Kidulthood
Oder das Andere
»Trainspotting«. Sie sind jung, stylisch und viel zu
alt für Ihr Alter. Es geht um Gewalt, Drogen, Sex,
Selbstmord, Konsum, Hip-Hop und der Suche nach
Anerkennung und Wärme. Kidulthood vermittelt ein
anderes Bild von Englands Jugend, welches im vergangen
Jahr, im Königreich für Diskussionen und Kontroversen
gesorgt hat. Der Film von Regisseur »Menhaj Huda«
erzählt die Geschichte von drei Jugendlichen aus
West-London, im Alter von 15-16.
Der Plot mag Erwachsenen vielleicht etwas platt vorkommen, aber der Film ist ein Film von und für Kids – die Art wie sie Leben, die Dinge sehen und damit umgehen. Es wird gemobbed, Drogen werden konsumiert, die soziale Ausgrenzung der jungen Afro-Engländer gezeigt und die Leichtfertigkeit mit denen Jugendliche Ihren Körper und Geist zerstören. Er ist einfach rau, direkt, ehrlich und auf jeden Fall sehenswert und bekommt von mir eine glatte schulische Eins. Es hat mich besonders gefreut, dass der Soundtrack fast ausschließlich aus Londoner Acts besteht und Ihn umso authentischer wirken lässt. Wem das noch nicht genügt, so sei erwähnt, das die englische Presse Kidulthood auf eine Ebene mit Trainspotting, Quadrophenia, City of Gods und sogar Pulp Fiction stellt und beim British Film Festival 2006, in Dinard für das Beste Drehbuch ausgezeichnet wurde.
Anzumerken sei noch, dass ich das Glück hatte den Film auf dem Britspotting sehen zu können, wo auch Menhaj Huda anwesend war und dadurch erfuhr, dass Kidulthood dieses Jahr in Deutschland zu sehen sein wird.
In diesem Sinne: Blap!
biophonc
Der Plot mag Erwachsenen vielleicht etwas platt vorkommen, aber der Film ist ein Film von und für Kids – die Art wie sie Leben, die Dinge sehen und damit umgehen. Es wird gemobbed, Drogen werden konsumiert, die soziale Ausgrenzung der jungen Afro-Engländer gezeigt und die Leichtfertigkeit mit denen Jugendliche Ihren Körper und Geist zerstören. Er ist einfach rau, direkt, ehrlich und auf jeden Fall sehenswert und bekommt von mir eine glatte schulische Eins. Es hat mich besonders gefreut, dass der Soundtrack fast ausschließlich aus Londoner Acts besteht und Ihn umso authentischer wirken lässt. Wem das noch nicht genügt, so sei erwähnt, das die englische Presse Kidulthood auf eine Ebene mit Trainspotting, Quadrophenia, City of Gods und sogar Pulp Fiction stellt und beim British Film Festival 2006, in Dinard für das Beste Drehbuch ausgezeichnet wurde.
Anzumerken sei noch, dass ich das Glück hatte den Film auf dem Britspotting sehen zu können, wo auch Menhaj Huda anwesend war und dadurch erfuhr, dass Kidulthood dieses Jahr in Deutschland zu sehen sein wird.
In diesem Sinne: Blap!
biophonc
OLD ist always 15 years older than I am
The Appleseed
Cast – 17.03.2007 - Knitting Factory, New York, NY
Meine Liebe zu The Appleseed Cast ist eher jung. Es war das Immergutfestival 2006, das mich auf die Idee brachte mir die Musik dieser Band aus Kansas etwas genauer anzuhören. Als erstes verliebte ich mich in die wunderschön tragischen Popsongs des Albums Two Conversations. Mittlerweile mag ich die lauteren weniger eingängigen Songs des aktuellen Albums Perregrine jedoch noch etwas lieber. Es sollte mein erstes Konzert in New York, mein erstes Konzert überhaupt in den Vereinigten Staaten von Amerika werden. Ich war daher über das Musikerlebnis hinaus gespannt wie sich die Besonderheiten der amerikanischen Ausgehkultur in Bezug auf Alkohol, Rauchen und Waffenbesitz in der Praxis auswirken. Naja, um schnell wieder zurück zur Musik zu kommen: um Alkohol trinken zu dürfen musste ich dem Doorman meinen Reisepass zeigen und bekam dafür ein Festivalbändchen mit der Aufschrift 21+, das Rauchverbot machte sich spätestens gegen Ende des Konzerts durch die frische Luft bemerkbar und einen Schusswechsel oder gar Amoklauf habe ich nicht mitbekommen.
Die Band startete mit Ceremony, dem instrumentalen Opener des aktuellen Albums. Schnell wurde mir wieder bewusst wie viel Spaß laute Gitarren machen können. Wikipedia beschreibt The Appleseed Cast als Post-Rock-Band mit Emo oder Emocore Einflüssen. Diese Einflüsse wurden während des gesamten Konzerts und vor allem bei den sehr lauten Interpretationen der zumindest auf dem Album sehr ruhig geratenen Hits Hanging Marionette und Fight Song deutlich. Die Stimme des vollbärtigen Sängers Chris Crisci war häufig kaum zu verstehen und stand im Gegensatz zum Album gegenüber den Gitarren eher im Hintergrund. Nach etwa der Hälfte verließen ein paar junge Indiemädchen, die sich vielleicht etwa anderes erwartet oder erhofft hatten oder einfach nur früher im Bett sein mussten, den Club. „OLD ist always 15 years older than I am“ stand auf dem T-Shirt des Herrn am anderen Ende der Altersskala des Abends, dem Gitarristen Aaron Pillar. Es war sein Geburtstag und er musste mehrmals darauf hinweisen, dass er sich sehr unwohl fühle schon so alt zu sein. Naja, solange es noch reicht reichlich Krach zu machen, soll mir das Alter egal sein und laute Gitarren hatte ich genügend im Ohr auf meinem Heimweg durch die New Yorker Nacht.
