Platten
Ned Collette - Future Suture
22. 09. 07 |
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Ned Collette
Future Suture
Dot Dash. Australia. September 2007

Musik wie die von Ned Collette vergisst du einfach nie. Er ist ein wachsender Gigant, ein Alles von deinem Lieblings-Allem. Mit Ned ist der schlimmste Kater deines Lebens die schönste Liebeserklärung der Geschichte. Ned küsst dich wach, öffnet dir die Augen und will, dass du mit ihm fischen gehst am entlegendsten Ort des Planeten. Liebe Ned wie deine erste Liebe und er liebt dich so sehr, dass du es nicht ertragen kannst. Töte ihn und du tötest dich. Lebe mit Ned und du weißt, all das ist weit weit weg. Entfernt von der Realität. Aber du bist mitten drin, mit Ned an deiner Seite.
Future Suture
Dot Dash. Australia. September 2007

Musik wie die von Ned Collette vergisst du einfach nie. Er ist ein wachsender Gigant, ein Alles von deinem Lieblings-Allem. Mit Ned ist der schlimmste Kater deines Lebens die schönste Liebeserklärung der Geschichte. Ned küsst dich wach, öffnet dir die Augen und will, dass du mit ihm fischen gehst am entlegendsten Ort des Planeten. Liebe Ned wie deine erste Liebe und er liebt dich so sehr, dass du es nicht ertragen kannst. Töte ihn und du tötest dich. Lebe mit Ned und du weißt, all das ist weit weit weg. Entfernt von der Realität. Aber du bist mitten drin, mit Ned an deiner Seite.
Diverse - Goldkante
22. 09. 07 |
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Diverse
Goldkante
lolila, bereits erschienen

lolila feiern Geburtstag. Zehnten. Ein willkommener Anlass um mal wieder einen Label-Sampler auf die Beine und in die Verkaufsregale zu stellen. Dabei ist natürlich die ganze Familie (Textverweis: DJ Roboterlöwe „lolila ist die Familie“), von Pawnshop Orchestra über Kiesgroup zu den Dativ Boys, und dazwischen auch ein paar Familienfreunde, etwa Fauna und Wolke. Alles eher gemütlich und entspannt, bis Conection 99 ein wenig Rock reinbringen und Graph losfrickeln als gäbs kein morgen (Textverweis: Kombinat Feinripp „Kiepenkerl“). 20 Lieder sind eine recht ordentliche Zahl, da kriegt man schon einiges fürs Geld, bis hin zum letzten Stück von DJ Roboterlöwe, das da passenderweise heißt: „lolila ist die Familie“. Das erinnert dann schon an AggroBerlin-Mixtapes (Textverweis: Na Sabine, wie siehts aus in München? „Aggro München“). Man merkt jedenfalls, die Bands und Projekte fühlen sich wohl bei lolila, auch wenn die nie gesagt haben: „Ich bring euch ganz groß raus!“ sondern eher: „Lass uns für einander da sein!“ (Textverweis: Dativ Boys „Füreinander voranden sein“)
Goldkante
lolila, bereits erschienen

lolila feiern Geburtstag. Zehnten. Ein willkommener Anlass um mal wieder einen Label-Sampler auf die Beine und in die Verkaufsregale zu stellen. Dabei ist natürlich die ganze Familie (Textverweis: DJ Roboterlöwe „lolila ist die Familie“), von Pawnshop Orchestra über Kiesgroup zu den Dativ Boys, und dazwischen auch ein paar Familienfreunde, etwa Fauna und Wolke. Alles eher gemütlich und entspannt, bis Conection 99 ein wenig Rock reinbringen und Graph losfrickeln als gäbs kein morgen (Textverweis: Kombinat Feinripp „Kiepenkerl“). 20 Lieder sind eine recht ordentliche Zahl, da kriegt man schon einiges fürs Geld, bis hin zum letzten Stück von DJ Roboterlöwe, das da passenderweise heißt: „lolila ist die Familie“. Das erinnert dann schon an AggroBerlin-Mixtapes (Textverweis: Na Sabine, wie siehts aus in München? „Aggro München“). Man merkt jedenfalls, die Bands und Projekte fühlen sich wohl bei lolila, auch wenn die nie gesagt haben: „Ich bring euch ganz groß raus!“ sondern eher: „Lass uns für einander da sein!“ (Textverweis: Dativ Boys „Füreinander voranden sein“)
SDNMT - The Goal Is To Make The Animals Happy
22. 09. 07 |
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SDNMT
The Goal Is To Make The Animals Happy
Sinnbus Rec., bereits erschienen

Ok, wenn ich jetzt nicht wüsste, dass das Musik von SDNMT ist, würde ich sofort auf Broken Social Scene oder so was Kanadisches tippen. Aber SDNMT kommen ja aus Berlin, sind praktisch solche furchtbar sympathischen Jungs von um die Ecke, die dich auch donnerstags mal mit in den Proberaum einladen würden. Und wenn man dann tatsächlich hingehen würde, wäre man sicherlich Zeuge eines metamorphischen Prozesses per se; von Popstrukturen und Akustiksounds und Samples und Chören und Klatschen und einer wilden Breitspanne an was weiß ich. Alles klänge nach Entwicklung, aber nicht auf so eine unangenehme pubertäre Weise, sondern größer, unbewusster aber gewollter. Und so kommt es, dass die eigene beseelte Dynamik des Albums vor allem im Detail liegt, das mit liebevoller Hingabe behütet und verfeinert wird. SDNMT legen sich also beim dritten Album die Hand aufs Herz. Glück hin oder her, the goal is... überzeugt in jeder Hinsicht.
The Goal Is To Make The Animals Happy
Sinnbus Rec., bereits erschienen

Ok, wenn ich jetzt nicht wüsste, dass das Musik von SDNMT ist, würde ich sofort auf Broken Social Scene oder so was Kanadisches tippen. Aber SDNMT kommen ja aus Berlin, sind praktisch solche furchtbar sympathischen Jungs von um die Ecke, die dich auch donnerstags mal mit in den Proberaum einladen würden. Und wenn man dann tatsächlich hingehen würde, wäre man sicherlich Zeuge eines metamorphischen Prozesses per se; von Popstrukturen und Akustiksounds und Samples und Chören und Klatschen und einer wilden Breitspanne an was weiß ich. Alles klänge nach Entwicklung, aber nicht auf so eine unangenehme pubertäre Weise, sondern größer, unbewusster aber gewollter. Und so kommt es, dass die eigene beseelte Dynamik des Albums vor allem im Detail liegt, das mit liebevoller Hingabe behütet und verfeinert wird. SDNMT legen sich also beim dritten Album die Hand aufs Herz. Glück hin oder her, the goal is... überzeugt in jeder Hinsicht.
Devastations - Yes, U.
22. 09. 07 |
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Devastations
Yes, U.
Beggars Banquet, bereits erschienen

Die Devastations sind ja schon so eher auf der dramatischen Seite des Lebens verankert, so zwischen Bourbon Whiskey und Erlösung. Ich stell mir immer vor, wenn ich der erste Mensch auf dem Mond wäre, dann würde ich bei der Landung diese Musik abspielen. Bei den beiden Vorgängern „The Devastations“ und „Coal“ war das auch schon so. Aber YES,U passiert metaphysisch und sphärisch. „Mistakes“ katapultiert sich im Handumdrehen zum Amen des Albums hoch. Und ich bin mir sicher, dass der Papst höchstpersönlich zu dieser Platte meditiert.
Yes, U.
Beggars Banquet, bereits erschienen

Die Devastations sind ja schon so eher auf der dramatischen Seite des Lebens verankert, so zwischen Bourbon Whiskey und Erlösung. Ich stell mir immer vor, wenn ich der erste Mensch auf dem Mond wäre, dann würde ich bei der Landung diese Musik abspielen. Bei den beiden Vorgängern „The Devastations“ und „Coal“ war das auch schon so. Aber YES,U passiert metaphysisch und sphärisch. „Mistakes“ katapultiert sich im Handumdrehen zum Amen des Albums hoch. Und ich bin mir sicher, dass der Papst höchstpersönlich zu dieser Platte meditiert.
Finn. - The Nays Will Have It
15. 09. 07 |
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Finn.
The Nays Will Have You
Sunday Service, bereits erschienen

