolverheld aussieht. Zum Glück bin ich ja zu spät gekommen und muss Neil Hickethier nicht in voller Vorbandkonzertlänge ertragen. Gegen 21 Uhr geht dann das Licht wieder aus und Juli kommen auf die Bühne. Dieses Leben ist der erste Song. Schnellere wechseln sich mit ruhigeren Stücken ab und zwichendurch erklingen sogar einige ganz nette Indierocktakte, bei denen mein Bein beginnt sich im Rhythmus des Schlagzeugs zu bewegen. Eva erzählt hin und wieder kleine Geschichten, animiert die jubelnde Menge zwei Schritte nach links und danach zwei Schritte nach rechts zu gehen, fotografiert das Publikum und sieht ansonsten schon ganz gut aus. Die sexuelle Spannung ist am größten als sie einen übergroßen Luftballon über ihrem Kopf platzen lässt und das darin enthaltene silber glänzende Konfetti in ihre Haare und ihren Ausschnitt regnet. Mit mehreren solcher Luftballons darf das Publikum während eines Liedes in der gesamten Halle spielen. An gleicher Stelle hatte ich das mit den übergroßen Luftballons schon einmal ein paar Jahre vorher bei einem Konzert von Muse miterlebt und Marcel, der Schlagzeuger, gesteht mir im nachhinein sich die Idee genau da her geklaut zu haben. Ohne die perfekte Welle gespielt zu haben verabschieden sich die fünf zum ersten Mal um nach nur etwa einer Minute wieder auf der Bühne zu stehen. Dann muss ich mich allerdings nur noch zwei Songs gedulden bis zum absoluten Höhepunkt des Abends. Die perfekte Welle reißt mich mit und ich verliere fast meine Stimme. Vera am Mittag steht zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr neben mir. Dass Vera am Mittag schon vor der ersten Zugabe gehen musste, weil sie ja am Mittag schon wieder ran müsse, wird zum Satz des Abends gewählt. Zweifel daran, dass es ihre Sendung überhaupt noch gibt und sie daher wirklich am Mittag wieder arbeiten müsse und die Feststellung, dass ihr Nachname gar nicht am Mittag sondern Int-Veen ist, werden dabei für den Rest des Abends ignoriert und auch mein Ruf nach der Hitsingle Symphonie schafft es nicht mehr das Humorniveau noch weiter in den Himmel zu heben. Juli spielt dann sogar noch eine zweite Zugabe, irgendeine Ballade und so kann ich sogar noch ein Feuerzeug in die Höhe halten um danach artig und nett der Band zu applaudieren, die sich ebenso artig mit einer kollektiven Verbeugung endgültig von ihren Fans verabschiedet. Ein Schlagzeugstock fliegt noch in meine Richtung, aber fangen war noch nie meine Stärke und das ist dann nach geschätzten sieben Bier auch nicht anders. Ein schöner Abend neigt sich schließlich dem Ende mit der Erkenntnis, dass man auch bei einem Konzert von Juli eine Menge Spaß haben kann und dabei sogar noch recht früh wieder Zuhause ist.
Robert
Manchmal geht man zu einem Konzert, weil man die Band seit Jahren liebt, manchmal kennt man ein oder zwei gute Lieder und möchte die Musik der Band beim Konzert gerne näher kennen lernen und manchmal trifft das alles nicht zu und man geht trotzdem zu einem Konzert. Mit einem Sternburg Export mache ich mich also auf den Weg zur Columbiahalle. Der Plan ist, bis zur perfekten Welle so betrunken zu sein, dass lautes Mitgrölen zum größten Spaß der Welt wird. Dieses Vorhaben wird später dank roter Armbändchen von netten Menschen ohne allzu große finanzielle Verluste in die Tat umgesetzt. Vor der Halle erwarten mich allerdings erst einmal zwei miteinander konkurrierende Pfandflaschensammler und Horden von durchschnittlich etwa 15 Jahre alten Mädchen, die mich daran erinnern wie spannend und aufregend es früher war mal zu einem Konzert zu gehen und von deren nervöser Aufregung ich mich sogar etwas anstecken lasse. Während ich später neben Vera am Mittag und vor einem Superstar von Deutschland sucht den Superstar stehe, der später als Nevio identifiziert wird, bin ich dann auch ganz aufgeregt.