Meine Liebe zu The Appleseed Cast ist eher jung. Es war das Immergutfestival 2006, das mich auf die Idee brachte mir die Musik dieser Band aus Kansas etwas genauer anzuhören. Als erstes verliebte ich mich in die wunderschön tragischen Popsongs des Albums Two Conversations. Mittlerweile mag ich die lauteren weniger eingängigen Songs des aktuellen Albums Perregrine jedoch noch etwas lieber. Es sollte mein erstes Konzert in New York, mein erstes Konzert überhaupt in den Vereinigten Staaten von Amerika werden. Ich war daher über das Musikerlebnis hinaus gespannt wie sich die Besonderheiten der amerikanischen Ausgehkultur in Bezug auf Alkohol, Rauchen und Waffenbesitz in der Praxis auswirken. Naja, um schnell wieder zurück zur Musik zu kommen: um Alkohol trinken zu dürfen musste ich dem Doorman meinen Reisepass zeigen und bekam dafür ein Festivalbändchen mit der Aufschrift 21+, das Rauchverbot machte sich spätestens gegen Ende des Konzerts durch die frische Luft bemerkbar und einen Schusswechsel oder gar Amoklauf habe ich nicht mitbekommen.
Die Band startete mit Ceremony, dem instrumentalen Opener des aktuellen Albums. Schnell wurde mir wieder bewusst wie viel Spaß laute Gitarren machen können. Wikipedia beschreibt The Appleseed Cast als Post-Rock-Band mit Emo oder Emocore Einflüssen. Diese Einflüsse wurden während des gesamten Konzerts und vor allem bei den sehr lauten Interpretationen der zumindest auf dem Album sehr ruhig geratenen Hits Hanging Marionette und Fight Song deutlich. Die Stimme des vollbärtigen Sängers Chris Crisci war häufig kaum zu verstehen und stand im Gegensatz zum Album gegenüber den Gitarren eher im Hintergrund. Nach etwa der Hälfte verließen ein paar junge Indiemädchen, die sich vielleicht etwa anderes erwartet oder erhofft hatten oder einfach nur früher im Bett sein mussten, den Club. „OLD ist always 15 years older than I am“ stand auf dem T-Shirt des Herrn am anderen Ende der Altersskala des Abends, dem Gitarristen Aaron Pillar. Es war sein Geburtstag und er musste mehrmals darauf hinweisen, dass er sich sehr unwohl fühle schon so alt zu sein. Naja, solange es noch reicht reichlich Krach zu machen, soll mir das Alter egal sein und laute Gitarren hatte ich genügend im Ohr auf meinem Heimweg durch die New Yorker Nacht.
The Blow, Deerhoof
The Blow,
Deerhoof
15.04.2007 im Festsaal Kreuzberg, Berlin
Der Festsaal Kreuzberg ist der einzige Berliner Indieclub, der noch wirklich Indie ist. So wie in den 90ern, oder wars in den 80ern? Naja, irgendwo hab ich das so gelesen. Letztendlich war es dann doch auch nicht anders als bei einem normalen Indiekonzert im Magnet und dabei auch so sehr Teil gewöhnlicher Kulturindustrie, dass sogar die FAZ davon gehört hatte und anschließend eine ausführliche Konzertrezension veröffentlichte. Der Artikel widmet sich dann unter der Überschrift „Noise gegen Neues“ auch genau dieser Frage der Abgrenzung zwischen Pop und Aufbruch und der Authentizität für die der Begriff „Indie“ ja meistens stehen soll . Deerhoof werden als „Castingband des intellektuellen Postpop“ und „Hochdruckakademiker“ beschimpft.
„‘Festsaal Kreuzberg‘ in Berlin, nicht mal richtig proppenvoll ist der Laden, wie es sich doch für eine Insider-Kultband gehören würde, welche angeblich von ‚Sonic Youth‘, Matt Groening und vielen anderen Koryphäen verehrt wird und welche sich dem stetigen Umbruch verschrieben hat, dem Aufbrechen des Pop: ‚Deerhoof‘, neun Alben alt und aus San Francisco stammend, sind die Freejazzer des Noise, sie sind die stetigen Interruptoren der eigenen Lieder, mit einiger Hartnäckigkeit trachten sie nach der Zusammenzwingung des Unvereinbaren: Gut, dass sie nur zu dritt sind. Mehr Streben in die Exzentrik kann keine Bühne verkraften.“ Das in der Überschrift des FAZ-Artikels angesprochene „Neue“ war an diesem Abend The Blow. Die Vorband, die eigentlich aus zwei Personen besteht, aber an diesem Abend nur mit der Sängerin angetreten war. Die FAZ findet hierfür folgende Formulierungen: „Ein Lo-Fi-Elektropopduo aus Sängerin und Frickler; zarter, doch konziser Gesang mit hypnotischer Schlichtheit untendrunter, und um das Minimalismusglück noch komplett zu machen, war Sängerin Khaela Maricich am Sonntag ganz alleine da“ (FAZ.net, 17.04.2007) Wenn Schlichtheit so super ist und Intellektuelle von vorne herein der fehlenden Authentizität verdächtigt werden, frage ich mich etwas warum die FAZ so ist wie sie ist -- aber egal. Ansonsten mögen die Beobachtungen der FAZ ja durchaus zutreffen. Meine Verstrickungen in bestimmte Subkulturen und das von mir unterbewusst verinnerlichte Bild von Deerhoof als „Insider-Kultband“ lassen mich das Konzert sicherlich nicht so „objektiv“ rezensieren wie einen Autoren der FAZ und zwingen mich zu einer Distanzierung von der FAZ-Kritik. Deshalb nun in der geforderten Schlichtheit: Konzert war super. Ich hatte Spaß und ich war von der intellektuellen Komplexität der Musik von Deerhoof überfordert, fasziniert und berauscht. Pop, Aufbruch, Intellektualismus, Schlichtheit, Authentizität, deren Widersprüche und deren Bedeutung für die Kulturindustrie werden morgen mit ‚nem Bier in der Hand von mir zu Ende reflektiert... robert
15.04.2007 im Festsaal Kreuzberg, Berlin
Der Festsaal Kreuzberg ist der einzige Berliner Indieclub, der noch wirklich Indie ist. So wie in den 90ern, oder wars in den 80ern? Naja, irgendwo hab ich das so gelesen. Letztendlich war es dann doch auch nicht anders als bei einem normalen Indiekonzert im Magnet und dabei auch so sehr Teil gewöhnlicher Kulturindustrie, dass sogar die FAZ davon gehört hatte und anschließend eine ausführliche Konzertrezension veröffentlichte. Der Artikel widmet sich dann unter der Überschrift „Noise gegen Neues“ auch genau dieser Frage der Abgrenzung zwischen Pop und Aufbruch und der Authentizität für die der Begriff „Indie“ ja meistens stehen soll . Deerhoof werden als „Castingband des intellektuellen Postpop“ und „Hochdruckakademiker“ beschimpft.