Finn ist ja akustisch lange an mir vorbeigegangen. Nur optisch nicht, hab mich immer über diese Tragetaschen „finn“ gewundert. Ist ja auch gute CI, das Ganze: die Fans erkennen sich schon beim Einkauf. Und für die Remix-CD von „The Ayes Will Have It“ Hat er auch kein neues Cover gemacht, sondern das Alte, nun ja, geremixt. Also von außen nicht viel Neues. Drinnen Allerdings: Überaschung! Was da einige aus den Liedern holen hätte man da nie vermutet. Zwischen den Versionen des gleichen Liedes liegen machmal Welten: von Electro-Gefrickel über Indie-Pop bis zu Lagerfeuer-Romantik-Gitarre. Und nicht nur geremixt (steht dieses Wort im Duden?) wird, auch gleich neu einsgespielt, sprich: gecovert. Und ehrlich, das gefällt mir manchmal besser als die Originalversionen. Und die Mutter von all dem heißt Musik. Und Mutter hat immer recht.
The Nays Will Have You
Sunday Service, bereits erschienen

Finn ist ja akustisch lange an mir vorbeigegangen. Nur optisch nicht, hab mich immer über diese Tragetaschen „finn“ gewundert. Ist ja auch gute CI, das Ganze: die Fans erkennen sich schon beim Einkauf. Und für die Remix-CD von „The Ayes Will Have It“ Hat er auch kein neues Cover gemacht, sondern das Alte, nun ja, geremixt. Also von außen nicht viel Neues. Drinnen Allerdings: Überaschung! Was da einige aus den Liedern holen hätte man da nie vermutet. Zwischen den Versionen des gleichen Liedes liegen machmal Welten: von Electro-Gefrickel über Indie-Pop bis zu Lagerfeuer-Romantik-Gitarre. Und nicht nur geremixt (steht dieses Wort im Duden?) wird, auch gleich neu einsgespielt, sprich: gecovert. Und ehrlich, das gefällt mir manchmal besser als die Originalversionen. Und die Mutter von all dem heißt Musik. Und Mutter hat immer recht.
Snowman - Swimming With Sharks
14. 09. 07 |
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Snowman
Swimming With Sharks (7“)
Passport Label, bereits erschienen

Perths Helden Snowman schreiten über die weiten Meere und verpassen uns Erdlingen mit dem Passport Label (u.a. Love of Diagrams) einen sumpfig feurigen Schlag ins Gesicht. Die in Tschechien produzierte 7“ ist strikt auf 500 Auflagen limitiert und gönnt somit nur den schnellsten Fingern einen zerklüfteten hypnotischen Genuss von dem, was das 2006er selbstbetitelte Debüt Album bereits alles an Morricone Genialität und The Cramps Verrücktheit verspricht. Sie lieben euch abgründig, sie verabscheuen euch zutiefst, sie machen euch unendlich glücklich und sie hintergehen euch brutal. Mit dem greifbaren, peitschend surfesquen Krach von Swimming With Sharks und You Are A Casino formen sich alle widerwilligen Moleküle zu einer semi-heiligen, neuen Revolution der Einbildungskraft. Snowman halten ihr Versprechen und führen eine neue Zeit an, in der es keine Zeit mehr gibt.
Swimming With Sharks (7“)
Passport Label, bereits erschienen

Perths Helden Snowman schreiten über die weiten Meere und verpassen uns Erdlingen mit dem Passport Label (u.a. Love of Diagrams) einen sumpfig feurigen Schlag ins Gesicht. Die in Tschechien produzierte 7“ ist strikt auf 500 Auflagen limitiert und gönnt somit nur den schnellsten Fingern einen zerklüfteten hypnotischen Genuss von dem, was das 2006er selbstbetitelte Debüt Album bereits alles an Morricone Genialität und The Cramps Verrücktheit verspricht. Sie lieben euch abgründig, sie verabscheuen euch zutiefst, sie machen euch unendlich glücklich und sie hintergehen euch brutal. Mit dem greifbaren, peitschend surfesquen Krach von Swimming With Sharks und You Are A Casino formen sich alle widerwilligen Moleküle zu einer semi-heiligen, neuen Revolution der Einbildungskraft. Snowman halten ihr Versprechen und führen eine neue Zeit an, in der es keine Zeit mehr gibt.
Jan Gazarra - Love Rules
05. 09. 07 |
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Jan Gazarra
Love Rules
Sunday Service, längst erschienen

Warum mir der Herr vom Sunday Service Stand diese CD in die Hand gedrückt hat ist etwas rätselhaft, ist doch das Album seit über einem Jahr draussen und schon in diversen Schriften besprochen wurden. Selbst in Fanzines an denen ich damals noch mitgearbeitet habe. Aber es gefällt mir, deshalb jetzt: Reise in die Vergangenheit:
Der Titel suggeriert ja zweierlei: zum Einen Lenny-Kravitz-Rock, zum anderen Hippiegesäusel mit Blumen im Haar. In diesem Fall keins von beidem. Es rockt nicht. Nicht im eigentlichen Sinne. Akustik-Gitarre, ein paar - zurückhaltende - Besen statt Stöcke. Wie das Intro der Platte schon sagt: „smooth & lowdown“. Vielleicht auch leicht abgeklärt und laidback? Später dann: Beats. Aber nicht gar so zappelnd lassen sie der Melodie den Vortritt. Was zum gemeinsam hören. „Gemeinsam“ wie in „verliebt“, damit wir uns recht verstehen. Wer mehr wissen will, liests nach im „mangOzine“ Nummer 3.
Love Rules
Sunday Service, längst erschienen

Warum mir der Herr vom Sunday Service Stand diese CD in die Hand gedrückt hat ist etwas rätselhaft, ist doch das Album seit über einem Jahr draussen und schon in diversen Schriften besprochen wurden. Selbst in Fanzines an denen ich damals noch mitgearbeitet habe. Aber es gefällt mir, deshalb jetzt: Reise in die Vergangenheit:
Der Titel suggeriert ja zweierlei: zum Einen Lenny-Kravitz-Rock, zum anderen Hippiegesäusel mit Blumen im Haar. In diesem Fall keins von beidem. Es rockt nicht. Nicht im eigentlichen Sinne. Akustik-Gitarre, ein paar - zurückhaltende - Besen statt Stöcke. Wie das Intro der Platte schon sagt: „smooth & lowdown“. Vielleicht auch leicht abgeklärt und laidback? Später dann: Beats. Aber nicht gar so zappelnd lassen sie der Melodie den Vortritt. Was zum gemeinsam hören. „Gemeinsam“ wie in „verliebt“, damit wir uns recht verstehen. Wer mehr wissen will, liests nach im „mangOzine“ Nummer 3.
Kombinat Feinripp - Probantenstadt
01. 09. 07 |
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Kombinat Feinripp
Probantenstadt
lolila, 14. 09. 2007

Irgendwie habe ich bei dem Namen was elektronisches erwartet. Blöd, ich weiß. Aber irgendwie sehe das doch auch auf einem Techno-Flyer nett aus, oder? Und dann das Cover: die ganzen Sateliten-Schüsseln. Und schließlich, beim Einlegen: deutscher Liedermacher. Entweder ich habe die früher nie wahrgenommen oder es gibt tatsächlich eine Schwemme in den letzten Jahren, auch wenn die an den Charts vorbeispült. Doch zwischen dieser zweiten Platte und der ersten liegen 10 Jahre, weshalb es vielleicht nicht ganz so schlimm ist, wenn ihr den Namen nicht wirklich einordnen könnt, aber klarstellt, dass das hier nicht nur ein beliebiger Singer/Songwriter mehr ist, sonder einer der real keept.
Anyway, das Kombinat. Klingt nach vielen Leuten, ist aber „nur“ Zloty Vazquez (der heißt nicht wirklich so, oder?) mit ein paar Begleitmusikern, die aber nicht weiter stören. Sowieso sehr gefällig, passt auch ans Lagerfeuer oder in den Singekreis; nicht abwertend gemeint. Erinnert stellenweise an die Schlagerbarden von Virginia Jetzt! oder Bernd Begemann. Der Beipackzettel erwähnt noch John Lennon und George Martin, aber das ist wirklich etwas zu hoch gegriffen. Musik die nicht wehtut, kann man auch der Mutti schenken. Die würde sich ansonsten nur Herbert Grönemeyer kaufen, und besser als das ist es allemal. Und die Texte sind so, wie man es von neuer deutscher Popmusik erwartet: zwischenmenschlich unpolitisch.
Probantenstadt
lolila, 14. 09. 2007

