Beatsteaks
25. 05. 07 | Konzerte
beatsteaks
im conne island, 20.05.2007
es gibt clubs, die sich auf keine musikrichtung festlegen, da ist alles möglich. es gibt clubs, die sich auf eine musikrichtung einschießen und wo man nur derenthalben hingeht. darunter gibt es dann clubs, die zu von den jeweiligen bands immer besucht werden, weil sie natürlich das jeweilige publikum haben. und es gibt auch clubs, die gehören zu einer bestimmten band, wie ein zusätzliches bandmitglied oder der erfolgsproducer. quasi 2. proberaum, erste heimat... bei den beatsteaks habe ich den eindruck, die haben in jeder stadt einen club, der einfach zu einer beatsteakstour dazugehört. die batschkapp. die columbiahalle ;-) . oder eben und nicht zuletzt das conne island in leipzig.
das ähnelt an diesem sonntagabend im mai einer pilgerstätte, mehr noch als sonst. nur wenige tage, nachdem im dezember vergangenen jahres die tourdaten für das lang erwartete neue album fest standen, bekam man im ci nur noch wenige karten für das konzert. und das, obwohl die beatsteaks ein paar wochen später nochmal in der stadt waren, im wesentlich größeren haus auensee, was für den ausverkauf etwas länger brauchte. und es sind bei weitem nicht nur leipziger dabei. schon auf dem weg in den leipziger süden macht sich eine interessante stimmung breit. der weg ist in vorbereitung des g8-gipfels von bgs-bullies gesäumt, die einem selbst den eindruck geben, man befände sich auf dem weg zu einem verbotenen treffen des schwarzen blocks. auf dem gelände dann herrscht ein aufgeregtes miteinander, vorfreudiges grinsen und man merkt mal wieder, dass man nun doch schon zu dem publikumsteil gehört, der gerade noch nicht den seniorenausweis vorzeigen kann... eintauchen in ein meer aus tätowierten armen, augenbrauenpiercings und neu! nun auch cheapmondayjeans. ein, zwei bier von wegen der vorbereitenden beachtung des flüssigkeitshaushaltes. schließlich sah man vor 3 jahren die beatsteaks zuletzt im conne island und erinnert sich noch gut an die völlige dehydratation nach 1 1/2 stunden saunatanzens... im conne island, was es immer noch schafft, drinnen wesentlich stylischer zu sein als die gesprühten hauswände vermuten lassen, ohne dabei den anarchocharakter zu verlieren, wird´s eng. und da, myspacefreunde auf der bühne. lange hatte man sich gefragt, wer die herren beachbuletten heute abend supporten dürfte und dann waren es tatsächlich die haudegen der radio dead ones, die dreckspunk spielten und ihn augenscheinlich auch leben. eher belustigt standen große teile des publikums, aber zunehmend wurde auch getanzt und großartige punkgesten, wie gespucktes wasser und schnodderige ansagen beklatscht. die magdeburger, oh, die berliner machten es kurz und schmerzlos und waren nach knapp 30 minuten durch ihr set gejagt. zack.
nun hieß es „anhalten!“, wenn man einen bühnennahen platz nicht zugunsten einer leeren harnblase aufgeben wollte. sardinenbüchse kein ausdruck. doch ließen sich die herren beatsteaks genüßlich zeit, schlappten ab und an mal durch den bühnenhintergrund und ließen sich augenscheinlich zunächst im backstage noch den ein und anderen gerstensaft munden. als dann die bühne bereitet war und das publikum in reihe stand und die nahezu feierliche stimmung vor spannung kaum noch auszuhalten, öffnete sich wie ein adventstürchen der backstage und die jungens ergriffen die gitarren und sticks und legten los. und interessant war, dass es auch für sie augenscheinlich ein ganz besonderes konzert war. es läßt sich nur so beschreiben: wir spielen nach langer zeit endlich mal wieder bei guten freunden und hier geht es nicht um verkaufszahlen, hier geht es nur um uns und die leute da unten, die verdammt nochmal einen guten abend haben sollen und um den punkrock. hier sind wir als band, egal wie viele leute uns hören, da seit ihr, das publikum, das uns ganz bewußt heute abend hier sehen will.
so stören die kleinen bühnenabsperrungen kaum. es stört nicht, dass man nach fünf minuten im schweiß von dreihundert anderen steht. heute abend ist man bereit, sein letztes zu geben. egal, ob man morgen noch sprechen kann. egal, ob die digicam in stücke zerbricht. jetzt heißt es, 90 minuten draufhalten.