„‘Festsaal Kreuzberg‘ in Berlin, nicht mal richtig proppenvoll ist der Laden, wie es sich doch für eine Insider-Kultband gehören würde, welche angeblich von ‚Sonic Youth‘, Matt Groening und vielen anderen Koryphäen verehrt wird und welche sich dem stetigen Umbruch verschrieben hat, dem Aufbrechen des Pop: ‚Deerhoof‘, neun Alben alt und aus San Francisco stammend, sind die Freejazzer des Noise, sie sind die stetigen Interruptoren der eigenen Lieder, mit einiger Hartnäckigkeit trachten sie nach der Zusammenzwingung des Unvereinbaren: Gut, dass sie nur zu dritt sind. Mehr Streben in die Exzentrik kann keine Bühne verkraften.“ Das in der Überschrift des FAZ-Artikels angesprochene „Neue“ war an diesem Abend The Blow. Die Vorband, die eigentlich aus zwei Personen besteht, aber an diesem Abend nur mit der Sängerin angetreten war. Die FAZ findet hierfür folgende Formulierungen: „Ein Lo-Fi-Elektropopduo aus Sängerin und Frickler; zarter, doch konziser Gesang mit hypnotischer Schlichtheit untendrunter, und um das Minimalismusglück noch komplett zu machen, war Sängerin Khaela Maricich am Sonntag ganz alleine da“ (FAZ.net, 17.04.2007) Wenn Schlichtheit so super ist und Intellektuelle von vorne herein der fehlenden Authentizität verdächtigt werden, frage ich mich etwas warum die FAZ so ist wie sie ist -- aber egal. Ansonsten mögen die Beobachtungen der FAZ ja durchaus zutreffen. Meine Verstrickungen in bestimmte Subkulturen und das von mir unterbewusst verinnerlichte Bild von Deerhoof als „Insider-Kultband“ lassen mich das Konzert sicherlich nicht so „objektiv“ rezensieren wie einen Autoren der FAZ und zwingen mich zu einer Distanzierung von der FAZ-Kritik. Deshalb nun in der geforderten Schlichtheit: Konzert war super. Ich hatte Spaß und ich war von der intellektuellen Komplexität der Musik von Deerhoof überfordert, fasziniert und berauscht. Pop, Aufbruch, Intellektualismus, Schlichtheit, Authentizität, deren Widersprüche und deren Bedeutung für die Kulturindustrie werden morgen mit ‚nem Bier in der Hand von mir zu Ende reflektiert... robert
Joan As Police Woman
Joan As Police
Woman
in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend. ps
in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend. ps
Tele - Wir brauchen nichts
Tele - Wir brauchen
nichts
CD; VÖ: 23.02.2007; Vertigo Be (Universal)
Wenn ich ehrlichen Herzens sagen kann: "Diese Platte hat mich textlich so was von beeindruckt, abgeholt, mitgenommen, gedrückt, getröstet, aufgebaut, abstürzen lassen, Respekt eingeflößt, in mir so viel Bewunderung und Dankbarkeit augelöst", dann meine ich damit nur eine - die neue Tele. Ehrlich, seit Keimzeit, naja gut, seit Tom Liwa habe ich keine derartigen Momente mehr bei deutschsprachiger Musik gehabt. Das Vorgängeralbum "Wovon sollen wir leben" war quasi die Einladung zum Pop, aber Pop von Könnerhand und jetzt legen Francesco und die anderen Jungs noch eins, noch drei mal eins oben drauf. Der entscheidende Unterschied: sie können das, was sie da tun, so verdammt gut und sie können es verdammt gut verkaufen. Und es fühlt sich gar nicht komisch an, dass alles schick zu finden.