Irgendwie habe ich bei dem Namen was elektronisches erwartet. Blöd, ich weiß. Aber irgendwie sehe das doch auch auf einem Techno-Flyer nett aus, oder? Und dann das Cover: die ganzen Sateliten-Schüsseln. Und schließlich, beim Einlegen: deutscher Liedermacher. Entweder ich habe die früher nie wahrgenommen oder es gibt tatsächlich eine Schwemme in den letzten Jahren, auch wenn die an den Charts vorbeispült. Doch zwischen dieser zweiten Platte und der ersten liegen 10 Jahre, weshalb es vielleicht nicht ganz so schlimm ist, wenn ihr den Namen nicht wirklich einordnen könnt, aber klarstellt, dass das hier nicht nur ein beliebiger Singer/Songwriter mehr ist, sonder einer der real keept.
Anyway, das Kombinat. Klingt nach vielen Leuten, ist aber „nur“ Zloty Vazquez (der heißt nicht wirklich so, oder?) mit ein paar Begleitmusikern, die aber nicht weiter stören. Sowieso sehr gefällig, passt auch ans Lagerfeuer oder in den Singekreis; nicht abwertend gemeint. Erinnert stellenweise an die Schlagerbarden von Virginia Jetzt! oder Bernd Begemann. Der Beipackzettel erwähnt noch John Lennon und George Martin, aber das ist wirklich etwas zu hoch gegriffen. Musik die nicht wehtut, kann man auch der Mutti schenken. Die würde sich ansonsten nur Herbert Grönemeyer kaufen, und besser als das ist es allemal. Und die Texte sind so, wie man es von neuer deutscher Popmusik erwartet: zwischenmenschlich unpolitisch.
Julius - leise, zusammen
01. 09. 07 |
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Julius
leise, zusammen
Urban Province Records, 07. September 2007

Gleich in den ersten Zeilen die Gralshüter des deutschsprachigen Indie, Tomte, zu zitieren, da braucht es schon Unverfrorenheit. Oder Selbstüberschätzung. Und ein paar Takte weiter dann Tom Liwa, an den er sowieso die meiste Zeit mehr als nur erinnert. Allerdings hat er dazu ein wenig viel Hall auf der Stimme, als ob er das Bedeutungsschwangere in seinen Texten noch mehr aufblasen wollte. Und dann dieses Weinerliche! Das gefiel mir damals an Mike Kalender wesentlich besser. Aber passt ja zum Wetter: nass, kalt, neblig. Was für den Herbst und die Senimentalen unter uns. Aber nix für mich.
leise, zusammen
Urban Province Records, 07. September 2007