die beatsteaks jagen durch ihre hits. smacksmash funktioniert, living targets brennt, die wohnzimmer ep ist eh legendär und tatsächlich funktionieren auch die neuen songs von limboh messia perfect. und das auch dann, wenn die musiker selber mal etwas unsicher sind. es ist äußerst sympathisch, zu sehen, wie arnim und peter bei cut off the top den einsatz verpassen. wie arnim mal unsicher zu bernd rüberschielt und der ihm aufmunternd zunickt, als wolle er sagen: „mach einfach, arnim, du hast den song schon hundertmal gesungen, du kannst das...“ es menschelt auf der bühne. so sehr, dass man schon angst um arnim hat, als er nach wiederholtem mikrofonaussetzer etwas frustriert das ding zu boden wirft und von der bühne verschwindet. natürlich denkt man zuerst, er würde sich seinen weg zum mischpult bahnen, um von dort die show fortzusetzen, doch als dann nach geraumer zeit auch peter besorgt in den saal schaut und seinen sänger als vermisst abkündigt, wird´s schon wieder mal besonders. aber dann taucht arnim am foh auf und vollführt einen klassischen salto ins publikum, das ihn zum ausklang von „atomic love“ dann zur bühne zurück trägt.
natürlich viel zu schnell ist das ende des konzertes erreicht. euphorisch gefeiert kehrt die band für drei zugaben auf die bühne zurück. und bringt nun auch „let me in“, das wahrscheinlich auch die letzten zögerer zum besuch des conne island bewegt hat. denn die kurze szene eines geschlossen aus der hocke aufspringenden publikums, die wohl zu den ältesten videos auf youtube gehört, stammt aus dem ci und macht einfach lust auf mehr. als die letzten watt aus den boxen geraucht sind, bedankt sich eine überglückliche berliner band artig und ehrlich gerührt bei den anwesenden, die nur dank des umsichtigen einsatzes mehrerer wasservernebler und -flaschen durch die veranstalter noch zu letzten ekstatischen appläusen fähig sind. und glücklich machen sich die völlig durchnäßten gäste auf den heimweg, wie lang er auch sein mag. familiär kein ausdruck für den abend. fast schon wie ein wohnzimmerkonzert...
im conne island, 20.05.2007
es gibt clubs, die sich auf keine musikrichtung festlegen, da ist alles möglich. es gibt clubs, die sich auf eine musikrichtung einschießen und wo man nur derenthalben hingeht. darunter gibt es dann clubs, die zu von den jeweiligen bands immer besucht werden, weil sie natürlich das jeweilige publikum haben. und es gibt auch clubs, die gehören zu einer bestimmten band, wie ein zusätzliches bandmitglied oder der erfolgsproducer. quasi 2. proberaum, erste heimat... bei den beatsteaks habe ich den eindruck, die haben in jeder stadt einen club, der einfach zu einer beatsteakstour dazugehört. die batschkapp. die columbiahalle ;-) . oder eben und nicht zuletzt das conne island in leipzig.
das ähnelt an diesem sonntagabend im mai einer pilgerstätte, mehr noch als sonst. nur wenige tage, nachdem im dezember vergangenen jahres die tourdaten für das lang erwartete neue album fest standen, bekam man im ci nur noch wenige karten für das konzert. und das, obwohl die beatsteaks ein paar wochen später nochmal in der stadt waren, im wesentlich größeren haus auensee, was für den ausverkauf etwas länger brauchte. und es sind bei weitem nicht nur leipziger dabei. schon auf dem weg in den leipziger süden macht sich eine interessante stimmung breit. der weg ist in vorbereitung des g8-gipfels von bgs-bullies gesäumt, die einem selbst den eindruck geben, man befände sich auf dem weg zu einem verbotenen treffen des schwarzen blocks. auf dem gelände dann herrscht ein aufgeregtes miteinander, vorfreudiges grinsen und man merkt mal wieder, dass man nun doch schon zu dem publikumsteil gehört, der gerade noch nicht den seniorenausweis vorzeigen kann... eintauchen in ein meer aus tätowierten armen, augenbrauenpiercings und neu! nun auch cheapmondayjeans. ein, zwei bier von wegen der vorbereitenden beachtung des flüssigkeitshaushaltes. schließlich sah man vor 3 jahren die beatsteaks zuletzt im conne island und erinnert sich noch gut an die völlige dehydratation nach 1 1/2 stunden saunatanzens... im conne island, was es immer noch schafft, drinnen wesentlich stylischer zu sein als die gesprühten hauswände vermuten lassen, ohne dabei den anarchocharakter zu verlieren, wird´s eng. und da, myspacefreunde auf der bühne. lange hatte man sich gefragt, wer die herren beachbuletten heute abend supporten dürfte und dann waren es tatsächlich die haudegen der radio dead ones, die dreckspunk spielten und ihn augenscheinlich auch leben. eher belustigt standen große teile des publikums, aber zunehmend wurde auch getanzt und großartige punkgesten, wie gespucktes wasser und schnodderige ansagen beklatscht. die magdeburger, oh, die berliner machten es kurz und schmerzlos und waren nach knapp 30 minuten durch ihr set gejagt. zack.