Okay, also mal ein Beispiel: Mario. Ich habe diese ganze Stefan Raab Geschichte nicht mitbekommen, aber ich kann mir die unterschiedlichen Kommentare gut vorstellen. Dabei muss man sich Mario nur mal als Video ansehen, und schon weiß man, dass Tele sich augenzwinkernd durch vermeintlich einfach gestrickte zuckersüße Popmelodien spielen, tänzeln, streicheln, charmeurisieren. Allesamt große Hymnen stecken auf dieser Platte und Francesco erzählt so leidenschaftlich von fernen Lieben, gesellschaftlicher Revolution und Traumfrauen und steckt das ganze so gekonnt in die oft bemäkelte harte deutsche Sprache, dass die Sommerlaune und der Herzschmerz und die Wut ganz von alleine aufkeimen und man denkt: "woher weiß der, wie es mir geht? woher weiß der, was ich gerade denke?" Vielleicht sogar:"woher kennt der meine Wünsche, Träume, Hoffnungen???!"
Der Einfluß der großen Afrikareise der Band bleibt, zumindest textlich und musikalisch verhalten, aber man kann auch in Berlin Abenteuer erleben und hej - zur Not sagt man, singt man halt "bye bye berlin", am besten mit Geldautomaten und den Vereinigten Staaten. Die kriegen auch ihr Fett weg, denn der erste, als auch der zweite Golfkrieg waren falsch genau wie die Tatsache, dass man sich seiner nicht mehr existenten Gefühle sicher sein kann... Tele sagen alles zum Thema Lebenszeit mit "Zeit ist schnell", sie fühlen kreiselnden Gedanken über Verflossene Lieben ein ums andere Mal mit und diagnostizieren mal aus dem Stand unserer Gesellschaft eine ziemlich ernsthafte Krankheit. Wer sagt´s besser, wer treffender und zugleich doch noch sympathischer, erfahrener, augenzwinkernder und mitfühlender?
Hmm, jetzt wollte ich eigentlich gar nicht so sehr Tele gegen irgendwas verteidigen - einfach nur mal sagen, dass man sich diese Platte unbedingt mal anhören sollte. Und dann, ja dann kann man ja immer noch den harten Mann spielen...
AML
CD; VÖ: 23.02.2007; Vertigo Be (Universal)
Wenn ich ehrlichen Herzens sagen kann: "Diese Platte hat mich textlich so was von beeindruckt, abgeholt, mitgenommen, gedrückt, getröstet, aufgebaut, abstürzen lassen, Respekt eingeflößt, in mir so viel Bewunderung und Dankbarkeit augelöst", dann meine ich damit nur eine - die neue Tele. Ehrlich, seit Keimzeit, naja gut, seit Tom Liwa habe ich keine derartigen Momente mehr bei deutschsprachiger Musik gehabt. Das Vorgängeralbum "Wovon sollen wir leben" war quasi die Einladung zum Pop, aber Pop von Könnerhand und jetzt legen Francesco und die anderen Jungs noch eins, noch drei mal eins oben drauf. Der entscheidende Unterschied: sie können das, was sie da tun, so verdammt gut und sie können es verdammt gut verkaufen. Und es fühlt sich gar nicht komisch an, dass alles schick zu finden.
Okay, also mal ein Beispiel: Mario. Ich habe diese ganze Stefan Raab Geschichte nicht mitbekommen, aber ich kann mir die unterschiedlichen Kommentare gut vorstellen. Dabei muss man sich Mario nur mal als Video ansehen, und schon weiß man, dass Tele sich augenzwinkernd durch vermeintlich einfach gestrickte zuckersüße Popmelodien spielen, tänzeln, streicheln, charmeurisieren. Allesamt große Hymnen stecken auf dieser Platte und Francesco erzählt so leidenschaftlich von fernen Lieben, gesellschaftlicher Revolution und Traumfrauen und steckt das ganze so gekonnt in die oft bemäkelte harte deutsche Sprache, dass die Sommerlaune und der Herzschmerz und die Wut ganz von alleine aufkeimen und man denkt: "woher weiß der, wie es mir geht? woher weiß der, was ich gerade denke?" Vielleicht sogar:"woher kennt der meine Wünsche, Träume, Hoffnungen???!"
Der Einfluß der großen Afrikareise der Band bleibt, zumindest textlich und musikalisch verhalten, aber man kann auch in Berlin Abenteuer erleben und hej - zur Not sagt man, singt man halt "bye bye berlin", am besten mit Geldautomaten und den Vereinigten Staaten. Die kriegen auch ihr Fett weg, denn der erste, als auch der zweite Golfkrieg waren falsch genau wie die Tatsache, dass man sich seiner nicht mehr existenten Gefühle sicher sein kann... Tele sagen alles zum Thema Lebenszeit mit "Zeit ist schnell", sie fühlen kreiselnden Gedanken über Verflossene Lieben ein ums andere Mal mit und diagnostizieren mal aus dem Stand unserer Gesellschaft eine ziemlich ernsthafte Krankheit. Wer sagt´s besser, wer treffender und zugleich doch noch sympathischer, erfahrener, augenzwinkernder und mitfühlender?
Hmm, jetzt wollte ich eigentlich gar nicht so sehr Tele gegen irgendwas verteidigen - einfach nur mal sagen, dass man sich diese Platte unbedingt mal anhören sollte. Und dann, ja dann kann man ja immer noch den harten Mann spielen...