Gleich in den ersten Zeilen die Gralshüter des deutschsprachigen Indie, Tomte, zu zitieren, da braucht es schon Unverfrorenheit. Oder Selbstüberschätzung. Und ein paar Takte weiter dann Tom Liwa, an den er sowieso die meiste Zeit mehr als nur erinnert. Allerdings hat er dazu ein wenig viel Hall auf der Stimme, als ob er das Bedeutungsschwangere in seinen Texten noch mehr aufblasen wollte. Und dann dieses Weinerliche! Das gefiel mir damals an Mike Kalender wesentlich besser. Aber passt ja zum Wetter: nass, kalt, neblig. Was für den Herbst und die Senimentalen unter uns. Aber nix für mich.
MUFF POTTER Kein bisschen Emo?
01. 08. 07 |
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MUFF POTTER Kein bisschen
Emo?
Eine typische Art Bands kennen zulernen ist die Folgende. Man ist auf einer Party, und es entwickelt sich ein Gespräch über Musik, erst ganz allgemein. Schnell findet man in jener Gesellschaft Bands auf die man sich einigen kann. Man erörtert die Lebenssituation in der diese Musik für einen von Bedeutung war. So kommt es, dass nicht nur die eine Lebenserfahrung erörtert wird, sondern sich viele im laufe des Gesprächs häufen und man sich so von Band zu Band durch ein ganzes Leben hangelt. Eine Band wird dann unter den vielen bedeutenden Combos eine besondere gehobene Rolle zugeordnet. Das ist jene, die einem zu Hören vom Gesprächspartner verordnet wird. Damals, ungefähr vor 5 Jahren waren das häufig die noch mäßig Bekannten Muff Potter, in dessen Zusammenhang ein verfestigter Begriff sofort fiel, „Emo“. Die Bewegung Emo, aus dem Emocore entstanden, wurde zu jenem Zeitpunkt von einem relativ kleinem Personenkreis getragen und war nicht allgegenwärtig. Ein Grund, dass man sich einer Minderheit angehörig fühlte, die sich auch Hot Water Music oder The Get Up Kids auf die Fahnen schrieb. Fern ab von Totenköpfen bei uns allen bekannt Klamotten Labels fühlte man sich besonders, und wenn ich Muff Potter heute höre, stellt sich genau dieses Gefühl immer noch ein.
Muff Potter
Muff Potter die raue punkige Gruppe mit emotionaleren und tiefgreifenderen Texten als es für Punk üblich ist, definieren Emo durch verschiedene Punkte und mehr durch bandcharakterliche Eigenschaften als durch bewusst ausgerichtete Texte. Man ist Emo einfach und setzt sich nichts auf. Sie sprühen mit Leidenschaft heraus was gesagt werden muss. Anfangs, in der Entstehung der Band, ungläubig belächelt, hielten sie daran fest und blieben Standhaft, weil es aus Leidenschaft rüherte. So aus innerer Überzeugung hervor gebrachte Leidenschaft, dass man sich ihrer Wahrhaftigkeit annimmt. Wahrhaftigkeit bedeutet hier, dass sich durch ehrliche persönliche Aussagen und emotional entrückte Texte der Interpret ins Abseits stellt. Er vertritt eine authentische, glaubhafte Position. Dies geht soweit, dass die Kritik an äußeren Umständen bis zu einer augenscheinlichen Depressivität ausufern kann. In einem ewigen Kreislauf zwischen wieder aufstehen und abstürzen, steckt man in einer Lebenskrise. Dabei weiß man, dass man alles könnte, wenn man nur könnte, ein sinnhaftes, substanzielles Zitat aus vielen Muff Potter Texten. Ein innere Hinderung gegen den eigenen Willen zum Handeln ist bezeichnend für die textliche Aussage.
Die neue Platte - Steady Fremdköper
Muff Potter haben diese Definition von Emo auf ihrer neuen Platte beibehalten. So wird derjenige der die letzten Platten verstand auch diese neue verstehen. In ihrer Haltung verlassen sie sich weiterhin auf schmachtende Weltkritik aus dem Herzen des einfachen Mannes.
Das Keyboardgastspiel von vorhergegangenen Platten wurde wieder verband und somit auf atmosphärische Hintergrundfülle verzichtet. Rauhe Gitarren prügeln viel mehr auf die Ohren des Hörers ein. Immer wieder will Nagels hehrrausbrühlende Stimme das raue Leben verständlich machen. Es wird einen so vor die Füße geknallt, dass man einfach darüber stolpern muss, gerade oder trotz davon ausgehender Alltagskritik. Als inhaltlicher Mankel ist der über eine Schreibblockade handelnde Text anzumerken, aber wahrscheinlich gehört es langsam zum guten Ton, wie auch im Buchgeschäft, über das Nichtssagen zu schreiben. Wenigstens erkennt der Autor selbst sehr deutlich und schnell, „leere ist nicht peotisch“ und „unglaublich langweilig und ekelig“. Diesen Fehltritt gleicht das lang gezogene Instrumental am Ende des Songs, aber mit Entschiedenheit wieder aus. Möglicherweise ein Zeichen, dass man selbst erkannte, man solle nicht allzu ausgedehnt über eine langweilige Schreibblockade reden. Das ist auch gut so. Der Rest ist nicht zu beanstanden, und besitzt längst ein höheres Niveau als andere Bands gleichen Schlags. Unnötige klugscheißerische poetische Selbstbeweise sind im Gegensatz zu anderen deutschen Bands Muff Potter fremd. Mit Herzblut wird gesagt was gesagt werden muss.
Nagel zitierte im Homepage eigenen Tagebuch den hauseigenen Produzenten Nikolai Potthoff nach dem Abmixen mit den Worten „findest du nicht auch, daß diese Suppe mit Jodsalz zu würzen so ist, als würde man bei einem zu dumpfen Mix billige Höhen reindrehen?“. Die Platte ist nicht mit Jodsalz gewürzt.
Muff Potter definieren Emo nicht als Klamotten Label oder sich selbst nicht als Galleonsfigur der allgegenwärtigen sinnentleerten “Emo” Mode, sondern über Inhalt und liebe zur Musik. Muff Potter ist keine Modeerscheinung, sondern eine Mode die Aufgrund von Substanz ihren Trendcharakter beibehält.
Gregor Barth
Eine typische Art Bands kennen zulernen ist die Folgende. Man ist auf einer Party, und es entwickelt sich ein Gespräch über Musik, erst ganz allgemein. Schnell findet man in jener Gesellschaft Bands auf die man sich einigen kann. Man erörtert die Lebenssituation in der diese Musik für einen von Bedeutung war. So kommt es, dass nicht nur die eine Lebenserfahrung erörtert wird, sondern sich viele im laufe des Gesprächs häufen und man sich so von Band zu Band durch ein ganzes Leben hangelt. Eine Band wird dann unter den vielen bedeutenden Combos eine besondere gehobene Rolle zugeordnet. Das ist jene, die einem zu Hören vom Gesprächspartner verordnet wird. Damals, ungefähr vor 5 Jahren waren das häufig die noch mäßig Bekannten Muff Potter, in dessen Zusammenhang ein verfestigter Begriff sofort fiel, „Emo“. Die Bewegung Emo, aus dem Emocore entstanden, wurde zu jenem Zeitpunkt von einem relativ kleinem Personenkreis getragen und war nicht allgegenwärtig. Ein Grund, dass man sich einer Minderheit angehörig fühlte, die sich auch Hot Water Music oder The Get Up Kids auf die Fahnen schrieb. Fern ab von Totenköpfen bei uns allen bekannt Klamotten Labels fühlte man sich besonders, und wenn ich Muff Potter heute höre, stellt sich genau dieses Gefühl immer noch ein.
Muff Potter
Muff Potter die raue punkige Gruppe mit emotionaleren und tiefgreifenderen Texten als es für Punk üblich ist, definieren Emo durch verschiedene Punkte und mehr durch bandcharakterliche Eigenschaften als durch bewusst ausgerichtete Texte. Man ist Emo einfach und setzt sich nichts auf. Sie sprühen mit Leidenschaft heraus was gesagt werden muss. Anfangs, in der Entstehung der Band, ungläubig belächelt, hielten sie daran fest und blieben Standhaft, weil es aus Leidenschaft rüherte. So aus innerer Überzeugung hervor gebrachte Leidenschaft, dass man sich ihrer Wahrhaftigkeit annimmt. Wahrhaftigkeit bedeutet hier, dass sich durch ehrliche persönliche Aussagen und emotional entrückte Texte der Interpret ins Abseits stellt. Er vertritt eine authentische, glaubhafte Position. Dies geht soweit, dass die Kritik an äußeren Umständen bis zu einer augenscheinlichen Depressivität ausufern kann. In einem ewigen Kreislauf zwischen wieder aufstehen und abstürzen, steckt man in einer Lebenskrise. Dabei weiß man, dass man alles könnte, wenn man nur könnte, ein sinnhaftes, substanzielles Zitat aus vielen Muff Potter Texten. Ein innere Hinderung gegen den eigenen Willen zum Handeln ist bezeichnend für die textliche Aussage.
Die neue Platte - Steady Fremdköper
Muff Potter haben diese Definition von Emo auf ihrer neuen Platte beibehalten. So wird derjenige der die letzten Platten verstand auch diese neue verstehen. In ihrer Haltung verlassen sie sich weiterhin auf schmachtende Weltkritik aus dem Herzen des einfachen Mannes.
Das Keyboardgastspiel von vorhergegangenen Platten wurde wieder verband und somit auf atmosphärische Hintergrundfülle verzichtet. Rauhe Gitarren prügeln viel mehr auf die Ohren des Hörers ein. Immer wieder will Nagels hehrrausbrühlende Stimme das raue Leben verständlich machen. Es wird einen so vor die Füße geknallt, dass man einfach darüber stolpern muss, gerade oder trotz davon ausgehender Alltagskritik. Als inhaltlicher Mankel ist der über eine Schreibblockade handelnde Text anzumerken, aber wahrscheinlich gehört es langsam zum guten Ton, wie auch im Buchgeschäft, über das Nichtssagen zu schreiben. Wenigstens erkennt der Autor selbst sehr deutlich und schnell, „leere ist nicht peotisch“ und „unglaublich langweilig und ekelig“. Diesen Fehltritt gleicht das lang gezogene Instrumental am Ende des Songs, aber mit Entschiedenheit wieder aus. Möglicherweise ein Zeichen, dass man selbst erkannte, man solle nicht allzu ausgedehnt über eine langweilige Schreibblockade reden. Das ist auch gut so. Der Rest ist nicht zu beanstanden, und besitzt längst ein höheres Niveau als andere Bands gleichen Schlags. Unnötige klugscheißerische poetische Selbstbeweise sind im Gegensatz zu anderen deutschen Bands Muff Potter fremd. Mit Herzblut wird gesagt was gesagt werden muss.
Nagel zitierte im Homepage eigenen Tagebuch den hauseigenen Produzenten Nikolai Potthoff nach dem Abmixen mit den Worten „findest du nicht auch, daß diese Suppe mit Jodsalz zu würzen so ist, als würde man bei einem zu dumpfen Mix billige Höhen reindrehen?“. Die Platte ist nicht mit Jodsalz gewürzt.
Muff Potter definieren Emo nicht als Klamotten Label oder sich selbst nicht als Galleonsfigur der allgegenwärtigen sinnentleerten “Emo” Mode, sondern über Inhalt und liebe zur Musik. Muff Potter ist keine Modeerscheinung, sondern eine Mode die Aufgrund von Substanz ihren Trendcharakter beibehält.
Gregor Barth
Mark Ronson - Version
01. 07. 07 |
Link
Mark Ronson
Version
(Sony BMG, bereits erschienen)

Ich kenne ja sein erstes Album nicht, aber es kann nicht besser sein als dieses Coveralbum hier. Geht nicht. Was der New Yorker DJ hier aus den Originalen herauspresst ist schier unglaublich. Unterstützt von einer Armada renommierter Gastsänger (Moment, Robbie Williams ist renommiert?) und jeder Menge brutaler Blechbläser zaubert er beste Partymusik in die Boxen, notorische Nichttänzer auf die Tanzfläche und abwechselnd breites Grinsen und ungläubiges Staunen in deren Gesichter. Ihr merkt, ich mag die Platte wirklich: Nach einem harten Arbeitstag stand ich mit Kopfhörern in der S-Bahn. Erst schaute ich blöd, dann interessiert, dann lächelnd. Dann tanzte ich. In der S-Bahn. Mit Kopfhörern. Was soll ich sagen, diese Musik macht so glücklich, dass es peinlich wird.
Es gibt fast nur britische Lieder mit britischen SängerInnen, wast vielleicht auf Ronsons englische Wurzeln zurückzuführen ist: die Smiths hatten mit ihm die höchste Charts-Platzierung ihrer Geschichte. Coldplay klingen auf einmal überhaupt nicht mehr so langweilig und einschläfernd, Paul Smith singt sein Apply Some Pressure für die Dance-Charts, Robbie Williams mischt die Charlatans auf, oh, ich muss jetzt aufhören, die Nachbarn trommeln schon wieder an die Wände. ps
Version
(Sony BMG, bereits erschienen)