Als ich reinkomme ist die Halle bereits voll und die Vorband spielt. „Wollt ihr mit uns zu den Sternen fliegen?“ bliebt mir in Erinnerung von einem Typen, der auf der Juli-Homepage durch Vergleichen mit Lenny Kravitz und AC/DC vorgestellt wird, aber eher wie eine Mischung aus Dick Brave und Xavier Naidoo klingt und wie Lukas Hilberg bzw. mit seiner Band wie Revolverheld aussieht. Zum Glück bin ich ja zu spät gekommen und muss Neil Hickethier nicht in voller Vorbandkonzertlänge ertragen. Gegen 21 Uhr geht dann das Licht wieder aus und Juli kommen auf die Bühne. Dieses Leben ist der erste Song. Schnellere wechseln sich mit ruhigeren Stücken ab und zwichendurch erklingen sogar einige ganz nette Indierocktakte, bei denen mein Bein beginnt sich im Rhythmus des Schlagzeugs zu bewegen. Eva erzählt hin und wieder kleine Geschichten, animiert die jubelnde Menge zwei Schritte nach links und danach zwei Schritte nach rechts zu gehen, fotografiert das Publikum und sieht ansonsten schon ganz gut aus. Die sexuelle Spannung ist am größten als sie einen übergroßen Luftballon über ihrem Kopf platzen lässt und das darin enthaltene silber glänzende Konfetti in ihre Haare und ihren Ausschnitt regnet. Mit mehreren solcher Luftballons darf das Publikum während eines Liedes in der gesamten Halle spielen. An gleicher Stelle hatte ich das mit den übergroßen Luftballons schon einmal ein paar Jahre vorher bei einem Konzert von Muse miterlebt und Marcel, der Schlagzeuger, gesteht mir im nachhinein sich die Idee genau da her geklaut zu haben. Ohne die perfekte Welle gespielt zu haben verabschieden sich die fünf zum ersten Mal um nach nur etwa einer Minute wieder auf der Bühne zu stehen. Dann muss ich mich allerdings nur noch zwei Songs gedulden bis zum absoluten Höhepunkt des Abends. Die perfekte Welle reißt mich mit und ich verliere fast meine Stimme. Vera am Mittag steht zu diesem Zeitpunkt allerdings schon nicht mehr neben mir. Dass Vera am Mittag schon vor der ersten Zugabe gehen musste, weil sie ja am Mittag schon wieder ran müsse, wird zum Satz des Abends gewählt. Zweifel daran, dass es ihre Sendung überhaupt noch gibt und sie daher wirklich am Mittag wieder arbeiten müsse und die Feststellung, dass ihr Nachname gar nicht am Mittag sondern Int-Veen ist, werden dabei für den Rest des Abends ignoriert und auch mein Ruf nach der Hitsingle Symphonie schafft es nicht mehr das Humorniveau noch weiter in den Himmel zu heben. Juli spielt dann sogar noch eine zweite Zugabe, irgendeine Ballade und so kann ich sogar noch ein Feuerzeug in die Höhe halten um danach artig und nett der Band zu applaudieren, die sich ebenso artig mit einer kollektiven Verbeugung endgültig von ihren Fans verabschiedet. Ein Schlagzeugstock fliegt noch in meine Richtung, aber fangen war noch nie meine Stärke und das ist dann nach geschätzten sieben Bier auch nicht anders. Ein schöner Abend neigt sich schließlich dem Ende mit der Erkenntnis, dass man auch bei einem Konzert von Juli eine Menge Spaß haben kann und dabei sogar noch recht früh wieder Zuhause ist.
Robert