AML
Beatsteaks - Limbo Messiah
Beatsteaks - .limbo
messiah und .demons galore;
CD+DVD; VÖ: 30.03.2007; Warner
Also, zur Frontenklärung gleich vorweg: ich finde, die Beatsteaks sind derzeit mit Abstand Deutschlands beste Rockband. Ich finde das schon seit drei Jahren, als ich gesehen habe, wie sie das Conne Island in Leipzig zerpflückt haben und ich kann des auch jetzt nur nochmal wiederholen (und mich auf den diesjährigen Gig im CI im Mai nur freuen). Soweit dazu. Dementsprechend heiß erwartet habe ich die neue Platte, sicherlich nicht ganz unbeeinflusst von der Sympathie, die in meinem direkten Umfeld für die Buben herrscht, spätestens seit dem 100maligen Genuß von der B-Seite... Als ich dann an einem kalten Februarabend zum ersten Mal "jane became insane" auf myspace (...) gehört habe, hab ich dann aber doch Angst gekriegt. Aber dann hab ich mich beruhigt: warum sollen die Beatbuletten nicht auch mal die total verückten Crazyboys rauslassen, schön im Irrenhaus kreiseln wie weiland Green Day und sich zu Steffi und Ali gesellen für gloriose 2:45 Minuten. Alles nicht so schlimm, die wissen doch, was sie tun... Und dann habe ich einfach mal an ihren guten Geschmack oder ihr, zumindest mir vermitteltes, Herz für die Rockgesten geglaubt. Okay und dann also am 30. März früh in den Plattenladen und einfach mal auch die tausenden von ganz schlechten Artikeln über die neue "Popplatte" und ähnliches ignoriert und dann gleich zum nächstbesten Mac und als Einführung den Film .demons galore angeschaut. Huij. Hart! Die Beatsteaks mit launischen Studioquälereien, den üblichen Pannen, wie abgerauchten Festplatten und geklauten Songs, und zur Krönung dann einem stummen Drummer und einem aggressiven Basser und zwei rivalisierenden Gitarristen bei der Psychotherapeutin... Schön, schön auch die Verwischung von Wahrheit und Fiktion unter Bemühung des alten Haudegens Jürgen Vogel und dann natürlich ein strahlendes PunkRock- Happy End. Aber dann hatte ich doch wieder etwas Respekt vor dem Album, was dann eine halbe Stunde später im heimischen Player losballerte - und das tut die Platte wirklich! Aller Respekt, alle unguten Gefühle, alle Angst völlig unbegründet. In meinen Ohren ist es genau die richtige Mischung aus Punkschnodderigeit und Spielfreude und Perfektionismus und Credibility und Mainstream, die eine halbe Stunde Hits am Stück gebiert. Vom ersten Ton an - der zugegeben ein wenig an "In your honour" erinnert - Energie! Viel weniger große Popgesten als auf Smacksmash, dafür viel mehr - ja, Geballer im positivsten Sinn. Ein Wehrmutstropfen bleibt irgendwie, dass die Jungs nach wie vor das textliche etwas schleifen lassen, nicht wirklich, aber es spielt halt kaum eine inhaltliche Rolle. Das denke ich aber nur in Augenblicken, in denen ich etwas verdränge, dass Musik auch eine Sprache ist. Und, oh ja, die beherrschen die Herren Teutoburg-Weiß, Baumann, Kurtzke, Götz und Scholz fließend, f-l-i-e-ß-e-n-d! Im Ende ist alles gut, wir haben eine weitere Beatsteakssommerplatte, wir haben Songs, die jede Bühne niederbrennen werden, wir haben eine Band, die´s höchstzufrieden ist mit dem schlußendlich abgelieferten, wir haben einen kongenialen Producer, der sich massieren lassen kann und wir werden einmal mehr zufrieden händchenreibende Warnerbosse haben, die unsere sauer verdienten Penunzen mit mittäglichem Weißwein am Spreeufer genüßlich schlürfen können. Ach ja und wir haben Schreiberlinge, die sich gegenseitig zitieren, na holla.
Und trotzdem ist es diesmal auch wieder eine ganz besondere, einzigartige Fortsetzung des Punkrock - subtil, berlinerisch und ernstgemeint. Gut so!
AML
CD+DVD; VÖ: 30.03.2007; Warner
Also, zur Frontenklärung gleich vorweg: ich finde, die Beatsteaks sind derzeit mit Abstand Deutschlands beste Rockband. Ich finde das schon seit drei Jahren, als ich gesehen habe, wie sie das Conne Island in Leipzig zerpflückt haben und ich kann des auch jetzt nur nochmal wiederholen (und mich auf den diesjährigen Gig im CI im Mai nur freuen). Soweit dazu. Dementsprechend heiß erwartet habe ich die neue Platte, sicherlich nicht ganz unbeeinflusst von der Sympathie, die in meinem direkten Umfeld für die Buben herrscht, spätestens seit dem 100maligen Genuß von der B-Seite... Als ich dann an einem kalten Februarabend zum ersten Mal "jane became insane" auf myspace (...) gehört habe, hab ich dann aber doch Angst gekriegt. Aber dann hab ich mich beruhigt: warum sollen die Beatbuletten nicht auch mal die total verückten Crazyboys rauslassen, schön im Irrenhaus kreiseln wie weiland Green Day und sich zu Steffi und Ali gesellen für gloriose 2:45 Minuten. Alles nicht so schlimm, die wissen doch, was sie tun... Und dann habe ich einfach mal an ihren guten Geschmack oder ihr, zumindest mir vermitteltes, Herz für die Rockgesten geglaubt. Okay und dann also am 30. März früh in den Plattenladen und einfach mal auch die tausenden von ganz schlechten Artikeln über die neue "Popplatte" und ähnliches ignoriert und dann gleich zum nächstbesten Mac und als Einführung den Film .demons galore angeschaut. Huij. Hart! Die Beatsteaks mit launischen Studioquälereien, den üblichen Pannen, wie abgerauchten Festplatten und geklauten Songs, und zur Krönung dann einem stummen Drummer und einem aggressiven