Ich kenne ja sein erstes Album nicht, aber es kann nicht besser sein als dieses Coveralbum hier. Geht nicht. Was der New Yorker DJ hier aus den Originalen herauspresst ist schier unglaublich. Unterstützt von einer Armada renommierter Gastsänger (Moment, Robbie Williams ist renommiert?) und jeder Menge brutaler Blechbläser zaubert er beste Partymusik in die Boxen, notorische Nichttänzer auf die Tanzfläche und abwechselnd breites Grinsen und ungläubiges Staunen in deren Gesichter. Ihr merkt, ich mag die Platte wirklich: Nach einem harten Arbeitstag stand ich mit Kopfhörern in der S-Bahn. Erst schaute ich blöd, dann interessiert, dann lächelnd. Dann tanzte ich. In der S-Bahn. Mit Kopfhörern. Was soll ich sagen, diese Musik macht so glücklich, dass es peinlich wird.
Es gibt fast nur britische Lieder mit britischen SängerInnen, wast vielleicht auf Ronsons englische Wurzeln zurückzuführen ist: die Smiths hatten mit ihm die höchste Charts-Platzierung ihrer Geschichte. Coldplay klingen auf einmal überhaupt nicht mehr so langweilig und einschläfernd, Paul Smith singt sein Apply Some Pressure für die Dance-Charts, Robbie Williams mischt die Charlatans auf, oh, ich muss jetzt aufhören, die Nachbarn trommeln schon wieder an die Wände. ps
Unkle - War Stories
01. 07. 07 |
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Unkle
War Stories
(rough trade, bereits erschienen)

DIe neue Unkle-Scheibe hat für mich entschieden: Ich werde zum MELT! fahren. Ich wäre auch zum Glastonbury gefahren um zu sehen wie sie dieses Album auf die Bühne bringen. Ehrlich! Vorab gab es ja schon mal eine EP mit vier der Titel (Night´s Temper), und die hat mich so richtig drauf gebracht. Alle Lieder. Selten hat das mit Geschwindigkeit zu tun, vielmehr lauert irgendwo unter der Oberflächeirgend etwas bedrohlich brodelndes, bereit jeden Moment loszubrechen. Klingt dämlich, stimmt aber. Man könnte es vielleicht einordnen zwischen den Chemical Brothers und Massive Attack, und unter den zahlreichen Gastsängern findet sich auch unvermeidlich 3D. Selbst Josh Homme (Queens of the Stone Age) gibt sich die Ehre. Ian Astbury ist natürlich auch wieder dabei: abstehende Härchen auf meinen Unterarmen. Bestes Lied aber geht an Gavin Clark mit "Broken". Man, ich kanns nicht mehr erwarten DAS endlich live zu sehen.
Tanzbares in Moll. (ps)
War Stories
(rough trade, bereits erschienen)