nun hieß es „anhalten!“, wenn man einen bühnennahen platz nicht zugunsten einer leeren harnblase aufgeben wollte. sardinenbüchse kein ausdruck. doch ließen sich die herren beatsteaks genüßlich zeit, schlappten ab und an mal durch den bühnenhintergrund und ließen sich augenscheinlich zunächst im backstage noch den ein und anderen gerstensaft munden. als dann die bühne bereitet war und das publikum in reihe stand und die nahezu feierliche stimmung vor spannung kaum noch auszuhalten, öffnete sich wie ein adventstürchen der backstage und die jungens ergriffen die gitarren und sticks und legten los. und interessant war, dass es auch für sie augenscheinlich ein ganz besonderes konzert war. es läßt sich nur so beschreiben: wir spielen nach langer zeit endlich mal wieder bei guten freunden und hier geht es nicht um verkaufszahlen, hier geht es nur um uns und die leute da unten, die verdammt nochmal einen guten abend haben sollen und um den punkrock. hier sind wir als band, egal wie viele leute uns hören, da seit ihr, das publikum, das uns ganz bewußt heute abend hier sehen will.
so stören die kleinen bühnenabsperrungen kaum. es stört nicht, dass man nach fünf minuten im schweiß von dreihundert anderen steht. heute abend ist man bereit, sein letztes zu geben. egal, ob man morgen noch sprechen kann. egal, ob die digicam in stücke zerbricht. jetzt heißt es, 90 minuten draufhalten.
die beatsteaks jagen durch ihre hits. smacksmash funktioniert, living targets brennt, die wohnzimmer ep ist eh legendär und tatsächlich funktionieren auch die neuen songs von limboh messia perfect. und das auch dann, wenn die musiker selber mal etwas unsicher sind. es ist äußerst sympathisch, zu sehen, wie arnim und peter bei cut off the top den einsatz verpassen. wie arnim mal unsicher zu bernd rüberschielt und der ihm aufmunternd zunickt, als wolle er sagen: „mach einfach, arnim, du hast den song schon hundertmal gesungen, du kannst das...“ es menschelt auf der bühne. so sehr, dass man schon angst um arnim hat, als er nach wiederholtem mikrofonaussetzer etwas frustriert das ding zu boden wirft und von der bühne verschwindet. natürlich denkt man zuerst, er würde sich seinen weg zum mischpult bahnen, um von dort die show fortzusetzen, doch als dann nach geraumer zeit auch peter besorgt in den saal schaut und seinen sänger als vermisst abkündigt, wird´s schon wieder mal besonders. aber dann taucht arnim am foh auf und vollführt einen klassischen salto ins publikum, das ihn zum ausklang von „atomic love“ dann zur bühne zurück trägt.
natürlich viel zu schnell ist das ende des konzertes erreicht. euphorisch gefeiert kehrt die band für drei zugaben auf die bühne zurück. und bringt nun auch „let me in“, das wahrscheinlich auch die letzten zögerer zum besuch des conne island bewegt hat. denn die kurze szene eines geschlossen aus der hocke aufspringenden publikums, die wohl zu den ältesten videos auf youtube gehört, stammt aus dem ci und macht einfach lust auf mehr. als die letzten watt aus den boxen geraucht sind, bedankt sich eine überglückliche berliner band artig und ehrlich gerührt bei den anwesenden, die nur dank des umsichtigen einsatzes mehrerer wasservernebler und -flaschen durch die veranstalter noch zu letzten ekstatischen appläusen fähig sind. und glücklich machen sich die völlig durchnäßten gäste auf den heimweg, wie lang er auch sein mag. familiär kein ausdruck für den abend. fast schon wie ein wohnzimmerkonzert...