Basser und zwei rivalisierenden Gitarristen bei der Psychotherapeutin... Schön, schön auch die Verwischung von Wahrheit und Fiktion unter Bemühung des alten Haudegens Jürgen Vogel und dann natürlich ein strahlendes PunkRock- Happy End. Aber dann hatte ich doch wieder etwas Respekt vor dem Album, was dann eine halbe Stunde später im heimischen Player losballerte - und das tut die Platte wirklich! Aller Respekt, alle unguten Gefühle, alle Angst völlig unbegründet. In meinen Ohren ist es genau die richtige Mischung aus Punkschnodderigeit und Spielfreude und Perfektionismus und Credibility und Mainstream, die eine halbe Stunde Hits am Stück gebiert. Vom ersten Ton an - der zugegeben ein wenig an "In your honour" erinnert - Energie! Viel weniger große Popgesten als auf Smacksmash, dafür viel mehr - ja, Geballer im positivsten Sinn. Ein Wehrmutstropfen bleibt irgendwie, dass die Jungs nach wie vor das textliche etwas schleifen lassen, nicht wirklich, aber es spielt halt kaum eine inhaltliche Rolle. Das denke ich aber nur in Augenblicken, in denen ich etwas verdränge, dass Musik auch eine Sprache ist. Und, oh ja, die beherrschen die Herren Teutoburg-Weiß, Baumann, Kurtzke, Götz und Scholz fließend, f-l-i-e-ß-e-n-d! Im Ende ist alles gut, wir haben eine weitere Beatsteakssommerplatte, wir haben Songs, die jede Bühne niederbrennen werden, wir haben eine Band, die´s höchstzufrieden ist mit dem schlußendlich abgelieferten, wir haben einen kongenialen Producer, der sich massieren lassen kann und wir werden einmal mehr zufrieden händchenreibende Warnerbosse haben, die unsere sauer verdienten Penunzen mit mittäglichem Weißwein am Spreeufer genüßlich schlürfen können. Ach ja und wir haben Schreiberlinge, die sich gegenseitig zitieren, na holla.
Und trotzdem ist es diesmal auch wieder eine ganz besondere, einzigartige Fortsetzung des Punkrock - subtil, berlinerisch und ernstgemeint. Gut so!
AML
Joan As Police Woman
Joan As Police
Woman in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend.
Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend.
The Killers live
„the killers“ in der
Arena Treptow Berlin - 10.03.07
Ja, die nun schon sehr groß gewordenen Killers traten in Berlin auf und wir dabei. Ich muss zugeben, dass das mein bisher "größtes" Konzert war und das ich anfangs auch etwas skeptisch war, schließlich hatt ich meine Karte für die Columbia Halle, wo ca. 2000 Leute reingehen gekauft, aber das is ja dann auf 8000 Köpfe gestiegen…
Wir standen pünktlich wie die Maurer kurz vor 20 Uhr am Einlass, wurden gefilzt, haben die Jacken abgegeben und sind gen Bühne gestürmt. Allzu viele Menschen waren noch nicht drin in der Halle, aber man merkte wie die Spannung stieg und die Luft immer unerträglicher wurde.
Halb 9 standen auch schon "Mumm Ra" auf der Bühne, eine fantastische 5-köpfige Band - wieder mal ein UK-Import. Die Musik sehr verspielt und doch absolut rockbar, versetzte den ein oder anderen schon in Tanzwut und das Adrenalin begann zu steigen. Leider gibt es z.Z. noch kein Album, wer sich aber trotzdem schon Musik von Mumm Ra vom Plattenteller wünscht, sollte nicht auf die EP „black hurts days and the night rolls on“ verzichten!
Es folgten Umbauaktionen, Instrumententests und so allerlei Warteschleifen, ein Song nach dem anderen kam aus der Box und man wurde immer hibbeliger.
Als Brandon Flowers, Dave Brent Keuning, Ronnie Vanucci Jr. und Mark Stoermer dann endlich auf die Bühne kamen, sah man nicht viel, denn es wurde eine große Leinwand hochgefahren eine Art Diashow-Film ala "Sams Town" lief unter den ersten Tönen und lautem Gekreische ab. Mit einem Peng dann freie Sicht und volle Dröhnung KILLERS, die diesen Abend durch einen Mann verstärkt wurden.
„We hope you enjoy your stay, it’s good to have you with us, even if it’s just for a day.“ – Ob man sich bei solchen Begrüßungsworten nicht auch ein bisschen geschmeichelt fühlt? Ich mein, man weiß ja so ca. wie das Bizz läuft, aber an diesem Abend lässt man sich einfach mal fallen. Alle drängeln gen Bühne und wir schaffen es tatsächlich jedes Lied ein Stückchen vorzurücken. Die Killers wussten auf jeden Fall wie sie uns so langsam weich kochen konnten, denn bei “when you were young” konnte keiner mehr stillstehen”. Es wurden natürlich alle Hits performed und bei keinem Lied gabs mehr ein Atemholen. Abschluss dann mit „exitlude“ und einem 2.x „when you were young“! So gut „Sams Town“ auch sein mag, am meisten geflasht hat uns immer noch der gute, alte „mr. brightside“, das Lächeln „smile like you mean it“ und die Freundin „jenny was a friend of mine“ – ich glaub ich bin mit den anderen 7999 Leuten 5m hochgehopst und das, ohne mir etwas zu brechen :*)
Nach 1 ½ h und 5 Zugaben sind die Killers dann doch nicht mehr auf die Bühne gekommen, ich schätze mal der Gitarrist, war dazu auch nicht mehr in der Lage…!
Schweißtriefend liefen wir zur Bar, denn nix zu Trinken mitzunehmen, war ein großer Fehler, aber wer drängelt bekommt schneller sein Wasser ;-) Wir haben neugieriger Weise noch nach Merchandise geschaut. Eine Frechheit sage ich, da werden 30 € für ein T-shirt verlangt und das war noch das billigste – nicht mit uns! Lustig war natürlich, das einem draußen
T-shirts für 10 € angeboten wurden…wo die wohl herkamen :*) ?