DIe neue Unkle-Scheibe hat für mich entschieden: Ich werde zum MELT! fahren. Ich wäre auch zum Glastonbury gefahren um zu sehen wie sie dieses Album auf die Bühne bringen. Ehrlich! Vorab gab es ja schon mal eine EP mit vier der Titel (Night´s Temper), und die hat mich so richtig drauf gebracht. Alle Lieder. Selten hat das mit Geschwindigkeit zu tun, vielmehr lauert irgendwo unter der Oberflächeirgend etwas bedrohlich brodelndes, bereit jeden Moment loszubrechen. Klingt dämlich, stimmt aber. Man könnte es vielleicht einordnen zwischen den Chemical Brothers und Massive Attack, und unter den zahlreichen Gastsängern findet sich auch unvermeidlich 3D. Selbst Josh Homme (Queens of the Stone Age) gibt sich die Ehre. Ian Astbury ist natürlich auch wieder dabei: abstehende Härchen auf meinen Unterarmen. Bestes Lied aber geht an Gavin Clark mit "Broken". Man, ich kanns nicht mehr erwarten DAS endlich live zu sehen.
Tanzbares in Moll. (ps)
Scut - This Is How It Feels When You Stumple
01. 06. 07 |
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Scut
This Is How It Feels When You Stumple
Alison Records, bereits erschienen
Der Schein trügt. Die Fotos im Cover lassen sie ja eher aussehen wie ein Lobpreisband aus dem Jugengottesdienst in Untertiefengrün, aber Gottseidank (darf man das so sagen?) klingen sie nicht so.
Gleich das erste Lied erinnert mich volle Kanne an Stars, und wenn man Schubladen mag, kann man sie vielleicht auch da ablegen. Dichter, druckvoller Sound, Popmelodien mit zwei Gesangsstimmen. Wer Victoriapark nicht wegen der Texte mag kommt hier auch auf seine Kosten (ich will jetzt nicht gegen die Texte reden, aber die sind halt auf Englisch). Nur das für meinen Geschmack die Frauen-Stimme (hier: Regine Schröter) etwas zu kurz kommt, hätte gern mehr sein können. Auch wenn Markus Losert auch ne gute Stimme hat, aber das ist eben Mädchenmusik. Im besten Sinne. Und es ist Sommermusik, für die Autobahn in Richtung Meer. Ich hör uns noch in Jahren, wenn wir die CD einlegen, sagen: „Weißt du noch damals, am Meschendorfer Strand...? bah
This Is How It Feels When You Stumple
Alison Records, bereits erschienen
Der Schein trügt. Die Fotos im Cover lassen sie ja eher aussehen wie ein Lobpreisband aus dem Jugengottesdienst in Untertiefengrün, aber Gottseidank (darf man das so sagen?) klingen sie nicht so.
Gleich das erste Lied erinnert mich volle Kanne an Stars, und wenn man Schubladen mag, kann man sie vielleicht auch da ablegen. Dichter, druckvoller Sound, Popmelodien mit zwei Gesangsstimmen. Wer Victoriapark nicht wegen der Texte mag kommt hier auch auf seine Kosten (ich will jetzt nicht gegen die Texte reden, aber die sind halt auf Englisch). Nur das für meinen Geschmack die Frauen-Stimme (hier: Regine Schröter) etwas zu kurz kommt, hätte gern mehr sein können. Auch wenn Markus Losert auch ne gute Stimme hat, aber das ist eben Mädchenmusik. Im besten Sinne. Und es ist Sommermusik, für die Autobahn in Richtung Meer. Ich hör uns noch in Jahren, wenn wir die CD einlegen, sagen: „Weißt du noch damals, am Meschendorfer Strand...? bah
Strike The Colours - The Face That Sunk...
01. 06. 07 |
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Strike The
Colours
The Face That Sunk A Thousand Ships
Deadlight Records, VÖ: 18. Juni 2007
Strike The Colours sind zwar offiziell eine Band, in Wirklichkeit aber wohl mehr ein Projekt von Jenny Reeve mit Gastmusikern. Aus Glasgow stammend arbeitete sie schon für Arab Strap, Idlewild, The Reindeer Section, Malcolm Middleton und Snow Patrol. Ordentlich Namedropping und Schubladen-Öffnen, aber The Face That Sunk A Thousend Ships passt da wirklich gut rein. Schöne Melodien, schöner Gesang, schöne Texte. Sogar schönes Cover. Aber: zu kurz. Mehr eine EP als ein ganzes Album und viel zu schnell vorbei. Moll herrscht vor, kommt aber frei von Pathos rüber. Ich kram dann mal eben im Poesie-Schränkchen: Schwereloser Pop mit Lagerfeuer-Appeal und gut für die Fahrt in Richtung Sonnenuntergang. bah
The Face That Sunk A Thousand Ships
Deadlight Records, VÖ: 18. Juni 2007
Strike The Colours sind zwar offiziell eine Band, in Wirklichkeit aber wohl mehr ein Projekt von Jenny Reeve mit Gastmusikern. Aus Glasgow stammend arbeitete sie schon für Arab Strap, Idlewild, The Reindeer Section, Malcolm Middleton und Snow Patrol. Ordentlich Namedropping und Schubladen-Öffnen, aber The Face That Sunk A Thousend Ships passt da wirklich gut rein. Schöne Melodien, schöner Gesang, schöne Texte. Sogar schönes Cover. Aber: zu kurz. Mehr eine EP als ein ganzes Album und viel zu schnell vorbei. Moll herrscht vor, kommt aber frei von Pathos rüber. Ich kram dann mal eben im Poesie-Schränkchen: Schwereloser Pop mit Lagerfeuer-Appeal und gut für die Fahrt in Richtung Sonnenuntergang. bah
Bodi Bill - No More Wars
11. 05. 07 |
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Bodi Bill - No
More Wars
Sinnbus Records
Kann sich jemand an diese Sturmnacht im Januar erinnern? Orkanwarnungen im Radio, die Bahn hatte tagelange Ausfälle danach. Ich nahm das Ganze als Anlass eher Feierabend zu machen (es gab Gerüchte die BVG würde den Betrieb am Abend einstellen). In meinen Kopfhörern hörte ich das erste mal Bodi Bill, während ich durch ein windstilles Belin lief. Es war herrlich! Auf den Straßen sehr wenig Menschen, über allem ein Knistern, die Erwartung des Unwetters, hin und wieder eine leichte Brise und man dachte: „Jetzt!“ Die Musik passte perfekt.
Das Berliner Elektronikduo Bodi Bill bringt fast spartanische Synthies und trockene Beats zusammen mit einer abgeklärten Stimme... Und über allem ein Knistern der Erwartung. Hin und wieder zieht das Tempo etwas an, und irgendwie versetzt es einen zurück in die 80er, als Elektronische Musik noch Kraftwerk hieß. Später lief ich nach Hause, stemmte mich gegen den Orkan, musste mich an Laternen festhalten und sah zu wie Ladenschilder auf den Gehweg krachten. Und im Ohr immer noch „No more wars“.
Sinnbus Records
Kann sich jemand an diese Sturmnacht im Januar erinnern? Orkanwarnungen im Radio, die Bahn hatte tagelange Ausfälle danach. Ich nahm das Ganze als Anlass eher Feierabend zu machen (es gab Gerüchte die BVG würde den Betrieb am Abend einstellen). In meinen Kopfhörern hörte ich das erste mal Bodi Bill, während ich durch ein windstilles Belin lief. Es war herrlich! Auf den Straßen sehr wenig Menschen, über allem ein Knistern, die Erwartung des Unwetters, hin und wieder eine leichte Brise und man dachte: „Jetzt!“ Die Musik passte perfekt.
Das Berliner Elektronikduo Bodi Bill bringt fast spartanische Synthies und trockene Beats zusammen mit einer abgeklärten Stimme... Und über allem ein Knistern der Erwartung. Hin und wieder zieht das Tempo etwas an, und irgendwie versetzt es einen zurück in die 80er, als Elektronische Musik noch Kraftwerk hieß. Später lief ich nach Hause, stemmte mich gegen den Orkan, musste mich an Laternen festhalten und sah zu wie Ladenschilder auf den Gehweg krachten. Und im Ohr immer noch „No more wars“.
Kids On TV - Mixing Business...
11. 05. 07 |
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Kids On TV
Mixing Business With Pleasure
Chicks On Speed Records, bereits erschienen
»Kids On TV sind schwer zu fassen. Sie spielen mit Erwarungshaltungen, mit Masken und Verkleidungen. Und mit Musik. (Achtung, kurzes Abschweifen) Es gab früher immer zwei Sorten von Kindern, wenns um Lego ging: Die einen versuchten möglichst genaue Modelle zu bauen, wo Farbe und Form stimmten. Den anderen war das so ziemlich egal, die steckten rote an blaue an gelbe Steine, und am Schluss hatte man ein buntes Etwas, dass für die Erwachsenen kaum greifbar war, für die Kinder aber die tollste Sache auf der Welt (Abschweifung Ende). Kids On TV gehörten definitiv zur zweiten Kategorie. Aus House, Punk und Pop bauen sie bunte Songstrukturen, jagen das noch durch ein paar Verzerrer und pappen auf diese tanzbare Mischung noch ein paar sehr offenen Texte. Boy George nannte das sehr treffend „Kamikaze-Queer-Pop“ und liess es sich nicht nehmen auf der Platte einen Gastauftritt hinzulegen. Zu den erwähnten sehr offenen Texten: Die Band kommt aus der schwul-lesbischen Szene von Toronto, und singt/schreit/spricht über ihre Sexualität, über Zwänge und Emanzipation. Da geht es um Körperkult, um den „Hanky Code“ (Schwule stecken sich verschiedenfarbige Taschentücher in ihre Gesäßtaschen, um ihre sexuellen Vorlieben zu signalisieren) um Klischees und Sex. Alles in allem: Sehr tanzbare Musik mit Anspruch und Aussage.
Mixing Business With Pleasure
Chicks On Speed Records, bereits erschienen
