Joan As Police Woman
Joan As Police Woman
in der Volksbühne Berlin, 9. April 2007

Komisch, so ein Sitzkonzert. Ich habe Probleme länger als eine halbe Stunde ruhig auf meinem Stuhl zu sitzen. Aber nachdem Nick Cave letzten November ziemlich cool war, habe ich mal wieder eins besucht. Immerhin hatte mir das, was ich im Radio von „Joan As Police Woman“ gehört hatte ziemlich gefallen. Im Foyer wars schon ziemlich voll mit jungen Szeneleuten (Emolocke rulez!), so dass, als sich die Türen zum Saal öffneten selbiger in gefühlten 5 Sekunden voll war. Für uns blieben zwei Plätze am äußeren Rand der zweiten Reihe, aber nicht so schlimm, man sah gut.
Dann die Vorband. „Rythm King and her Friends“. Mit einem Wort: unpassend. Die Musik irgenwo zwischen Kids on TV und Le Tigre und wirklich nichts, was man sich sitzend im Theater ansieht/hört. Eher was für eine Ladyfest-Party. In der Umbaupause nochmal raus um Bier zu holen und geschmunzelt über ein Schild „Fotografieren nur vom zweiten bis fünften Lied ohne Blitz“ Ich so: Scheiße, meine Kamera vergessen.
Joan betritt die Bühne in einem seltsamen 80er-Jahre-Outfit und setzt sich ans Piano, haucht kurz ins Mikro und legt los. Ein ganz klein wenig Tori Amos, nur das Joan ihre Stimme ihre Stimme noch mehr durch alle Oktaven springen lässt. Ich bekam ein wenig Gänsehaut. Danach kommt die Band auf die Bühne (der Beleuchter verpennt das total und lässt sie im Dunkeln stehen), noch mehr Gehauche und laszives Augenaufschlagen. Joan gefällt sich in der Rolle und flirtet mit dem Publikum. Wortwörtlich. Sowieso gute Laune, die Dame. Nach der Eingangsballade wird es jetzt etwas rockiger, später greift sie selbst zur Gitarre, aber die Stimme unverändert am in-die-Höhe-schnellen-lassen. Sie spielt natürlich ihre Singles, auch ein neues Lied was mir gefiel, aber irgendwie nicht ganz so großartig wie ich mir erhofft hatte. Trotzdem ein schöner Abend. ps
plants