Es war ein toller Abend, er wird in meinem Leib eingebrannt bleiben.
eure Killer-bea :*)
Ja, die nun schon sehr groß gewordenen Killers traten in Berlin auf und wir dabei. Ich muss zugeben, dass das mein bisher "größtes" Konzert war und das ich anfangs auch etwas skeptisch war, schließlich hatt ich meine Karte für die Columbia Halle, wo ca. 2000 Leute reingehen gekauft, aber das is ja dann auf 8000 Köpfe gestiegen…
Wir standen pünktlich wie die Maurer kurz vor 20 Uhr am Einlass, wurden gefilzt, haben die Jacken abgegeben und sind gen Bühne gestürmt. Allzu viele Menschen waren noch nicht drin in der Halle, aber man merkte wie die Spannung stieg und die Luft immer unerträglicher wurde.
Halb 9 standen auch schon "Mumm Ra" auf der Bühne, eine fantastische 5-köpfige Band - wieder mal ein UK-Import. Die Musik sehr verspielt und doch absolut rockbar, versetzte den ein oder anderen schon in Tanzwut und das Adrenalin begann zu steigen. Leider gibt es z.Z. noch kein Album, wer sich aber trotzdem schon Musik von Mumm Ra vom Plattenteller wünscht, sollte nicht auf die EP „black hurts days and the night rolls on“ verzichten!
Es folgten Umbauaktionen, Instrumententests und so allerlei Warteschleifen, ein Song nach dem anderen kam aus der Box und man wurde immer hibbeliger.
Als Brandon Flowers, Dave Brent Keuning, Ronnie Vanucci Jr. und Mark Stoermer dann endlich auf die Bühne kamen, sah man nicht viel, denn es wurde eine große Leinwand hochgefahren eine Art Diashow-Film ala "Sams Town" lief unter den ersten Tönen und lautem Gekreische ab. Mit einem Peng dann freie Sicht und volle Dröhnung KILLERS, die diesen Abend durch einen Mann verstärkt wurden.
„We hope you enjoy your stay, it’s good to have you with us, even if it’s just for a day.“ – Ob man sich bei solchen Begrüßungsworten nicht auch ein bisschen geschmeichelt fühlt? Ich mein, man weiß ja so ca. wie das Bizz läuft, aber an diesem Abend lässt man sich einfach mal fallen. Alle drängeln gen Bühne und wir schaffen es tatsächlich jedes Lied ein Stückchen vorzurücken. Die Killers wussten auf jeden Fall wie sie uns so langsam weich kochen konnten, denn bei “when you were young” konnte keiner mehr stillstehen”. Es wurden natürlich alle Hits performed und bei keinem Lied gabs mehr ein Atemholen. Abschluss dann mit „exitlude“ und einem 2.x „when you were young“! So gut „Sams Town“ auch sein mag, am meisten geflasht hat uns immer noch der gute, alte „mr. brightside“, das Lächeln „smile like you mean it“ und die Freundin „jenny was a friend of mine“ – ich glaub ich bin mit den anderen 7999 Leuten 5m hochgehopst und das, ohne mir etwas zu brechen :*)
Nach 1 ½ h und 5 Zugaben sind die Killers dann doch nicht mehr auf die Bühne gekommen, ich schätze mal der Gitarrist, war dazu auch nicht mehr in der Lage…!
Schweißtriefend liefen wir zur Bar, denn nix zu Trinken mitzunehmen, war ein großer Fehler, aber wer drängelt bekommt schneller sein Wasser ;-) Wir haben neugieriger Weise noch nach Merchandise geschaut. Eine Frechheit sage ich, da werden 30 € für ein T-shirt verlangt und das war noch das billigste – nicht mit uns! Lustig war natürlich, das einem draußen
T-shirts für 10 € angeboten wurden…wo die wohl herkamen :*) ?
Es war ein toller Abend, er wird in meinem Leib eingebrannt bleiben.