»Kids On TV sind schwer zu fassen. Sie spielen mit Erwarungshaltungen, mit Masken und Verkleidungen. Und mit Musik. (Achtung, kurzes Abschweifen) Es gab früher immer zwei Sorten von Kindern, wenns um Lego ging: Die einen versuchten möglichst genaue Modelle zu bauen, wo Farbe und Form stimmten. Den anderen war das so ziemlich egal, die steckten rote an blaue an gelbe Steine, und am Schluss hatte man ein buntes Etwas, dass für die Erwachsenen kaum greifbar war, für die Kinder aber die tollste Sache auf der Welt (Abschweifung Ende). Kids On TV gehörten definitiv zur zweiten Kategorie. Aus House, Punk und Pop bauen sie bunte Songstrukturen, jagen das noch durch ein paar Verzerrer und pappen auf diese tanzbare Mischung noch ein paar sehr offenen Texte. Boy George nannte das sehr treffend „Kamikaze-Queer-Pop“ und liess es sich nicht nehmen auf der Platte einen Gastauftritt hinzulegen. Zu den erwähnten sehr offenen Texten: Die Band kommt aus der schwul-lesbischen Szene von Toronto, und singt/schreit/spricht über ihre Sexualität, über Zwänge und Emanzipation. Da geht es um Körperkult, um den „Hanky Code“ (Schwule stecken sich verschiedenfarbige Taschentücher in ihre Gesäßtaschen, um ihre sexuellen Vorlieben zu signalisieren) um Klischees und Sex. Alles in allem: Sehr tanzbare Musik mit Anspruch und Aussage.
bodi bill - no more wars
03. 05. 07 |
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bodi bill
no more wars
sinnbus records, bereits erschienen
Kann sich jemand an diese Sturmnacht im Januar erinnern? Orkanwarnungen im Radio, die Bahn hatte tagelange Ausfälle danach. Ich nahm das Ganze als nlass eher Feierabend zu machen (es gab Gerüchte die BVG würde den Betrieb am Abend einstellen). In meinen Kopfhörern hörte ich das erste mal Bodi Bill, während ich durch ein windstilles Belin lief. Es war herrlich! Auf den Straßen sehr wenig Menschen, über allem ein Knistern, die Erwartung des Unwetters, hin und wieder eine leichte Brise und man dachte: „Jetzt!“ Die Musik passte perfekt.
Das Berliner Elektronikduo Bodi Bill bringt fast spartanische Synthies und trockene Beats zusammen mit einer abgeklärten Stimme... Und über allem ein Knistern der Erwartung. Hin und wieder zieht das Tempo etwas an, und irgendwie versetzt es einen zurück in die 80er, als Elektronische Musik noch Kraftwerk hieß.
Später lief ich nach Hause, stemmte mich gegen den Orkan, musste mich an Laternen festhalten und sah zu wie Ladenschilder auf den Gehweg krachten. Und im Ohr immer noch „No more wars“.
bah
no more wars
sinnbus records, bereits erschienen
Kann sich jemand an diese Sturmnacht im Januar erinnern? Orkanwarnungen im Radio, die Bahn hatte tagelange Ausfälle danach. Ich nahm das Ganze als nlass eher Feierabend zu machen (es gab Gerüchte die BVG würde den Betrieb am Abend einstellen). In meinen Kopfhörern hörte ich das erste mal Bodi Bill, während ich durch ein windstilles Belin lief. Es war herrlich! Auf den Straßen sehr wenig Menschen, über allem ein Knistern, die Erwartung des Unwetters, hin und wieder eine leichte Brise und man dachte: „Jetzt!“ Die Musik passte perfekt.
Das Berliner Elektronikduo Bodi Bill bringt fast spartanische Synthies und trockene Beats zusammen mit einer abgeklärten Stimme... Und über allem ein Knistern der Erwartung. Hin und wieder zieht das Tempo etwas an, und irgendwie versetzt es einen zurück in die 80er, als Elektronische Musik noch Kraftwerk hieß.
Später lief ich nach Hause, stemmte mich gegen den Orkan, musste mich an Laternen festhalten und sah zu wie Ladenschilder auf den Gehweg krachten. Und im Ohr immer noch „No more wars“.
bah
monotekktoni - love your neighbour?...
01. 05. 07 |
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monotekktoni
love your neighbour? no, thanks.
sinnbus records, bereits erschienen
»Schon den Albumtitel kann man ja als Antithese zu Bodi Bills „No More Wars“ vom gleichen Label verstehen. Und so geht auch das, was Tonia Reeh aus der Technik quetscht, tritt und prügelt in eine völlg andere Richtung. Sie ist wütend, und das darf man gern auch hören. Die Beats peitschen, die Effektgeräte kreischen, hektisch zappelt sich die Platte immer weiter vorwärts, während ihre Stimme meist ruhig, aber bestimmt ansagt, was nicht stimmt in ihrer Welt. Und mit ihrer Welt meint sie unsere, das hier ist nicht privat, das ist politisch im globalen Maßstab. Mittendrin ein Stück Klaviermusik, zum Luftholen, bevor der Kampf weitergeht, denn est ist schon vier Uhr Morgens und immer noch nicht die Hölle. Hands Up!!
love your neighbour? no, thanks.
sinnbus records, bereits erschienen
»Schon den Albumtitel kann man ja als Antithese zu Bodi Bills „No More Wars“ vom gleichen Label verstehen. Und so geht auch das, was Tonia Reeh aus der Technik quetscht, tritt und prügelt in eine völlg andere Richtung. Sie ist wütend, und das darf man gern auch hören. Die Beats peitschen, die Effektgeräte kreischen, hektisch zappelt sich die Platte immer weiter vorwärts, während ihre Stimme meist ruhig, aber bestimmt ansagt, was nicht stimmt in ihrer Welt. Und mit ihrer Welt meint sie unsere, das hier ist nicht privat, das ist politisch im globalen Maßstab. Mittendrin ein Stück Klaviermusik, zum Luftholen, bevor der Kampf weitergeht, denn est ist schon vier Uhr Morgens und immer noch nicht die Hölle. Hands Up!!
Tele - Wir brauchen nichts
12. 04. 07 |
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Tele - Wir brauchen
nichts
CD; VÖ: 23.02.2007; Vertigo Be (Universal)
Wenn ich ehrlichen Herzens sagen kann: "Diese Platte hat mich textlich so was von beeindruckt, abgeholt, mitgenommen, gedrückt, getröstet, aufgebaut, abstürzen lassen, Respekt eingeflößt, in mir so viel Bewunderung und Dankbarkeit augelöst", dann meine ich damit nur eine - die neue Tele. Ehrlich, seit Keimzeit, naja gut, seit Tom Liwa habe ich keine derartigen Momente mehr bei deutschsprachiger Musik gehabt. Das Vorgängeralbum "Wovon sollen wir leben" war quasi die Einladung zum Pop, aber Pop von Könnerhand und jetzt legen Francesco und die anderen Jungs noch eins, noch drei mal eins oben drauf. Der entscheidende Unterschied: sie können das, was sie da tun, so verdammt gut und sie können es verdammt gut verkaufen. Und es fühlt sich gar nicht komisch an, dass alles schick zu finden.
Okay, also mal ein Beispiel: Mario. Ich habe diese ganze Stefan Raab Geschichte nicht mitbekommen, aber ich kann mir die unterschiedlichen Kommentare gut vorstellen. Dabei muss man sich Mario nur mal als Video ansehen, und schon weiß man, dass Tele sich augenzwinkernd durch vermeintlich einfach gestrickte zuckersüße Popmelodien spielen, tänzeln, streicheln, charmeurisieren. Allesamt große Hymnen stecken auf dieser Platte und Francesco erzählt so leidenschaftlich von fernen Lieben, gesellschaftlicher Revolution und Traumfrauen und steckt das ganze so gekonnt in die oft bemäkelte harte deutsche Sprache, dass die Sommerlaune und der Herzschmerz und die Wut ganz von alleine aufkeimen und man denkt: "woher weiß der, wie es mir geht? woher weiß der, was ich gerade denke?" Vielleicht sogar:"woher kennt der meine Wünsche, Träume, Hoffnungen???!"
Der Einfluß der großen Afrikareise der Band bleibt, zumindest textlich und musikalisch verhalten, aber man kann auch in Berlin Abenteuer erleben und hej - zur Not sagt man, singt man halt "bye bye berlin", am besten mit Geldautomaten und den Vereinigten Staaten. Die kriegen auch ihr Fett weg, denn der erste, als auch der zweite Golfkrieg waren falsch genau wie die Tatsache, dass man sich seiner nicht mehr existenten Gefühle sicher sein kann... Tele sagen alles zum Thema Lebenszeit mit "Zeit ist schnell", sie fühlen kreiselnden Gedanken über Verflossene Lieben ein ums andere Mal mit und diagnostizieren mal aus dem Stand unserer Gesellschaft eine ziemlich ernsthafte Krankheit. Wer sagt´s besser, wer treffender und zugleich doch noch sympathischer, erfahrener, augenzwinkernder und mitfühlender?
Hmm, jetzt wollte ich eigentlich gar nicht so sehr Tele gegen irgendwas verteidigen - einfach nur mal sagen, dass man sich diese Platte unbedingt mal anhören sollte. Und dann, ja dann kann man ja immer noch den harten Mann spielen...
AML
CD; VÖ: 23.02.2007; Vertigo Be (Universal)
Wenn ich ehrlichen Herzens sagen kann: "Diese Platte hat mich textlich so was von beeindruckt, abgeholt, mitgenommen, gedrückt, getröstet, aufgebaut, abstürzen lassen, Respekt eingeflößt, in mir so viel Bewunderung und Dankbarkeit augelöst", dann meine ich damit nur eine - die neue Tele. Ehrlich, seit Keimzeit, naja gut, seit Tom Liwa habe ich keine derartigen Momente mehr bei deutschsprachiger Musik gehabt. Das Vorgängeralbum "Wovon sollen wir leben" war quasi die Einladung zum Pop, aber Pop von Könnerhand und jetzt legen Francesco und die anderen Jungs noch eins, noch drei mal eins oben drauf. Der entscheidende Unterschied: sie können das, was sie da tun, so verdammt gut und sie können es verdammt gut verkaufen. Und es fühlt sich gar nicht komisch an, dass alles schick zu finden.