eure Killer-bea :*)
Ein Leben in den Songs von Tele
Tele 30. 03. 2007 - Ilses
Erika, Leipzig
Es war ein großartiger Tag, nicht, weil er es wirklich war, aber weil er es im Nachhinein wurde. Zum einen erschien die neue Beatsteaksplatte (siehe da) und dann hatten die Leipziger Wettermacher eine süßliche Sonne an den noch etwas verkühlten Parkhimmel geklebt, wo zum Beispiel Sumsum den Geburtstag ihrer Drummerin feierten und wo unter anderem deren Gitarrist das Seiltanzen lernte und nachher fuhr gefühlt halb Leipzig in die beengten Mauern der Ilse. Und während man noch sein Fahrrad abschloß, latschte Francesco mit Rucksack um die Ecke und hatte sich auch heute nicht rasiert, hach, herrlich. Als sich dann alle Gäste heringsgleich vor die kleine Bühne gezwängt hatten, versuchten Tele, eben jene zu erklimmen. Dann ging es los, ein unglaublich guter Sound nahm sofort Besitz von den Anwesenden, Francesco wand sich am Mikro auf die bewährte charmante Art und seiner Band gelang es, sich frei zu machen von jeglicher Enge und zu spielen als ob es kein morgen gäbe. An Tanzen war kaum zu denken, aber die Münder wurden bewegt, zu einem jeden Song, ob er nun von der aktuellen oder den älteren Platten stammte - sie alle funktionierten wunderbar. Einmal mehr bewiesen die Jungs, dass sie musikalisch viel subtiler agieren, als man es beim leicht dahergesagten "Deutsch-Pop" vermuten könnte. Dabei springt die Spielfreude auf die Zuhörenden über und in Ermangelung von Gitarren und anderen Instrumenten wird mit Händen, Augen, Füßen, Gedanken und lächelnden Mundwinkeln mitgespielt. Nach kurzer Zeit war die Temperatur weit über die im feindosiert revolutziösen "Fieber" besungenen Wärmegrade gestiegen und Teleschweiß mischte sich am Bühnenboden mit Bier und Begeisterungsrufen glühender Fans und neuer Freunde. Für die obligatorischen Popmiezen am Bühnenrand war es genauso ein Erlebnis wie für die etwas ruhiger beobachtenden Musiker, die sich über eingestreute Synkopen und Breaks genauso freuten, wie über ein minutenlanges, virtuoses Basssolo und die mehrstimmigen Begleitungen zu Francescos Gesangsakrobatik. Ganz wichtig an Telegigs wurde auch hier das Publikum mit einbezogen in das, was auf der Bühne geschah, so dass es sich irgendwann nach Wohnzimmerkonzert erster Güte anfühlte. Natürlich war nach 14 Songs noch nicht ans Aufhören zu denken, auch wenn die Musiker echt wie Kim Frank erschöpft zu sein schienen. Da sie gar nicht weit weg laufen konnten von der Bühne, wurde kurzerhand weitergespielt, noch ein zwei Songs von "Wir brauchen nichts" und auch gerne eine dritte Zugabe, für die dann noch extra eine neue Snare aufgebaut wurde. Glückseeligkeit allenthalben nach der Show, sowohl bei Band als auch beim Publikum - alle zufrieden, alles gut. Nachher erwischte ich dann noch Tobi beim Gitarre abbauen und auch Francesco beim Biertrinken, wahrscheinlich habe ich in meiner Euphorie und Dankbarkeit für die Texte und Musik etwas unpassend gewirkt, aber das musste dann wirklich einfach mal raus. Den Rest der Nacht habe ich an "Rio de Janeiro" und Norddeutsche Hafenstädte gedacht. Und Songs geschrieben...
Es war ein großartiger Tag, nicht, weil er es wirklich war, aber weil er es im Nachhinein wurde. Zum einen erschien die neue Beatsteaksplatte (siehe da) und dann hatten die Leipziger Wettermacher eine süßliche Sonne an den noch etwas verkühlten Parkhimmel geklebt, wo zum Beispiel Sumsum den Geburtstag ihrer Drummerin feierten und wo unter anderem deren Gitarrist das Seiltanzen lernte und nachher fuhr gefühlt halb Leipzig in die beengten Mauern der Ilse. Und während man noch sein Fahrrad abschloß, latschte Francesco mit Rucksack um die Ecke und hatte sich auch heute nicht rasiert, hach, herrlich. Als sich dann alle Gäste heringsgleich vor die kleine Bühne gezwängt hatten, versuchten Tele, eben jene zu erklimmen. Dann ging es los, ein unglaublich guter Sound nahm sofort Besitz von den Anwesenden, Francesco wand sich am Mikro auf die bewährte charmante Art und seiner Band gelang es, sich frei zu machen von jeglicher Enge und zu spielen als ob es kein morgen gäbe. An Tanzen war kaum zu denken, aber die Münder wurden bewegt, zu einem jeden Song, ob er nun von der aktuellen oder den älteren Platten stammte - sie alle funktionierten wunderbar. Einmal mehr bewiesen die Jungs, dass sie musikalisch viel subtiler agieren, als man es beim leicht dahergesagten "Deutsch-Pop" vermuten könnte. Dabei springt die Spielfreude auf die Zuhörenden über und in Ermangelung von Gitarren und anderen Instrumenten wird mit Händen, Augen, Füßen, Gedanken und lächelnden Mundwinkeln mitgespielt. Nach kurzer Zeit war die Temperatur weit über die im feindosiert revolutziösen "Fieber" besungenen Wärmegrade gestiegen und Teleschweiß mischte sich am Bühnenboden mit Bier und Begeisterungsrufen glühender Fans und neuer Freunde. Für die obligatorischen Popmiezen am Bühnenrand war es genauso ein Erlebnis wie für die etwas ruhiger beobachtenden Musiker, die sich über eingestreute Synkopen und Breaks genauso freuten, wie über ein minutenlanges, virtuoses Basssolo und die mehrstimmigen Begleitungen zu Francescos Gesangsakrobatik. Ganz wichtig an Telegigs wurde auch hier das Publikum mit einbezogen in das, was auf der Bühne geschah, so dass es sich irgendwann nach Wohnzimmerkonzert erster Güte anfühlte. Natürlich war nach 14 Songs noch nicht ans Aufhören zu denken, auch wenn die Musiker echt wie Kim Frank erschöpft zu sein schienen. Da sie gar nicht weit weg laufen konnten von der Bühne, wurde kurzerhand weitergespielt, noch ein zwei Songs von "Wir brauchen nichts" und auch gerne eine dritte Zugabe, für die dann noch extra eine neue Snare aufgebaut wurde. Glückseeligkeit allenthalben nach der Show, sowohl bei Band als auch beim Publikum - alle zufrieden, alles gut. Nachher erwischte ich dann noch Tobi beim Gitarre abbauen und auch Francesco beim Biertrinken, wahrscheinlich habe ich in meiner Euphorie und Dankbarkeit für die Texte und Musik etwas unpassend gewirkt, aber das musste dann wirklich einfach mal raus. Den Rest der Nacht habe ich an "Rio de Janeiro" und Norddeutsche Hafenstädte gedacht. Und Songs geschrieben...