Okay, also mal ein Beispiel: Mario. Ich habe diese ganze Stefan Raab Geschichte nicht mitbekommen, aber ich kann mir die unterschiedlichen Kommentare gut vorstellen. Dabei muss man sich Mario nur mal als Video ansehen, und schon weiß man, dass Tele sich augenzwinkernd durch vermeintlich einfach gestrickte zuckersüße Popmelodien spielen, tänzeln, streicheln, charmeurisieren. Allesamt große Hymnen stecken auf dieser Platte und Francesco erzählt so leidenschaftlich von fernen Lieben, gesellschaftlicher Revolution und Traumfrauen und steckt das ganze so gekonnt in die oft bemäkelte harte deutsche Sprache, dass die Sommerlaune und der Herzschmerz und die Wut ganz von alleine aufkeimen und man denkt: "woher weiß der, wie es mir geht? woher weiß der, was ich gerade denke?" Vielleicht sogar:"woher kennt der meine Wünsche, Träume, Hoffnungen???!"
Der Einfluß der großen Afrikareise der Band bleibt, zumindest textlich und musikalisch verhalten, aber man kann auch in Berlin Abenteuer erleben und hej - zur Not sagt man, singt man halt "bye bye berlin", am besten mit Geldautomaten und den Vereinigten Staaten. Die kriegen auch ihr Fett weg, denn der erste, als auch der zweite Golfkrieg waren falsch genau wie die Tatsache, dass man sich seiner nicht mehr existenten Gefühle sicher sein kann... Tele sagen alles zum Thema Lebenszeit mit "Zeit ist schnell", sie fühlen kreiselnden Gedanken über Verflossene Lieben ein ums andere Mal mit und diagnostizieren mal aus dem Stand unserer Gesellschaft eine ziemlich ernsthafte Krankheit. Wer sagt´s besser, wer treffender und zugleich doch noch sympathischer, erfahrener, augenzwinkernder und mitfühlender?
Hmm, jetzt wollte ich eigentlich gar nicht so sehr Tele gegen irgendwas verteidigen - einfach nur mal sagen, dass man sich diese Platte unbedingt mal anhören sollte. Und dann, ja dann kann man ja immer noch den harten Mann spielen...
AML
Beatsteaks - Limbo Messiah
12. 04. 07 |
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Beatsteaks - .limbo
messiah und .demons galore;
CD+DVD; VÖ: 30.03.2007; Warner
Also, zur Frontenklärung gleich vorweg: ich finde, die Beatsteaks sind derzeit mit Abstand Deutschlands beste Rockband. Ich finde das schon seit drei Jahren, als ich gesehen habe, wie sie das Conne Island in Leipzig zerpflückt haben und ich kann des auch jetzt nur nochmal wiederholen (und mich auf den diesjährigen Gig im CI im Mai nur freuen). Soweit dazu. Dementsprechend heiß erwartet habe ich die neue Platte, sicherlich nicht ganz unbeeinflusst von der Sympathie, die in meinem direkten Umfeld für die Buben herrscht, spätestens seit dem 100maligen Genuß von der B-Seite... Als ich dann an einem kalten Februarabend zum ersten Mal "jane became insane" auf myspace (...) gehört habe, hab ich dann aber doch Angst gekriegt. Aber dann hab ich mich beruhigt: warum sollen die Beatbuletten nicht auch mal die total verückten Crazyboys rauslassen, schön im Irrenhaus kreiseln wie weiland Green Day und sich zu Steffi und Ali gesellen für gloriose 2:45 Minuten. Alles nicht so schlimm, die wissen doch, was sie tun... Und dann habe ich einfach mal an ihren guten Geschmack oder ihr, zumindest mir vermitteltes, Herz für die Rockgesten geglaubt. Okay und dann also am 30. März früh in den Plattenladen und einfach mal auch die tausenden von ganz schlechten Artikeln über die neue "Popplatte" und ähnliches ignoriert und dann gleich zum nächstbesten Mac und als Einführung den Film .demons galore angeschaut. Huij. Hart! Die Beatsteaks mit launischen Studioquälereien, den üblichen Pannen, wie abgerauchten Festplatten und geklauten Songs, und zur Krönung dann einem stummen Drummer und einem aggressiven Basser und zwei rivalisierenden Gitarristen bei der Psychotherapeutin... Schön, schön auch die Verwischung von Wahrheit und Fiktion unter Bemühung des alten Haudegens Jürgen Vogel und dann natürlich ein strahlendes PunkRock- Happy End. Aber dann hatte ich doch wieder etwas Respekt vor dem Album, was dann eine halbe Stunde später im heimischen Player losballerte - und das tut die Platte wirklich! Aller Respekt, alle unguten Gefühle, alle Angst völlig unbegründet. In meinen Ohren ist es genau die richtige Mischung aus Punkschnodderigeit und Spielfreude und Perfektionismus und Credibility und Mainstream, die eine halbe Stunde Hits am Stück gebiert. Vom ersten Ton an - der zugegeben ein wenig an "In your honour" erinnert - Energie! Viel weniger große Popgesten als auf Smacksmash, dafür viel mehr - ja, Geballer im positivsten Sinn. Ein Wehrmutstropfen bleibt irgendwie, dass die Jungs nach wie vor das textliche etwas schleifen lassen, nicht wirklich, aber es spielt halt kaum eine inhaltliche Rolle. Das denke ich aber nur in Augenblicken, in denen ich etwas verdränge, dass Musik auch eine Sprache ist. Und, oh ja, die beherrschen die Herren Teutoburg-Weiß, Baumann, Kurtzke, Götz und Scholz fließend, f-l-i-e-ß-e-n-d! Im Ende ist alles gut, wir haben eine weitere Beatsteakssommerplatte, wir haben Songs, die jede Bühne niederbrennen werden, wir haben eine Band, die´s höchstzufrieden ist mit dem schlußendlich abgelieferten, wir haben einen kongenialen Producer, der sich massieren lassen kann und wir werden einmal mehr zufrieden händchenreibende Warnerbosse haben, die unsere sauer verdienten Penunzen mit mittäglichem Weißwein am Spreeufer genüßlich schlürfen können. Ach ja und wir haben Schreiberlinge, die sich gegenseitig zitieren, na holla.
Und trotzdem ist es diesmal auch wieder eine ganz besondere, einzigartige Fortsetzung des Punkrock - subtil, berlinerisch und ernstgemeint. Gut so!
AML
CD+DVD; VÖ: 30.03.2007; Warner
Also, zur Frontenklärung gleich vorweg: ich finde, die Beatsteaks sind derzeit mit Abstand Deutschlands beste Rockband. Ich finde das schon seit drei Jahren, als ich gesehen habe, wie sie das Conne Island in Leipzig zerpflückt haben und ich kann des auch jetzt nur nochmal wiederholen (und mich auf den diesjährigen Gig im CI im Mai nur freuen). Soweit dazu. Dementsprechend heiß erwartet habe ich die neue Platte, sicherlich nicht ganz unbeeinflusst von der Sympathie, die in meinem direkten Umfeld für die Buben herrscht, spätestens seit dem 100maligen Genuß von der B-Seite... Als ich dann an einem kalten Februarabend zum ersten Mal "jane became insane" auf myspace (...) gehört habe, hab ich dann aber doch Angst gekriegt. Aber dann hab ich mich beruhigt: warum sollen die Beatbuletten nicht auch mal die total verückten Crazyboys rauslassen, schön im Irrenhaus kreiseln wie weiland Green Day und sich zu Steffi und Ali gesellen für gloriose 2:45 Minuten. Alles nicht so schlimm, die wissen doch, was sie tun... Und dann habe ich einfach mal an ihren guten Geschmack oder ihr, zumindest mir vermitteltes, Herz für die Rockgesten geglaubt. Okay und dann also am 30. März früh in den Plattenladen und einfach mal auch die tausenden von ganz schlechten Artikeln über die neue "Popplatte" und ähnliches ignoriert und dann gleich zum nächstbesten Mac und als Einführung den Film .demons galore angeschaut. Huij. Hart! Die Beatsteaks mit launischen Studioquälereien, den üblichen Pannen, wie abgerauchten Festplatten und geklauten Songs, und zur Krönung dann einem stummen Drummer und einem aggressiven Basser und zwei rivalisierenden Gitarristen bei der Psychotherapeutin... Schön, schön auch die Verwischung von Wahrheit und Fiktion unter Bemühung des alten Haudegens Jürgen Vogel und dann natürlich ein strahlendes PunkRock- Happy End. Aber dann hatte ich doch wieder etwas Respekt vor dem Album, was dann eine halbe Stunde später im heimischen Player losballerte - und das tut die Platte wirklich! Aller Respekt, alle unguten Gefühle, alle Angst völlig unbegründet. In meinen Ohren ist es genau die richtige Mischung aus Punkschnodderigeit und Spielfreude und Perfektionismus und Credibility und Mainstream, die eine halbe Stunde Hits am Stück gebiert. Vom ersten Ton an - der zugegeben ein wenig an "In your honour" erinnert - Energie! Viel weniger große Popgesten als auf Smacksmash, dafür viel mehr - ja, Geballer im positivsten Sinn. Ein Wehrmutstropfen bleibt irgendwie, dass die Jungs nach wie vor das textliche etwas schleifen lassen, nicht wirklich, aber es spielt halt kaum eine inhaltliche Rolle. Das denke ich aber nur in Augenblicken, in denen ich etwas verdränge, dass Musik auch eine Sprache ist. Und, oh ja, die beherrschen die Herren Teutoburg-Weiß, Baumann, Kurtzke, Götz und Scholz fließend, f-l-i-e-ß-e-n-d! Im Ende ist alles gut, wir haben eine weitere Beatsteakssommerplatte, wir haben Songs, die jede Bühne niederbrennen werden, wir haben eine Band, die´s höchstzufrieden ist mit dem schlußendlich abgelieferten, wir haben einen kongenialen Producer, der sich massieren lassen kann und wir werden einmal mehr zufrieden händchenreibende Warnerbosse haben, die unsere sauer verdienten Penunzen mit mittäglichem Weißwein am Spreeufer genüßlich schlürfen können. Ach ja und wir haben Schreiberlinge, die sich gegenseitig zitieren, na holla.
Und trotzdem ist es diesmal auch wieder eine ganz besondere, einzigartige Fortsetzung des Punkrock - subtil, berlinerisch und ernstgemeint. Gut so!
AML